Die "hyggeligen“ Dänen – gerade zur Weihnachtszeit könnte es wohl keine bessere Beschreibung für unsere nächsten nordischen Nachbarn geben, als die der „gemütlichen“ Dänen. Und auch die skandinavische Kulisse des kleinen Landes könnte nicht passender sein. Es gibt gerade zur Weihnachtszeit in Dänemark kaum etwas, das nicht geschmack- und stimmungsvoll ist.

Weihnachten in Dänemark ist besonders. Es geht dabei fröhlich und ausgelassen zu. Die Städte sind fast ausnahmslos fantasievoll geschmückt und die rot/weiße Farbe der dänischen Flagge, der Dannebrog, passt genau zu dem traditionellen Weihnachtsschmuck.

Die dänischen Weihnachtstraditionen sind liebevoll und verzaubern

Neben dem Julekalender, der aus 24 kleinen Geschenken besteht, wird in Dänemark die Kalenderlys, eine Adventskerze, angezündet. Diese Kerze hat 24 Striche und jeden Tag darf die Kerze nur bis zum nächsten Strich abgebrannt werden.

Der Luciedag wird am 13. Dezember gefeiert. Eine Gruppe Kinder zieht durch die Straßen, Altersheime oder Schulen und singt das Lied von Santa Lucia. Die Kinder sind ganz in Weiß angezogen und vorne weg schreitet würdevoll die Lucia Braut, die auf dem Kopf einen Kranz mit brennenden Kerzen trägt.

Weihnachtliche Leckereien

Das beliebteste Wintergetränk ist der Gløgg,ein skandinavischer Glühwein, der aus Rotwein, Aquavit oder Wodka besteht und mit Kardamom, Zimt, Ingwer und Nelken gewürzt wird. Dazu gibt es Rosinen und Mandeln. Genascht werden am liebsten die Lussekatter, die süßen Hefebrötchen mit Safran oder die schmackhaften Pfefferkuchen.

Es gibt kaum eine Weihnachtsfeier, bei dem nicht das Julefrokost serviert wird. Und der Sild, der Hering, eingelegt in Curry-, Dill- oder Tomatensauce, darf auf keinen Fall auf dem kalten Buffet des Weihnachtsfrühstückes fehlen. Eine beliebte süße Leckerei sind die Aebleskiver, die kleinen Krapfen, die in einer speziellen Pfanne gebraten werden müssen und die man mit Puderzucker bestreut und Marmelade genießt.

Am Vorabend des Heiligen Abends, trifft man sich mit Freunden und Nachbarn zum Lillejulaften. An diesem kleinen Weihnachtsabend werden auch die Weihnachtsbäume geschmückt. Dekoriert wird mit schlichten Strohsternen, klassischen Holzfiguren und roten Herzen. Der Julbock, ein aus Stroh gefertigter Ziegenbock, der die Familie vor den bösen Geistern schützen soll, gehört einfach dazu.

Beim eigentlichen Weihnachtsessen geht es bei den Dänen deftig zu. Der traditionelle Schweinebraten nach altem Rezept, ist sehr beliebt und wird mit Gemüse oder karamellisierten Kartoffeln serviert. Dazu gibt es das süße, schwere Julebryg, das Weihnachts- Gebräu. Und das gibt es nur zur Weihnachtszeit und nur dann schmeckt es auch am besten.

Ganz besonders bei den Kindern ist der Ris à l’amande, der weihnachtliche Reispudding beliebt. In dem Milchreis, der mit reichlich Sahne und süßen Kirschen angereichert wird, steckt nur eine einzige Mandel. Und wer die auf seinem Löffel findet, der bekommt zum Fest ein extra Geschenk. Der Julemand, der dänische Weihnachtsmann, beschert Kinder und Erwachsene erst nach dem Essen.

Der Nisse-Brauch

Eine liebenswerte Tradition, gerade im ländlichen Dänemark ist diese: Eine Schale mit Reispudding, wird auf Dachböden oder in Scheunen für die Nissen, die kleinen Kobolde und guten Geister der Dänen aufgestellt. Denn der Nisse soll das Grundstück und ganz besonders die Haustiere beschützen. Wird der Nisse nicht freundlich behandelt, ärgert er die Bewohner oder sucht sich eine andere Famlie.

Wo gibt es die schönsten Weihnachtsmärkte?

  • "Jul i Tivoli" im Kopenhagener Tivoli: Bis zum Jahresende gibt es im Vergnügungspark Tivoli einen wirklich sehenswerten Weihnachtsmarkt. Der Park erstrahlt im hellsten Lichterglanz und hat für jeden Besucher Überraschendes zu entdecken. Das Highlight dieses Weihnachtsmarktes ist die neue Nisse-Landschaft. Über 100 Nisse, die dänischen Kobolde des Tivoli, bewohnen das neue Dorf Nissekøbing. Dort tun die kleinen liebenswerten Kerle all das, was man als Nisse so macht zu Weihnachten, wie Schlittschuh laufen oder Plätzchen backen.
  • "Julemarked“ in der Hamletstadt Helsingør: Die dänische "Hamletstadt“ Helsingør verzaubert noch bis zum 22. Dezember vor historischer Kulisse. Das Herz des Weihnachtsmarktes ist der Marktplatz Axeltorv, wunderschön eingerahmt von alten Häusern und mittelalterlicher Atmosphäre. Die geschmackvolle, original dänische Weihnachtsdekoration, der Jule-Schmuck, machen es schwer zu widerstehen.
  • "Den Gamle By" in Århus: Bis Ende des Jahres verzaubert "Den Gamle By" die Besucher im Freilichtmuseum von Århus. Die schönen Buden bescheren wahre Weihnachtsgefühle. Und ein besonderes Highlight ist der Schein der alten Gaslaternen, der Kinder- und Erwachsenenaugen erleuchten lässt. Ganz nebenbei erzählt die Weihnachtsausstellung: 300 Jahre dänische Weihnachten, wie man zu Hans Christian Andersens Zeiten das Fest feierte.
  • "Julebyen“ Tønder: Tønder ist eine der beliebtesten Weihnachtsstädtchen in Dänemark. Bis Weihnachten bezaubert die mehr als 750 Jahre alte Kleinstadt mit den urigen Gässchen und den aufwendig verzierten Giebelhäusern, vor denen hübsche Hütten einladen, die typischen dänischen weihnachtlichen Spezialitäten zu probieren. Ein Muss ist die "Alte Apotheke", erbaut 1671. In dem ehrwürdigen Haus gibt es alles, was weihnachtlich ist. Sogar einen Weihnachtsmann, der seinen Dienst im Postamt tut und Weihnachtspost mit einem ganz besonderen, weihnachtlichen Stempel versieht.