
- Company Men - Filmdrama mit Starbesetzung - Bild: Senator Film
Company Men ist die Geschichte dreier Männer, Bobby Walker (Ben Affleck), Phil Woodward (Chris Cooper) und Gene McClary (Tommy Lee Jones), die im Geflecht der Führungsetage eines großen Konzerns verwoben sind und plötzlich die Gegenrichtung auf der Karriereleiter einschlagen müssen. Das hat sich niemand von ihnen träumen lassen: Plötzlich wird die Abteilung, in der sie arbeiten, aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen geschlossen. Jeder von ihnen hat seine eigene Art, damit umzugehen. Das geht von Verleugnung über Abscheu und Misstrauen, bis hin zu Trotzreaktionen. Den Gegenpol zu den drei Charakteren bildet Kevin Costner ("Der mit dem Wolf tanzt") als kleiner humoriger Self-Made-Bauunternehmer, der plötzlich zum Rettungsanker für Bobby Walker (Ben Affleck, "The Town – Stadt ohne Gnade") wird. Jeder gewinnt schließlich etwas aus dieser Situation oder gibt sich geschlagen, auch wenn es sich nicht um die typische vorhersehbar-rührselige "Wir triumphieren über ein schweres Schicksal"-Hollywood-Geschichte handelt.
"Company Men" – die Charaktere
Bobby Walker (Ben Affleck, "Good Will Hunting") ist Manager im Multikonzern GTX. Seine Entlassung versucht er zunächst geheim zu halten, ausgehend von der Annahme, dass er schnell wieder einen Job finden wird. Als sich diese Hoffnung nach einigen deprimierenden Versuchen als trügerisch erweist, reagiert er frustriert. Anders als seine Frau und Kinder, die sich längst mit der neuen Situation abgefunden haben. Nach dem Verlust seiner Statussymbole (unter anderem seine Mitgliedschaft im Golf-Club und der geliebte Porsche) nimmt er sogar einen Job in der Baufirma seines Schwagers an, den er zuvor bereits brüsk abgelehnt hatte und der ihm zwar positive Momente beschert, für den er aber nicht wirklich geeignet ist.
Gene McClary (Tommy Lee Jones, "Auf der Flucht") ist Gründungsmitglied des Konzerns. Er spürt angesichts der Kündigungswelle, die einzig zu dem Zweck erfolgt, den Aktienkurs für eine künftige Firmenfusion in die Höhe zu treiben, eine zunehmende Distanz zu den Praktiken der Firma. Ebenso ergeht es ihm im Privatleben mit seiner Frau, die in erster Linie am Erwerb luxuriöser Einrichtungsgegenstände und an der Nutzung des Firmenjets interessiert ist. Die Tatsache, dass er mit der Personalchefin der Firma schläft, die an den Entlassungen nicht unbeteiligt ist, macht seine Bedenken nicht einfacher zu handhaben. Bis er schließlich einen Schlussstrich zieht.
Phil Woodward (Chris Cooper, "Die Bourne Identität"") hat es, als ältester der drei, besonders schwer. Nach seiner Entlassung bleibt ihm nur der Gang ins firmeneigene "Placement Center", in dem er sich peinliche Ratschläge anhören muss, wie er solle mit dem Rauchen aufhören und sich die Haare färben, wenn er in der Schar der unter dreißigjährigen Bewerber noch eine Chance haben will. Für alle drei Männer endet die Situation schließlich in einer Sackgasse, in der sie unterschiedliche Schlüsse für ihr Leben aus ihrer Situation ziehen.
"Company Men" will nicht als "der Rezessionsfilm" gelten
Kritiker bewerten diesen Film positiv: "Einer der besten Filme des Jahres. Company Men ist ein scharfsinniger Film, der als bedeutendes Symbol für das Dilemma Amerikas gelten wird", schreibt David Denby für The New Yorker.
"Company Men, John Wells’ erster Film als Regisseur und Autor, ist ein kluges und provokantes Drama voll nuancierter Charaktere und relevanter Themen - erzählt in einem gleichmäßigen Rhythmus, der Vertrauen in das Interesse und die Intelligenz des Publikums beweist. Mit seiner kompakten Struktur und seiner Widerstandsfähigkeit gegen alle Winde der Mode ist Company Men ein Film, der länger Bestand haben könnte als manch Actionblockbuster oder durchschnittliches Erbauungsdrama", schreibt Richard Corliss im Time Magazine.
Bemerkenswert ist, dass Autor, Regisseur und Produzent John Wells ("Emergency Room"), der zuvor für TV-Serien schrieb und produzierte, diesen Stoff bereits in den 90er Jahren während der damaligen Rezession verfasste und für einen Kinofilm einplante. Der Film wurde später auf die Weltwirtschaftkrise, die im Jahr 2008 begann, umgeschrieben. Auch wenn diese hier in Deutschland zunächst überwunden scheint, das Thema Stellenabbau und seine Folgen für den Einzelnen ist nach wie vor aktuell. Und wird es immer bleiben, denn die nächste Krise kommt bestimmt. "Company Men" will aber auch nicht "der Rezessionsfilm" sein. Denn in erster Linie geht es nicht um das Thema Wirtschaftskrise, sondern darum zu erkennen, welches die Dinge im Leben sind, die wirklich wichtig für uns sind. So entschuldigt sich Bobby Walker am Ende des Films bei seiner Frau Maggie (Rosemarie DeWitt) dafür, dass er sie "enttäuschte". Doch sie akzeptiert das nicht: "Nie zuvor warst du da. Und jetzt bist du’s."
