Dank Facebook und You-Tube im Nationalteam

Nachwuchstalent trifft bei erstem Einsatz im Doppelpack

YouTube als Karriereleiter - YouTube
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Der in Brasilien lebende Halbösterreicher Rafhael Domingues wurde dank Facebook und You-Tube ins Österreichische Fußball-Nationalteam einberufen.

Rafhael Domingues war bisher ein noch unbeschriebenes Blatt im österreichischen Fußball. Beim 3:1 Testspielsieg des U18 Nationalteams gegen Tschechien hat sich der 18-Jährige bei seinem ersten Antreten im österreichischen Nationaldress allerdings ins heimische Fußballbewusstsein geschossen. Mit seinen zwei Treffern hatte er erheblichen Anteil am Sieg. „Er ist ohne Zweifel ein Talent“, attestiert auch Teamtrainer Hermann Stadler dem 18-Jährigen fußballerisches Können. Bei all dem Lob ist es verwunderlich, dass Domingues erst jetzt auf der Bildfläche des österreichischen Fußballs erschienen ist. Denn allem Anschein nach ist er bereits nach seinem ersten Einsatz im Nationalkader ein Versprechen für die Zukunft. Und der Weg zu diesem Einsatz war alles andere als konventionell.

Brasilianische Gene

„Rafinha“ – wie er in Fußballerkreisen genannt wird – ist österreichisch-brasilianischer Doppelstaatsbürger, ist allerdings der deutschen Sprache nicht mächtig. Er hat somit den brasilianischen Sambafußball in den Genen. Zurzeit steht er im Bundesstaat Parana, an der Grenze zu Uruguay, bei Toledo Colonia Work unter Vertrag. Domingues’ Vorfahren stammen aus Westösterreich und wanderten Mitte des 20. Jahrhunderts nach Brasilien aus. Am Zuckerhut kam das Nachwuchstalent zum ersten Mal mit Fußball in Kontakt. Beim Futsal lernte der damals Sechsjährige seine ersten Tricks. Mit elf Jahren begann er seine Karriere auf dem Feld.

Bewerbung via Facebook

Der fußballerische Werdegang Domingues’ lief also nicht nach dem sonst üblichen Schema – Ausbildung in Nachwuchsakademien und darauf folgendem Wechsel ins Ausland – ab. Erst seit kurzem ist Rafinha als Profi unter Vertrag. Da liegt der Gedanke an eine Nationalteamkarriere nahe. Allerdings stellte sich bald die Frage, wie er auf sich aufmerksam machen soll. Das Betätigungsfeld österreichischer Scouts verlagert sich nur selten über die europäischen Grenzen hinaus. Ganz besonders im Nachwuchsfußball. Und somit war es ihm so gut wie unmöglich „zufällig“ entdeckt und in den Nationalkader einberufen zu werden. Also ergriff der 18-Jährige selbst die Initiative. Er fertigte ein knapp elfminütiges Video an, das ihn bei seinen besten Aktionen zeigt. „Ende 2009 war das Video fertig und da hatte ich die Idee es an den Österreichischen Fußballbund zu schicken. Da ich ja auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitze, dachte ich mir ich versuche mein Glück“, erklärt Domingues sein Vorhaben. In Österreich wurde das Video vom Betreuerstab analysiert und er wurde für teamreif befunden. Bereits kurze Zeit später befand er sich schon im Aufgebot der U18 Nationalmannschaft für das Testspiel gegen Tschechien, für das er extra aus Südamerika eingeflogen wurde. „Ich bin dankbar, dass ich diese Chance bekommen habe und obwohl ich kein Deutsch spreche wurde ich sehr herzlich im Team aufgenommen“ freut sich das Nachwuchstalent.

Das „Bewerbungsvideo“ von Rafhael Domingues ist immer noch im Netz zu sehen.

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