
- Curryblatt, Bäumchen am Zimmerfenster - Gerhard Ott
Auf die Currywurst gehört Curry und Curryreis wird mit Curry gewürzt. Was aber ist eigentlich Curry. Curry (sprich: körri oder karri) ist eigentlich kein eigenständiges Gewürz, sondern eine Mischung. Zumindest in Europa und in Amerika. In Asien ist Curry auch ein Gericht; vergleichbar mit einem Eintopf.
Curry als Gewürzmischung
Die wichtigsten Bestandteile des Currypulvers, das bis zu vierzig verschiedene Gewürze enthalten kann, sind Kurkuma, schwarzer Pfeffer, Chili, Kreuzkümmel, Ingwer, Kardamom, Nelken, Muskat, Zimt, Macis, Bockshornklee, Koriander und Senf. Der Schärfegrad der Gewürzmischung richtet sich nach dem in der Mischung enthaltenen Anteil an Chili, Kreuzkümmel, Muskatnüssen und Zimt. Das fein gemahlene Currypulver kann von goldgelber, gelber, gelbgrüner oder bräunlicher Farbe sein. Es zeichnet sich durch seinen süßlich-scharfen Geschmack und Geruch aus, der durch die unterschiedliche Zusammenstellung der Einzelgewürze variiert. Sehr scharfes Currypulver stammt in erster Linie aus den indischen Staaten Kerala und Madras, weniger scharfe Arten werden in Bengalen hergestellt. Das sogenannte Calcutta-Curry ist die typisch gelborange Mischung mit viel Kurkuma.
Hier drei Gewürzmischungen (für je 100 g) für Curry-Gewürzmischungen
Standard-Curry-Mischung
10,0 Gramm Kurkuma
7,5 Gramm Rosenpaprika
7,5 Gramm Ingwer
7,5 Gramm Zimt
7,5 Gramm Kardamom
12,5 Gramm Schwarzer Pfeffer
30,0 Gramm Koriander
10,0 Gramm Pimentkörner
Feine Curry-Mischung
33,0 Gramm Kardamom
11,5 Gramm Gewürznelken
5,0 Gramm Muskatblätter
3,0 Gramm Muskatnuss
2,5 Gramm Kurkuma
12,0 Gramm Kreuzkümmel
33,0 Gramm Zimt
Scharfe Curry-Mischung
45,0 Gramm Kardamom
11,0 Gramm Gewürznelken
14,0 Gramm Schwarzer Pfeffer
3,0 Gramm Muskatnuss
3,0 Gramm Muskatblüten
10,0 Gramm Zimtpulver
11,0 Gramm Kreuzkümmel
3,0 Gramm scharfe Chilischoten
Alle Zutaten werden – vorzugsweise in einem Steinmörser – fein gemahlen und gut miteinander vermischt. Currypulver hat eine maximale Haltbarkeit von sechs bis neun Monaten. Besser noch vermischt man das Pulver mit Erdnuss- oder Rapsöl. Die Paste kann im Kühlschrank aufbewahren.
Mit Curry würzt man Reisgerichte, Fleischragouts, Soßen für Fisch, Eier und Geflügel, Leber, Bananen und Ananas. Als Gewürzmischung sollte Curry stets allein verwendet oder mit einem im Curry enthaltenen Gewürz betont werden. Außerdem passt Curry zu Zwiebeln, Knoblauch, Weißwein, Orangensaft, ebenso auch zu Äpfeln. Teelöffelweise wird die Mischung am besten zuerst in Öl geschmort, da sich so das Aroma optimal entfaltet.
Curryblätter vom Baum
In Südasien gibt es einen Strauch auf dem Curry wächst. Die Pflanze wird in Indien und Sri Lanka „Curry leaf tree“ (Curry-Blatt-Baum) genannt, der Botaniker nennt sie Murraya koenigii (auch Bergera oder Chalca). Die Blätter schmecken aber nicht typisch nach Curry, sondern eher leicht bitter wie Lorbeerblätter. Der Strauch aus der Familie der Rautengewächse (Rutaceae) wird in seiner Heimat in Sri Lanka und Indien wegen seiner aromatischen Blätter gepflanzt. Sie werden in der Volksmedizin als Magen-und Kräftigungsmittel Verwendung. In Europa sind die Blätter nur in Spezialitätengeschäften oder gefriergetrocknet zu bekommen oder man kultiviert seinen Curry-Strauch am Zimmerfenster.
Nahe verwandt mit Murraya koenigii die auch in Südostasien heimische Pflanze Murraya paniculata auch Rosenjasmin genannt.Er hat glatte, am Rand gezahnte Blätter und duftende, weiße Blüten und wird in den Tropen als Zierstrauch und zur Anlage von Hecken gezogen, in Europa auch als Zimmerpflanze oder im Wintergarten. Seine Blätter sind jedoch nicht als Gewürz geeignet.
Die asiatischen Curry-Gerichte ähneln unseren Eintöpfen. Sie können Gemüse, Fisch und Fleisch enthalten, oft Kokosmilch und eben auch Blätter vom „Curry leaf tree“. Hier ein Rezeptbeispiel für vier Personen:
Fischcurry mit Auberginen und Curry Leaves
Vier Esslöffel Erdnussöl werden erhitzt und zehn in Ringe geschnittene Schalotten mit zwei zerdrückten Knoblauchzehen und zwei Scheiben frischem Ingwer angebraten. Dazu kommen ein bis zwei Teelöffel einer der oben genannten Curry-Gewürzmischungen und eine Handvoll Curry-Blätter. Ein halber Liter Kokosmilch, ein viertel Liter Brühe zugießen und zwei Esslöffel Tamarindenmark einrühren und aufkochen. Mundgerecht geschnittene Stücke von drei Auberginen werden zugegeben und bei verminderter Hitze angegart. Etwa ein Pfund mundgerecht geschnittene Stücke von Fischfilet (beispielsweise Makrele oder Seelachs) werden zuguterletzt darin gegart. Das Gericht wird sofort heiß serviert und stilgerecht aus einer Schale gelöffelt. Dazu kann man Reis reichen.
