
- Die Basilika von Cartago, Costa Rica - Ließ
Nicht weit im Osten von Costa Ricas Kapitale San José zeugt eine weit ältere Stadt von der bewegten Geschichte des kleinen Staates in Mittelamerika. Cartago, die alte Hauptstadt, zieht mit seinen kolonialen Bauten zahlreiche Besucher an. Doch sie kommen nicht nur wegen der Stadt selbst, denn in der Umgebung von Cartago liegt das wichtigste vorkolumbianische Monument des Landes ebenso wie sein höchster Vulkan.
Cartago, Costa Ricas alte Hauptstadt
Nur gute 20 Kilometer südöstlich von San José liegt Cartago als freundliche koloniale Erinnerung an große Zeiten. Nach ihrer Gründung im Jahr 1563 durch den ehrgeizigen spanischen Gouverneur Juan Vasquez de Coronado gaben sich die Spanier viel Mühe, die frisch ernannte Hauptstadt Costa Ricas mit ausfallenden kolonialen Gebäuden ihrem Stand angemessen zu gestalten. Jedoch ließ ein verheerender Ausbruch des Vulkans Irazú, der als strenger Wächter neben der Stadt schlummert, im Jahr 1723 nicht viel von dem mühevoll gestalteten Stadtbild übrig. Cartago gelang es damals nicht, sich von den heftigen Zerstörungen ganz zu erholen. 100 Jahre nach dem Vulkanausbruch war es der Bürgerkrieg gegen San José, der die Stadt erneut arg beutelte und sie 1832 schließlich den Hauptstadttitel kostete.
Heute scheint Cartago zufrieden mit dem Lauf der Geschichte. Die beschauliche Stadt ist mit kleinen Parks und gepflegten Plätzen herausgeputzt, in der Umgebung wird überall Kaffee und Obst angebaut.
Busse von San José starten alle zehn Minuten nach Cartago und treffen gute 40 Minuten später ein, Reisende können den Besuch der alten Hauptstadt gut in einem Tagesausflug mit der Auffahrt zum Vulkan Irazú verbinden.
Die Basilika von Cartago
Besonders stolz ist man in Cartago auf die alte Kathedrale Basilica de Nuestra Señora de los Angeles. Kein Gebäude erinnert so eindrucksvoll an die einst tragende Rolle Cartagos auf der Bühne von Costa Ricas Geschichte. Die Basilica ist eines der heiligsten Bauwerke Costa Ricas. Eine Legende erzählt, dass sich am 2. August 1635 die Jungfrau Maria höchst selbst hier offenbarte, in Gestalt einer kleinen schwarzen Puppe, die sich einem Mädchen namens Juana Pereira zeigte. Als die Puppe immer wieder erschien, verstand man dies als Zeichen, an dieser Stelle eine Kathedrale zu erbauen. Jedes Jahr am 2. August pilgern unzählige Ticos zu Fuß zur Basilika, um La Negrita, die „Schwarze Jungfrau“ anzubeten.
Um den Erhalt einer weiteren Kirche in Cartago bemühte man sich Jahrhunderte lang, bis die ehrwürdige Iglesia del Convento aus dem Jahr 1635 schließlich verlassen werden musste. Vulkanausbrüche und Erdbeben hatten das Bauwerk immer wieder stark beschädigt, seit 1910 können nunmehr die Ruinen im Stadtpark bestaunt werden.
Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Cartago in Costa Rica
- Das Valle Orosí
Cartago und sein Umland profitieren von einem lungenfreundlichen Klima, das aufgrund der Höhenlage wesentlich kühler und trockener ist als die überhitzten Dörfer im Tiefland und an den Küsten. Die Landwirtschaft wird dadurch begünstigt und in den grünen Tälern von Orosí verpackt der Hochwald die Felsen in dichte Vorhänge aus Farn und Moos. Im Nebel wirkt dieses von bewaldeten Bergen eingeschlossene Gebiet mit seinem Nationalpark Tapantí wie ein verwunschener Ort, zu dessen Bewohnern der nicht minder geheimnisvolle Vogel Quetzal gehört. Verschiedene Wege für Wanderer sind ausgeschildert.
- Der Vulkan Irazú
Wer lieber hoch hinaus möchte, aber dafür eigentlich nicht so weit laufen mag, kann es sich in einem Bus oder Mietwagen bequem machen und sich damit die Serpentinen auf Costa Ricas höchsten Vulkan Irazú (3.432 Meter) hinaufwinden, der sich auch als eines der Highlights von Costa Rica fühlen darf. Der mächtige Feuerberg ist seit 1994 nicht mehr auffällig gewesen, hat dafür aber im Jahr 1963 John F. Kennedy bei seinem damaligen Besuch in Costa Rica mit einem Ausbruch willkommen geheißen. Der smaragdene Kratersee, der an einen Topf aus der Hexenküche erinnert, ist fast 300 Meter tief.
- Das Nationalmonument Guayabo
In Costa Ricas fernere Vergangenheit eintauchen kann man mit dem Besuch des Nationalmonuments Guayabo im Norden von Cartago. Die in dichten Wald eingebetteten Überreste einer indigenen Stadt reichen gut 3.000 Jahre zurück, der Ort wurde einst von mindestens 1.500 Menschen bewohnt. Guayabo ist das mit Abstand bedeutendste Monument aus der vorkolumbianischen Zeit Costa Ricas. Steinskulpturen, Straßen und Aquädukte zeugen vom Fortschritt jener frühen Bewohner, doch weiß man noch immer weder woher sie kamen, noch warum sie verschwanden. Wer mit dem Mietwagen anreist, sollte unbedingt darauf achten, einen Vierradantrieb zu haben, denn die Anfahrt ist Teil des Abenteuers.
