Dalai Lama empfängt Abenteurer im Wasserwerfer

Mario Goldstein blickt vom Dach seines Wasserwerfers auf die skurilen Tufftürme im
Mario Goldstein blickt vom Dach seines Wasserwerfers auf die skurilen Tufftürme im "Death Valley" in Anatolien/Türkei. - Foto: Goldstein/pivat
Fünf Minuten Audienz beim Dalai Lama bekam der Vogtländer Mario Goldstein. Diesen Sonntag, 6. November, kehrt der Abenteurer von seiner großen Reise heim.

Seit 4. Juli ist der Oelsnitzer (Sachsen) mit dem so genannten "WAWE" - einem zur rollenden Wohnung umgebauten Wasserwerfer - in Begleitung seines Bruders René unterwegs. Sein großes Ziel: Ein Besuch beim Dalai Lama in Indien. Schon im Vorfeld der mehrmonatigen Reise hat Goldstein die Werbetrommel gerührt und seine Landsleute aus dem Vogtland zu Eintragungen in so genannte Friedensbücher animiert. Mehrere Bücher mit guten Wünschen, Hoffnungen und Grüßen hat nun Mario Goldstein am 4. Oktober dem Dalai Lama übergeben. "Immer noch ist es unfassbar, dass gerade er uns die Ehre erwies und empfangen hat", sagt Goldstein. Diesen Sonntag wird der Globetrotter zurück erwartet. Mit dem Wasserwerfer werden die Goldstein-Brüder im vogtländischen Plauen eintreffen. Mit Familie, Freunden und Fans wird es eine große Wiedersehensfeier geben.

Der Weg ist das Ziel

Viel hat Mario Goldstein in den vier Monaten erlebt und zu erzählen. "Noh etwa 1.000 Kilometer trennen uns vom Exilsitz des 14. Dalai Lama", schrieb Goldstein in sein Internet-Tagebuch noch vor einigen Wochen. Von Anfang an galt für Goldstein die Devise: Der Weg ist der Ziel. Deshalb ließen sich die Goldstein-Brüder auch alle Zeit der Welt, als sie Griechenland, die Türkei, den Iran und Pakistan passierten. Eine Menge interessante Menschen und Ereignisse ließ die beiden unterwegs für einige Tage an manchen Orten verweilen. Und immer, wann möglich, hielt Goldstein die Kamera auf das Erlebte.

Polizei-Eskorte für Wasserwerfer

In Pakistan zum Beispiel waren die Goldstein-Brüder und ihr Aufsehen erregendes Gefährt ständig von Polizei-Eskorte umgeben. Pakistan sei ein total militarisiertes Land. Alle 30 Meter treffe man auf eine Polizeistreife. Die Uniformierten halten die Kalaschnikov stets im Anschlag. So seltsam das bis an die Zähne bewaffnete Land auch anmute, sicher fühle man sich als Ausländer in einem von Taliban geprägten Land, gesteht der 41-jährige Goldstein ein. Der Preis dafür ist hoch. Frei bewegen ohne Polizeistaat konnten sich die Brüder fast nicht, das Essen war kärglich, denn das gab's nur aus der Konserve.

Mutiger Sprung in den Kanal von Korinth

Als "Straße der Hölle" bezeichnet der "WAWE"-Fahrer die Strecke von der iranischen Grenze bis Quetta und die folgende bis Sukkur. Mit nicht mehr als 10, 20 Stundenkilometern zuckelten die Brüder ins pakistanische Land hinein - und brauchten für 650 Kilometer sage und schreibe 17 Stunden. Von teils abgefahrenen Erlebnissen weiß Mario Goldstein vom Transit durch Griechenland zu berichten. Eine Ballonfahrt und Bungee Jumping in den Kanal von Korinth in 80 Meter Tiefe sind nur zwei davon. Meditiert haben die Brüder an den Meteora-Klöstern in Griechenland, und zwischen den Olivenhainen trafen beide die Aussteigerin Gabriela aus Spremberg. Einige Tage begleiteten die Brüder die Frau in ihrem Alltag, die seit acht Jahren in Griechenland lebt.

Freundliche Leute im Iran

"In jedem Land gab es bisher schöne Eindrücke. Im Iran zum Beispiel haben wir nur freundliche Menschen getroffen. Dafür war es dort heikel, Fotos zu machen und zu drehen", erzählt Goldstein. In Pakistan wollte er später noch einen Professor aus Osnabrück treffen und mit diesem einige Filmsequenzen drehen.

Nach der Audienz beim Dalai Lama traten die beiden Abenteurer den Rückweg an. Immer dabei, sozusagen als lebendes Maskottchen, war Hund Sunny.

Infos: dailailama-tour.de

C. Henze, Foto: privat

Cornelia Henze - Beruf: Journalistin Redakteurin bei Tageszeitung Interessen: Reisen, alles, was mit Italien zu tun hat (Städte, ...

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