Der amtierende NBA-Champion startet mit drei Niederlagen in die verkürzte NBA-Saison 2011/2012. Die neu formierten Dallas Mavericks (0-3) mit Superstar Dirk Nowitzki zeigten sich gegen die Oklahoma Thunder (4-0) – immerhin einer der Titelfavoriten in dieser Spielzeit – im Vergleich zu den ersten beiden Pleiten stark verbessert, hielten lange Zeit gut dagegen und unterlagen am Ende äußerst unglücklich mit 102:104.
Dallas Mavericks auf Augenhöhe mit den Oklahoma City Thunder
Die Mavericks starteten gut in die Partie und lagen schnell mit 11:2 vorne. Die Hausherren hingegen verursachten schon früh sechs Ballverluste (am Ende standen bei den Thunder 26 Turnover zu Buche). Gegen Ende des ersten Viertels drehten Kevin Durant (18 Punkte in der ersten Hälfte), aber auch der zuletzt schwache Russell Westbrook auf und verkürzten auf 28:29. Zur Halbzeit stand es 56:52 für die Thunder, die spielerisch überlegen waren, sich aber aufgrund der vielen Ballverluste und wenigen Offensiv-Rebounds nicht absetzen konnten. Im dritten Viertel leisteten sich die Thunder erneut mehrere Ballverluste. Die Mavs zogen daraus Profit und gingen mit einem 12:2-Lauf Mitte des Viertels wieder in Führung. In der zweiten Halbzeit präsentierte sich der NBA-Champion als Mannschaft und wirkte deutlich homogener als in den ersten beiden Partien gegen die Miami Heat (3-0) und die Denver Nuggets (2-1). Doch die Hausherren konterten erneut und beendeten das dritte Viertel mit einem 13:3-Lauf zum 78:76.
Dallas Mavericks verlieren in letzter Sekunde durch Kevin Durants Buzzer Beater
Auch ins Schlussviertel starteten die Thunder stark und setzten sich durch Serge Ibakas Slam Dunk bis auf 86:78 ab. Den Mavs drohte zum dritten Mal in Folge ein Debakel. Doch Nowitzki und die von der Bank gekommenen Jason Terry und Vince Carter gestalteten die Partie wieder offen. Terrys Dreier zwei Minuten vor Schluss bedeutete den Anschluss zum 89:91. In der packenden Schlussminute ging es dann hin und her. Westbrook spielte besonders auffällig in der Crunch Time, dennoch gelang Nowitzki per Dreier der Ausgleich. Durant und Westbrook erzielten fünf Punkte in Folge, danach versenkte Terry erneut einen Dreier. Ibaka vergab danach zwei Mal von der Freiwurflinie und die Mavs bekamen eine letzte Chance zum Sieg. Die Thunder ließen Carter durch die Doppeldeckung gegen Nowitzki völlig offen. Der Deutsche bediente den Neuzugang und dieser traf 1,4 Sekunden vor Schluss per Dreier zum 102:101. Das schien die Entscheidung zugunsten der Mavericks zu sein. Aber es kam leider anders. Westbrook bediente Durant per Einwurf und dieser zog aus unorthodoxer Position jenseits der Dreierlinie ab und versenkte den Buzzer Beater tatsächlich zum 104:102 für die Thunder. Ein Wahnsinnswurf, der den Thunder bereits den vierten Sieg und den Mavericks die dritte Niederlage bescherte.
Fehlstart der Dallas Mavericks erinnert an Saison 2006/2007
Trotz der Pleite zeigten sich die Spieler wie auch Coach Rick Carlisle zuversichtlich. Das dritte Spiel war eine deutliche Verbesserung in allen Bereichen. Aufgrund des Lockouts, den vielen Neuzugängen und der kurzen Vorbereitungszeit auf die gestraffte Saison 2011/2012 musste man mit diesem Fehlstart rechnen. Und obwohl die ersten beiden Spiele katastrophal waren und die Mavs der erste NBA-Champion seit den Boston Celtics (0-3) vor 42 Jahren sind, die mit 0-3 starten, gibt es keinen Grund zur Panik. Im Gegenteil. Erinnerungen werden wach an den verpatzten Saisonstart 2006/2007 – damals verlor man die ersten vier Spiele, beendete die Saison jedoch mit 67-15 - Vereinsrekord. Zudem hinterließ Nowitzki (29 Punkte, zehn Rebounds) gegen die Thunder einen starken Eindruck, die Neuzugänge Delonte West (15 Punkte) und Carter scheinen auch allmählich in Dallas angekommen zu sein. Die Automatismen beginnen langsam zu greifen. Lediglich Lamar Odom (2 von 11 gegen Oklahoma, insgesamt 18 Prozent Trefferquote aus dem Feld bisher) ist noch ein Totalausfall, sollte sich aber auf jeden Fall steigern können. Die nächste Gelegenheit auf den ersten Sieg der Saison haben die Mavs am Freitag, den 30. Dezember 2011, im Heimspiel gegen die Toronto Raptors (1-1), die auf dem Papier der erste leichte Gegner der noch jungen Saison sind.
