
- Cistus incanus - Dr. Pandalis
Langjährige Forschungen am Friedrich-Löffler-Institut in Tübingen sowie von Virologen der Universität Münster zeigen, dass der pflanzliche Extrakt einer speziellen Zistrosen-Art (Cistus incanus) in der Lage ist, Viren physikalisch am Eindringen in die Schleimhautzellen der oberen Atemwege zu hindern. Das bedeutet, dass man sich damit vor Viren und einer Infektion schützen kann und entspricht einer Virus-Blockade. Auch in klinischen Studien senkt diese Pflanze signifikant die Infektionsrate sowie die Häufigkeit von Atemwegs-Erkrankungen und ihren Beschwerden.
Die Cistus-Pflanze biologisch betrachtet
Cistus incanus – auch graubehaarte Zistrose genannt – ist ein bis zu einem Meter hoher Strauch, der aromatisch duftet. Die Pflanze wächst hauptsächlich auf magnesiumreichen Böden Südeuropas. Allerdings unterscheiden sich die Cistus incanus Pflanzen in ihrer Struktur je nach Standort ganz erheblich voneinander. So kommt es, dass die Pflanze nur in einigen Gebieten Griechenlands als Medizin verwendet wurde – das aber bereits im 4. Jahrhundert vor Christus. Der Grieche Dr. Georgios Pandalis wusste von seiner Großmutter, dass sie den Sud der Cistuspflanze bei ihrer Arbeit verwendete. Sie war Hebamme und strich damit die Wöchnerinnen vor der Geburt im Schambereich ein, um eine Infektion bei Frau und Kind zu verhindern. Pandalis erforschte die Wirkungen der Pflanze, die auch noch wegen ihrer Wirkung gegen Bakterien, Pilze und Viren eingesetzt wird. Er fand heraus, dass die Polyphenole des Pflanzenextrakts die Wirkung erzielten und züchtete eine besonders polyphenolreiche Varietät, die Cistus incanus Pandalis, auch Cystus 052 genannt.
Cistus - Pflanzenextrakt blockiert die Aufnahme von Viren und Bakterien
Grippale Infekte und andere virale Erkrankungen haben eine Gemeinsamkeit: Werden die Bakterien und Viren rechtzeitig blockiert, können sich die Erreger nicht ausbreiten und die Krankheit bricht erst gar nicht aus. Dieses kleine Wunder vollbringt nach Studien der Extrakt dieser speziellen Zistrose, die als Gurgellösung oder Halspastille virale Infektionen verhindert. Resistenzen der Erreger können dabei nicht auftreten, denn die Wirkung ist physikalisch: Der Extrakt blockiert den Rezeptor der Zelle. „Wir haben nachgewiesen, dass Cystus 052 eine antivirale Wirkung auf Viren der verschiedensten Subtypen hat. Es ist daher davon auszugehen, dass das Präparat durch seine Wirkweise gegen alle Subtypen hilft“, betont Professor Dr. rer. nat. Stephan Ludwig, Leiter des Instituts für Molekulare Virologie an der Universität Münster. Getestet wurden insbesondere verschiedene Virenarten der als gefährlich geltenden Vogelgrippe.
Schneller als die Impfung und eine höhere Wirkbandbreite
„Es gibt derzeit zwei Möglichkeiten, sich vor einer Virusgrippe wie der Schweinegrippe, zu schützen: Eine Impfung und die Einnahme von antiviralen Medikamenten“, erklärt Professor Dr. Oliver Planz von der Universität Tübingen. Der Nachteile der Impfung: Es dauert eine Weile, bis ein wirksamer Impfstoff verfügbar ist und die Viren verändern sich ständig, so dass jedes Jahr geimpft werden muss. Genau darin sieht der Biologe die Bedeutung einer Pflanze, die antivirale Eigenschaften hat. „Mit ihnen kann eine Infektion blockiert werden, bevor das Immunsystem eingreifen muss. Und weil sie keine Nebenwirkungen haben, können sie auch prophylaktisch gegen Infektionen eingesetzt werden.“
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
Studien:
Ehrhardt C, Hrincius ER, Korte V, Mazur I, Droebner K, Poetter A, Dreschers S, Schmolke M, Planz O, Ludwig S: A polyphenol rich plant extract, CYSTUS052, exerts anti influenza virus activity in cell culture without toxic side effects or the tendency to induce viral resistance. Antiviral Res. 2007 Oct;76(1):38-47.
Droebner K, Ehrhardt C, Poetter A, Ludwig S, Planz O: CYSTUS052, a polyphenol-rich plant extract, exerts anti-influenza virus activity in mice. Antiviral Res. 2007 Oct;76(1):1-10.
Quellen:
Brigitte van Hattem im Gespräch mit Prof. Dr. Oliver Planz im März 2011
