95 Kilogramm, verteilt auf 1,97 Meter – mit diesen Proportionen wäre Daniel van Buyten prädestiniert für den Job, der ihm als Kind vorschwebte. Als der belgische Hüne noch ein winziger Junge war, wollte er nach dem Vorbild seines Vaters Francis Berufs-Catcher werden. Doch der Papa war strikt dagegen. Das Kirmes-Ringen sei schmerzhaft und gefährlich, obendrein eine Profession ohne Zukunft. Deshalb schickte er den Junior mit zarten acht Lenzen zum Fußball. Und das war, wie inzwischen bekannt ist, eine schlaue Entscheidung.
Dabei hatte Klein-Daniel anfangs überhaupt keine Lust zu kicken. „Ich muss gestehen, dass ich das erste Mal mit Blei an den Füßen zum Training gegangen bin“, erinnert sich der heutige Bayern-Profi auf seiner Internetseite. Doch schon bald fand er am Umgang mit dem runden Leder Gefallen, übte neben dem wöchentlichen Jugendtraining beim heimischem JS Froidchapelle auch in seiner Freizeit Sprints, Ausdauerläufe und Torschuss.
Daniel van Buyten: Aus Belgien über Marseille und Manchester in die Bundeslige
Nach ein paar Tingeleien durch kleinere Vereine landete van Buyten mit 18 beim belgischen Erstligisten Charleroi, wo er vom Stürmer zum Innenverteidiger umfunktioniert wurde. Doch auch als Abwehrspieler kann er seinen Offensivdrang bis heute nicht ganz verbergen. Vor allem dank seiner wuchtigen Kopfstöße bringt es der Belgier (zu dessen mehreren Spitznamen The Rock und Godzilla gehören) Saison für Saison auf beachtliche Trefferquoten.
Bei Olympique Marseille, wohin es van Buyten nach einer Station bei Standard Lüttich zog, wurde er 2002/03 klubinterner Torschützenkönig und kam bei der Wahl zu Frankreichs Fußballer des Jahres unter die Top drei. 2004 war der kantige Abwehrrecke ein paar Monate lang Mitspieler von Michael Tarnat bei Manchester City, wo er es verletzungsbedingt aber nur auf fünf Einsätze brachte.
Nach einer tollen Zeit beim HSV wechselt van Buyten zu Bayern München
Von der Insel holte ihn der Hamburger SV zur Saison 2004/05 in die Bundesliga, wo es der Riese mit der Langhaarfrisur und stets bis über das Knie hochgezogenen Stutzen im Handumdrehen zum Publikumsliebling brachte. In seiner zweiten Saison bei den Hanseaten reichte es nach einer großartigen Saison sogar für die Champions-League-Teilnahme.
Seinen ersten Auftritt in der europäischen Königsklasse absolvierte van Buyten, dessen Mutter übrigens aus Hannover stammt, dann aber nicht mehr im Trikot mit der Raute, sondern bei Bayern München. Trotz wütender Fan-Proteste in Hamburg wechselte er im Sommer 2006 für die stolze Summe von acht Millionen Euro zum Rekordmeister an die Isar. „Bei Bayern München zu spielen, ist ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist“, heißt es auf Daniel van Buytens Homepage.
Mit Belgiens Nationalelf trifft van Buyten demnächst auf Deutschland
Unter Ottmar Hitzfeld lange wegen seines angeblich wackligen Stellungsspiels umstritten, erkämpfte sich van Buyten unter dem aktuellen Trainer Louis van Gaal einen sicheren Stammplatz in der Innenverteidigung. Mit sechs Ligatreffern in den ersten 21 Spielen und guten Champions-League-Leistungen ist der Abwehrchef einer der Leitwölfe im Star-Ensemble um Arjen Robben, Franck Ribéry und Mark van Bommel.
Sein Vertrag in München wurde vorzeitig bis Sommer 2012 verlängert, und auch in Belgiens Nationalelf spielt van Buyten (34 Einsätze, 4 Tore) eine tragende Rolle. In der Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine treffen die „Roten Teufel“ aus dem Nachbarland auch auf Deutschland. Dann wird van Buyten versuchen, seine Bayern-Kollegen im DFB-Dress zu ärgern.
