Damentennis – Julia Görges im Portrait

Julia Görges ist die neue Hoffnung im deutschen Damentennis. Seit ihrem ersten Turniersieg auf der WTA-Tour ist sie schon Deutschlands Nummer zwei.

Julia Görges ist die neue Hoffnung im deutschen Damentennis. Die 21-Jährige gewann erstmals ein Turnier auf der WTA-Tour und zog damit in die Top 50 der Welt ein. Die talentierte Bad Oldesloerin will nun den nächsten Schritt gehen und peilt die Top 20 an. Zudem besitzt Görges das Potenzial die beste deutsche Tennisspielerin zu werden.

Seit dem Rückzug von Steffi Graf und Anke Huber aus dem deutschen Damentennis ist es in der Spitze dünn geworden. Keine weitere Spielerin schaffte den Sprung in die absolute Weltspitze. Dabei besitzt Deutschland eine gute Basis, um in den nächsten Jahren wieder eine bessere Rolle zu spielen.

Anna-Lena Grönefeld und Sabine Lisicki besitzen durchaus das Potenzial, um die Top 20 anzugreifen. Doch die beiden Spielerinnen wurden durch Verletzungen in der Vergangenheit immer wieder zurück geworfen. In ihrem Schatten kämpften sich Andrea Petkovic und Angelique Kerber durch teils starkes Tennis in die Top 50. Mit Julia Görges befindet sich nun eine weitere Spielerin auf dem Vormarsch.

Julia Görges wird Profispielerin

Vielleicht sogar die Talentierteste des Quintetts. Seit 2005 ist die damalige norddeutsche Meisterin Profispielerin und wird in der WTA-Weltrangliste geführt. Nach einigen Jahren, die sie benötigte, um sich zurecht zu finden, sorgte sie 2007 für das erste Ausrufezeichen. Am 4. August 2007 erreichte sie zum ersten Mal ein Halbfinale auf der Tour, das sie in Stockholm jedoch verlor. Durch den Erfolg durfte sie erstmals an einem Grand Slam teilnehmen. Bei den US Open musste sie sich jedoch in Runde zwei der damaligen Weltranglistenersten Justine Henin (0:6, 3:6) geschlagen geben. Zudem gelangen die ITF-Turniersiege drei und vier.

2008 stand sie erstmals im Aufgebot des Fed Cups. Gegen Lindsay Davenport hatte sie jedoch keine Chance und verlor glatt in zwei Sätzen. Im selben Jahr erreichte sie zwei Halbfinals von unterklassigen Turnieren sowie die zweite Runde von Wimbledon.

Die ersten Erfolge als Profi

Es folgte ein eher mäßiges Jahr 2009, in dem Görges aber immerhin ihren ersten Sieg bei einem ITF 100.000-Dollar-Turnier feiern durfte. Zudem nahm sie an allen vier Grand Slam-Turnieren teil, schied aber jeweils schon im Auftaktmatch aus. Ihren größten Erfolg feierte sie im Doppel an der Seite von Vladimíra Uhlírová (Tschechien). In Portoroz holte das Duo den Sieg, der erste Doppelerfolg für Görges auf der WTA-Tour.

Der Erfolg gab ihr neuen Auftrieb. Nachdem die 21-Jährige in Palermo bis ins Halbfinale vorgedrungen war, kämpfte sie sich in Bad Gastein bis ins Endspiel. Dort ließ sie der Schweizerin Timea Bacsinszky keine Chance und feierte mit einem Zweisatz-Sieg den ersten Einzeltitel der WTA. Durch den Triumph kletterte sie erstmals in die Top 50.

Görges will Nummer eins werden

Als Weltranglisten-42. ist sie hinter Andrea Petkovic zweitbeste deutsche Tennisspielerin. Bei den Australien Open und den French Open hatte sie jeweils die zweite Runde erreicht. Die 1,80 Meter große Rechtshänderin will nun weiter angreifen. Mit 21 Jahren steht sie erst noch vor ihrer Karriere.

Wenn sie in den nächsten Monaten von Verletzungen verschont bleibt, dürften sich ihre Ziele erfüllen. Sie befindet sich kurz davor beste deutsche Spielerin zu werden. Dann gilt es, auch die Weltspitze zu attackieren und sich zumindest in den Top 20 zu etablieren.

Das Potenzial dafür besitzt sie und dem deutschen Tennis täte eine Vorzeigeathletin gut. Auch neben dem Platz, denn die hübsche Spielerin könnte sich auch abseits des Courts gut vermarkten (lassen). In ihrem Schatten dürften sich auch Lisicki, Grönefeld, Petkovic, Kerber und eine Reihe weiterer Talente weiterentwickeln.

Andre Gierke, Andre Gierke

Andre Gierke - Ich arbeite seit einiger Zeit nebenberuflich als Freier Journalist für diverse Sport-Publikationen und betreibe im Internet meine ...

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