
- Sternstunde: Danedream siegt im Arc 2011. - Frank Sorge
Der 2. Oktober 2011 wird mit Sicherheit in die Geschichte des deutschen Galopprennsports eingehen. Denn mit Danedream (Lomitas-Danedrop) siegte im Prix de l´Arc de Triomphe in Paris zum zweiten Mal nach Star Appeal 1975 ein deutsches Pferd im wichtigsten Rennen der Welt. Die dreijährige Lomitas-Tochter aus dem Besitz des Gestüt Burg Ebersteins und des Japaners Teruyida Yoshida, die von Peter Schiergen in Köln vorbereitet wird, ist dabei die erste Stute hierzulande, der dieses Kunststück gelang.
Danedream blieb zweijährig ohne Sieg
Das der wichtigste Sieg für die deutsche Vollblutzucht der letzten 20 Jahre einmal möglich sein würde, davon konnte man am Anfang der Rennkarriere der Stute wirklich nicht ausgehen. In ihrer ersten Saison blieb sie bei vier Starts sieglos. Allerdings lief sie auch nur in anspruchsvollen Aufgaben. So debütierte sie im Kölner Oppenheim-Rennen bereits auf Listenebene. Als Dritte zeigte sie hinter Acadius, dem später am höchsten eingeschätzten Zweijährigen des Landes, eine sehr gute Leistung, an die die Lomitas-Tochter bei einem Gastspiel in französischen Seebad Deauville als wiederum Dritte gleich anknüpfte.
Danedream lief im Prix Marcel Boussac 2010
Wie hoch ihr Betreuer Peter Schiergen die Stute einschätzen musste, zeigte sich bei der Wahl des dritten Starts. Beim Arc-Meeting 2010 traf sie im Rahmenprogramm im Prix Marcel Boussac (Gr.1, 1.600m) auf die besten Stuten Europas. Zählbares sprang mit einem sechsten Platz dabei noch nicht heraus. Zwei Wochen später zeigte Danedream dann das die vorherigen Leistungen keine Ausrutscher nach oben gewesen waren. Im Preis der Winterkönigin (Gr. 3, 1.600m) in Baden-Baden musste sie nur Djumama und Aigrette Garzette vor sich dulden, blieb aber vor der späteren klassischen Siegerin Lips Poison.
2011 zeigt Danedream ihr wahres Können
Ihr wirkliches Können zeigte die neue Nummer Eins hierzulande aber erst als Dreijährige. Die Saison 2011 begann sie mit einem vierten Platz auf Listenebene in Mailand. Italien sollte dann auch bei den nächsten Starts erst einmal das Tätigkeitsfeld bleiben.
Dabei gelang zuerst ein dritter Platz im Derby des Stiefellandes, ehe mit dem Sieg in den Oaks d´Italia der Maidensieg nicht nur auf Gruppe-2-Niveau, sondern sogar noch in einem Klassiker gelingen sollte. Beide Mal ging es in Rom über 2.200m.
Siegerin im Großen Preis von Berlin
Es folgte die in der Nachbetrachtung schwächste Leistung der ganzen Saison im Prix Malleret auf Gruppe-2-Ebene. Über 2.400m endete die Burg Ebensteinerin als Fünfte aber auch nicht mehr als eine Länge hinter der Siegerin. Dennoch schickte Schiergen die Stute anschließend in eine noch schwerere Aufgabe. Im Großen Preis von Berlin (Gr. 1, 2.400m) in Hoppegarten zeigte Danedream dann das sie zu Besten ihres Jahrgangs gehört.
Sie gewann gegen Deutschlands "Galopper des Jahres" des Vorjahres, Scalo, und weitere Klassepferde nach einem Rennen aus dem Hintertreffen locker und leicht mit fünf Längen Vorsprung.
Siegerin im Großen Preis von Baden
Das sollte aber erst der Auftakt zu einer Triplette der Extraklasse sein. Wenige Wochen später erklomm Danedream in weiterer Steigerung die nächste Stufe der Karriereleiter. In Deutschland wichtigsten Rennen, dem Großen Preis von Baden auf höchster Ebene ließ sie Night Magic und Joshua Tree nicht den Hauch einer Chance. Auch Derbysieger Waldpark war meilenweit zurück. Damit gehörte die Lomitas-Tochter bereits in eine Reihe mit den bislang besten Stuten in Deutschland überhaupt wie den legendären Borgia, Lustige oder der großartigen Martessa.
Arc-Sieg krönt die bisherige Karriere
Nach diesen Eindrücken war es verständlich, dass die Besitzer eine Summe von 100.000 Euro investierten, um sie für den Arc nachzunennen. Nur wenige glaubten daran, dass sie die Leistung einer Borgia, die Dritte im Arc geworden war, einstellen oder gar steigern könnte.
Doch die kleine, aber sehr zähe und immer weiter verbesserte, Stute konnte nach einem perfekten Rennverlauf auch das wichtigste Rennen der Welt leicht für sich entscheiden. Damit belohnte sie den Mut ihrer Besitzer neben einer Gewinnsumme von rund 2,5 Mio. Euro auch mit einem neuen Bahnrekord in Longchamp. Sicher eine tolle Rendite, wenn man bedenkt, dass Danedream für gerade einmal 9.000 Euro von diesen gekauft worden war.
Danedream stammt aus dem Gestüt Brümmerhof
Der Sieg stellt auch einen riesigen Schub für das Gestüt Brümmerhof da. Denn die niedersächsische Zuchtstätte hat die Lomitas-Tochter aus der Danehill-Stute Danedrop und damit einer der erfolgreichsten Blutlinien weltweit, gezogen.
Es wäre schön, wenn die so harte und zähe Stute den Turffans noch ein weiteres Jahr erhalten bleiben würde und weiterhin Werbung für die deutsche Zucht machen würde. Aber gleichgültig, ob sie auch vierjährig im Rennstall verbleibt oder nicht, ihren Platz im Pantheon des deutschen Turfs hat sie ebenso wie ihr Trainer Peter Schiergen und dessen Stallockey Andrasch Starke im Arc 2011 für immer gesichert.
