Dallas: Die Serie der 80er Jahre

Die Mutter aller Seifenopern feiert ihren Geburtstag

"Dallas"-Icon - Illustration: Friederike Rave
Das Dallas-Erfolgsrezept: cliffhanger in Serie, einen Fiesling als Publikumsliebling und alltägliche Probleme einer Millionärsfamilie

Happy birthday, "Dallas"! 30 Jahre ist es jetzt her, als am 2. April 1978 die erste Episode über die amerikanischen Bildschirme flimmerte.

Vorerst nur als Miniserie geplant, sollte sie dann 14 Staffeln oder 356 Folgen lang laufen und noch drei Fernsehfilme hervorbringen, bevor dann endgültig Schluss war.

Tägliche Seifenopern gab es schon davor, aber Dallas war die erste Seifenoper, die zur Hauptsendezeit lief und dieses Format in den 1980er Jahren populär machte. Der Erfolg dieser Serial kam nicht von ungefähr, bedienten sich deren Erfinder doch uralter oder neu etablierter Erfolgsrezepte.

"Dallas" übernimmt Erzählmotive aus Kain und Abel sowie Romeo und Julia

Die Grundkonflikte der Serie Dallas werden bereits in der ersten Staffel etabliert und entstammen dabei uralten, aber niemals aus der Mode kommenden Erzähltraditionen. Der ewige Bruderzwist zwischen dem intriganten Bösewicht J.R. Ewing und seinem herzensguten Bruder Bobby fußt auf den biblischen Bruderkampf von Kain und Abel.

Bei Pam und Bobbys Liebesgeschichte und der ewigen Familienfehde zwischen dem Ewing- und dem Barnes-Clan stand William Shakespeares "Romeo und Julia" Pate.

Eigene, immer wiederkehrende Konfliktstoffe der Serie Dallas sind die immer wieder auf- und abgehende Beziehung zwischen J.R. und Sue Ellen oder Sue Ellens Alkoholsucht.

"Dallas": Eine (fast) ganz normale Familie mit alltäglichen Problemen

Alle Ewings waren Millionäre und lebten in einer Welt, die in der Regel mit der Alltagsrealität der meisten Zuschauer nichts zu tun hatte. Jedoch auf der emotionalen Ebene konnten sich die Zuschauer mit den verschiedenen Mitgliedern der Familie identifizieren, blieben doch auch sie nicht von den allgemein menschlichen Problemen verschont. Es gab jede Menge familiäre Probleme: Gestörte Vater-Sohn Beziehungen (Jock und seine Söhne), Eifersüchteleien unter Brüdern (Ewing Brüder) und ungewollte Kinderlosigkeit (Pams Unfruchtbarkeit). Dazu gesellen sich noch Krankheiten (wie Miss Ellies Brustkrebs) oder Probleme mit Drogen (Sue Ellens Alkoholsucht).

J.R. der Publikumsliebling und Bösewicht in "Dallas"

Überraschenderweise schalteten die meisten Zuschauer hauptsächlich wegen eines Charakters ein: J.R. Ewing. Er war das genaue Gegenteil von einem strahlenden Helden, ein Bösewicht, den das Publikum zu hassen liebte. Keiner sponn mehr Intrigen und lachte dabei so gemein wie J.R. es tat. Es verging kaum eine Episode von Dallas,in der er nicht gegen mindestens eines der Familienmitglieder integrierte. Mit Hilfe von Callgirls, Detektiven und ihm loyalen Polizisten bekam er fast immer seine Gegner dazu, sich letztendlich seinem Willen zu beugen.

"Dallas": Fortsetzung folgt und der cliffhanger

Vor "Dallas" bestanden die abendlichen Serien aus in sich abgeschlossenen Episoden, die weil sie nicht aufeinander aufbauten, in beliebiger Reihenfolge geguckt werden konnten. "Dallas" funktionierte in der 1. Staffel zunächst noch nach diesem Prinzip. Ab der 2. Staffel begann man die folgenübergreifenden Handlungsstränge einzuführen.

Um den Zuschauer zum Wiedereinschalten zu bewegen, wurde hier erstmals der "cliffhanger" zum Ende einer Episode eingeführt. "Cliffhanger" endeten in der Regel mit einer überraschenden Wendung oder an einem besonders dramatischen Punkt der Handlung.

Staffelfinale von "Dallas": Wer schoss auf J.R.?

Der cliffhanger zum Ende einer Serienstaffel setzte in puncto Dramatik noch eins drauf. Der einfache Grund dafür war, dass man dem Zuschauer ein Ereignis bieten musste, das ihm möglichst lange im Gedächtnis haften blieb, damit er nach der Sommerpause garantiert wieder zur neuen Serienstaffel zurückkehren würde.

Zum Ende der dritten Staffel wurde J.R. von einem Unbekannten erschossen und fast alle "Dallas"-Bewohner hatten Motive für eine solche Tat. Erst in der 4. Folge der 4. Staffel wurde die Identität des Täters gelüftet.

Mit einer Einschaltquote von 53,3 Prozent der Haushalte und einem Marktanteil von 76 Prozent stellte "Dallas" am 21. November 1980 einen neuen Zuschauerrekord auf, der erst 1983 mit dem Finale der Serie "M.A.S.H." überboten wurde.

Am 30. Juni 2011 wird es schließlich wieder etwas zu feiern geben: Dann nämlich jährt sich zum 30. Mal der Termin der Erstausstrahlung von "Dallas" in der ARD.

Harald von Treuenfels, Fotograf: Horst Werner

Harald von Treuenfels - Mitte der 1990er Jahre entdeckte ich meine Leidenschaft zum Film, die mit einem wöchentlichen Besuch im Kino kultiviert wurde. Damals ...

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