Nicht nur im Bereich der Online-Werbung lässt sich mehr und mehr beobachten, dass Produkte und Dienstleistungen zunehmend an den Inhalt begleitender Artikel angelehnt sind. Sei es der Tagesgeldrechner neben Fachartikeln zu diesem Thema oder auch die Werbung von Versicherungsmaklern bei entsprechenden Texten zu Riester- oder Rürup-Rente - das Einbinden der Werbung in den Kontext von Presseartikeln, Blogs oder auch Pressemitteilungen hat das Bild des Marketing und der Werbung entscheidend verändert und geprägt.
Online und Print
Ohne Zweifel ist die Wahrscheinlichkeit, ein größeres Publikum durch Online-Werbung anzusprechen und durch begleitende Artikel gar anzulocken um ein Vielfaches größer, als dies bei Print-Medien der Fall ist. Dennoch lässt sich bei Zeitungen und vor allem Zeitschriften eine bessere Diversifizierung und gezieltere Kundenansprache erreichen. So findet sich in Kinderzeitschriften nicht selten Werbung im Stile von Ausmalbildern oder anderen Spiel- und Bastelvorlagen, versehen mit Werbung für bestimmte Produkte.
Hohe Akzeptanz
Was diese Werbung im spezifischen Zusammenhang bewirkt, ist ohne Zweifel eine höhere Akzeptanz gegenüber dem beworbenen Produkt und eine bessere Wiedererkennung. Die Verbindung von Fachartikel und Werbung erzeugt eine Zuordnung des Lesers von Werbung einer- und Artikel/Spiel- und Bastelvorlage andererseits. Gerade im Online-Bereich kann diese Diversifizierung unbedingt notwendig sein, um das eigene Produkt im Vergleich zu anderen herauszuheben. Nicht selten werden demnach Texter/innen und Redakteur/innen engagiert, um Produkt begleitende Fachtexte zu verfassen.
Contextual advertising system
Dieses System untersucht Texte, die von Usern gelesen werden und platziert zeitgleich Werbung passender Produkte, die ihrerseits dem Leser entweder als Pop-Up oder in anderer Form präsentiert werden. Dadurch ist eine hohe Übereinstimmung der Vorlieben des Lesers und entsprechender Produkte/Dienstleistungen gewährleistet. Problematisch für die Werber sind dahin gehend Po-Up-Blocker. Weiterhin wird diese Art der Produkt-Platzierung auch bei Eingabe von Begriffen Suchmaschinen benutzt. Der Vorteil der Seitenbetreiber liegt darin, durch hohe 'Trefferquoten' bezüglich der Leser höhere Preise für die Platzierung von Werbung verlangen zu können.
Product Placement und Contextual advertising
Neben der Möglichkeit der Kontext intensiven Werbung besteht weiterhin die Möglichkeit, durch geschickte Produkt-Platzierung bzw. Produkt-Beistellung einen hohen Effekt der Wiedererkennung ohne störenden Beigeschmack zu erreichen. Vor allem das Fernsehen und Radio sind Vorreiter, was diese Art der Werbung angeht. Immer wieder finden sich demnach Produkt- und Firmennamen in TV-Serien, Filmen oder auch Dokumentationen wieder. Wichtig dabei ist, dass die Unternehmen ihre Produkte unentgeltlich zur Verfügung stellen und als Gegenleistung einen bestimmten Werberaum bekommen, da ansonsten von Schleichwerbung ausgegangen wird, welche nicht zuletzt auch bei den Öffentlich Rechtlichen zu Verwicklungen und Skandalen geführt hat. In dramaturgischer Hinsicht und auch, was Wiedererkennung, Zuordnung und Akzeptanz angeht, sollte das beworbene Produkt bzw. das Unternehmen in bestimmter Weise mit der Sendung korrelieren und es dem Kunden zuliebe klar ersichtlich sein, dass es sich tatsächlich um Werbung handelt.
Die Grenzen verschwimmen
Abschließend lässt sich feststellen, dass die Grenzen zwischen sachlicher Information, Unterhaltung und Werbung mehr und mehr fließend, wenn nicht gar schwammig sind. Dies kommt den Werbern in erster Linie entgegen, da durch geschickte Einbindung in bestimmte Sachverhalte Werbung schwer als solche bzw. gar als angenehme Begleiterscheinung wahrgenommen wird.
