Coulrophobie - die Angst vor Clowns

Eine der häufigsten Phobien

Ein Clown bringt nicht jedermann zum Lachen. Die pathalogische Angst vor verkleideten Menschen mit grell geschminktem Gesicht ist weit verbreitet.

Er kommt in die Manege gestolpert, in Pluderhosen und riesigen Schuhen, mit Perücke und weißgeschminktem Gesicht. Die Nase ist meist rund und rot, der Mund genauso rot und riesengroß. Er soll uns zum Lachen bringen, der Spaßmacher, der dumme August, der Komiker - und doch gefriert so manchem das Blut in den Adern, wenn er in das grimassenhafte Gesicht eines Clowns blickt.

Coulrophobie ist keine Seltenheit

Die pathalogische Angst vor Clowns, die sogenannte Coulrophobie, ist keine Seltenheit. Immerhin zählt sie zu den zehn der am häufigsten auftretenden Phobien.

In einer Studie der englischen Universität Sheffield wurden Kinder in britischen Krankenhäuser darüber befragt, wie die bevorstehende Neudekorierung einer Kinderstation aussehen sollte. Das Ergebnis war eindeutig: Bitte keine Clowns! Alle der 250 befragten Kinder im Alter von vier bis sechzehn Jahren gaben an, dass sie Clowns nicht mochten oder Angst vor ihnen hätten.

Es sind allerdings nicht nur Kinder, bei denen der Anblick eines Clowns Angstzustände auslöst, auch Erwachsene leiden unter Coulrophobie. Der Schauspieler Johnny Depp, Harry Potter-Star Daniel Radcliffe, Rapper P Diddy - sie alle haben eine tiefsitzende Furcht vor den schrill geschminkten Spaßmachern. P Diddy soll sogar einmal eine 'Keine Clowns'-Klausel in einen Vertrag aufnehmen lassen haben.

Gründe für die Clownphobie

Über die Gründe einer Colourphobie gibt es nur unzureichende wissenschaftliche Erkenntnisse. Coulrophobiker berichten allerdings oft über die gleichen, meist aus der Kindheit stammenden Auslöser ihrer Angst. Zum einen ist es das breite, aufgemalte Grinsen, die undurchdringliche Maske, die ein Erkennen wahrer Gefühle nicht zulässt. Ob ein Clown freundlich gesonnen ist oder ein böses Wesen hinter der Schminke verbirgt, ist schwer auszumachen. Zudem sind Clowns meist laut und aufdringlich, und sie benehmen sich merkwürdig. Dieses Verhalten kann insbesondere sensible Kinder verschüchtern und Angst machen.

Killer-Clowns

Ein weiterer Auslöser der Clownphobie sind die sogenannten Killer-Clowns. Anders als ihre Kollegen vom Zirkus sind diese Clowns nicht dazu da, Menschen durch Tollpatschigkeit und dumme Streiche zu erheitern. Ausgesprochenes Ziel des Killer-Clowns ist es, Angst zu machen, und zwar so richtig.

In den siebziger Jahren ging der horrende Fall des Serienmörders John Wayne Gacy durch die internationale Presse. Der Amerikaner missbrauchte und ermordete mindestens 33 Jungen und junge Männer. Gacy war zwar kein Berufsclown, trat aber oft als 'Pogo der Clown' bei Kindergeburtstagen auf. Die grimassenhafte Fratze eines Clowns musste ihn faszniert haben, denn während er auf seine Hinrichtung wartete, malte er zahlreiche Clown-Bilder.

Die Verbindung zwischen Clown und bestialischem Mörder wurde in den darauf folgenden Jahren immer wieder von Romanschreibern und Filmemachern aufgegriffen und erreichte während der 80er Jahre ihren Höhepunkt. Der wohl bekannteste der fiktiven Killer-Clowns ist der Clown aus dem Horrorfilm 'Es' von Stephen King.

Auch auf Halloween-Veranstaltungen sind Clowns fast immer vertreten. Bei den Halloween Horror Nights des amerikanischen Universal Resorts Orlando ist der Killer-Clown schon seit Jahren Symbolfigur.

Ansatzmöglichkeiten zum Abbau der Angst vor Clowns

Die Organisatoren des Showzam Circus Festivals im englischen Blackpool sind sich der weitverbreiteten Angst vor Clowns bewußt und planen einen Workshop, in dem diese Angst überwunden werden soll.

Die Direktorin, Claire Turner, glaubt, dass es die Schminke ist, die Barrieren aufbaut. Deshalb treffen die Teilnehmer des Workshops den Clown Mooky ,alias Laci Endresz Junior, erst einmal in Zivil, ohne Make-up und ohne Verkleidung. Laci verwandelt sich dann langsam vor den Augen der Leute in Clown Mooky und erklärt ihnen dabei einiges über die Geschichte und das Wesen eines Clowns.

Natürlich gibt es auch viele Menschen, für die der Auftritt eines Clowns der Höhepunkt des Zirkusbesuches ist. Eltern sollten allerdings darauf achten, ob sich ihre Kleinen beim Anblick des Spaßmachers vor Angst in ihre Sitze verkriechen. Denn Angst zu haben, ist alles andere als lustig.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass ein Suite 101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Regine Seely, Regine Seely

Regine Seely - Regine Seely, gebürtige Nordfriesin, lebt und arbeitet als freie Journalistin und Fotografin in England. Themenschwerpunkte: ...

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