
- Criminale 2009 - www.criminale.de
Die Region zwischen Bodensee und Rheinfall ist fünf Tage lang fest in literarisch-krimineller Hand: 265 Kriminalschriftsteller haben sich zur „Criminale“, dem größten Festival deutschsprachiger Kriminalliteratur, angemeldet und bringen ihre aktuellen Bücher mit. Zum ersten Mal wird das Festival des Syndikats, der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur, länderübergreifend abgehalten. Es vereinte sich mit den schweizerischen „Mordstagen“ mit dem Ziel, die Basis für ein künftig regelmäßig stattfindendes, deutsch-schweizerisches Literatur-Festival zu schaffen. Die „Criminale“ ist gewissermaßen die größte Werkschau des deutschsprachigen Kriminalromans und wird seit 1987 jedes Jahr im Frühjahr an einem anderen Ort abgehalten.
120 Krimiveranstaltungen in der Region Singen und Schaffhausen
Fünf Tage lang stehen in 39 Städten und Gemeinden der Region um Singen am Hohentwiel und im benachbarten „Land am Rheinfall“ um Schaffhausen 120 Lesungen und Aktionen auf dem Programm. Die „Mörderischen Schwestern“ werden auf der Insel Reichenau das Geheimnis lüften, wie Frauen literarisch morden. Andere Autoren lesen beim Krimifrühstück oder zur Geisterstunde, bei Krimiwanderungen oder Radtouren, bei Schifffahrten oder in Burgruinen, in Buchhandlungen, Geschäften und Bars, in Museen, Kirchen und Klöstern, im Gefängnis, in der Pathologie oder auf dem Polizeirevier.
Die Krimielf des Syndikats wird von den SyndiCats angefeuert
Kein Ort ist vor den Krimiautoren sicher, unter denen sich zahlreiche Stars der deutschsprachigen Krimiszene befinden wie zum Beispiel Ingrid Noll, Felicitas Mayall, Glauser-Preisträger Bernhard Jaumann, der kürzlich auch den Deutschen Krimi Preis 2009 erhielt, Susanne Mischke, Norbert Horst oder Hansjörg Schneider. Alle werden sie aus ihren aktuellsten Werken lesen, sich befragen lassen, diskutieren und Bücher signieren. Einige der Autoren trifft man am Fußballplatz, wenn der FC Criminale, die Krimielf des Syndikats, gegen die lokale Fußballmannschaft antreten wird. Laut angefeuert von den SyndiCats, der ersten und einzigen Krimiautorinnen-Cheerleader-Gang der Welt.
Tango Criminale und Friedrich-Glauser-Preis
Höhepunkt des Festivals ist neben der Eröffnungsgala der „Tango Criminale”, der am 9. Mai in der Stadthalle Singen stattfinden wird und bei dem die Krimiautoren den Besten ihrer Zunft den Friedrich Glauser-Preis verleihen werden. Benannt wurde die Auszeichnung nach dem bekannten Schweizer Schriftsteller, der mit seinem Wachtmeister Studer bedeutende Impulse für die deutschsprachige Kriminalliteratur gegeben hat.
Theater, Kinos und Ausstellungen sind Teil des Festival-Programms
Neben den Lesungen stehen Hörspiel- und Filmpremieren, Seminare, Vorträge und Veranstaltungen für junge Krimifans auf dem Programm. Die Ausstellung „Die Anatomie des Bösen“ ist bereits seit November im Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen zu sehen. Im städtischen Kunstmuseum Singen wird eine Ausstellung mit grotesken Zeichnungen von Friedrich Dürrenmatt, Paul Flora und Hannes Binder gezeigt.
Zweibändige Criminale-Anthologie „Gefährliche Nachbarn“
Schon Monate vor der Veranstaltung quartierten sich 42 der Criminale-Autoren für einige Tage in den beteiligten Gemeinden ein, um sich zu Kurzkrimis inspirieren zu lassen. Diese werden in der zweibändigen Anthologie „Gefährliche Nachbarn“ veröffentlicht. Die bekanntesten Krimiautoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wie etwa Nessa Altura, Oliver Buslau, Horst Eckert, Jochen Senf, Edith Kneifl, Heinrich Steinfest, Manfred Wieninger, Peter Zeindler, um nur einige zu nennen, erzählen darin spannende und abwechslungsreiche Kurzgeschichten über die dunklen Geheimnisse der sonst so friedvollen Region.
B. Grieshaber, S. Kopitzki (Hrsg.): Gefährliche Nachbarn (D). Gmeiner 2009. Paperback, 323 Seiten. Euro 9,90.
Paul Ott (Hrsg.): Gefährliche Nachbarn (CH). Gmeiner 2009. Paperback, 321 Seiten. Euro 9,90.
