Darthula von Petra Hartmann: Ein atmosphärisches Heldenepos

Petra Hartmann: Darthula - Arcanum Verlag
Petra Hartmann: Darthula - Arcanum Verlag
Ein Fantasy-Kurzroman über Schlachten und Heldengesänge - gewürzt mit viel Nebel, Liebe, Ahnengesängen und Meeratmosphäre.

Ein wildes Land ist dieses Nebellande mit der Festung Selama. Diese liegt direkt am Meer, an schroffen Küstenfelsen. Im Herbst gibt es Stürme und viel Nebel. Und trotzdem lebt es sich gut dort, frei und wild, findet Darthula, die Tochter des Königs Kolla. Denn es ist friedlich hier, es gibt viele befreundete Länder und die Könige treffen sich an Festtagen, um gemeinsam zu feiern und der Ahnen zu gedenken. Es könnte alles so weiter gehen, wäre da nicht König Cairbar, der um Darthulas Hand anhält.

Ein Fantasy-Kurzroman um die schöne Prinzessin Darthula

Doch Darthula hat sich bereits einen anderen ausgesucht, der sichtbar auch Gefallen an ihr findet. Sie liebt Nathos, Sohn des Königs Usnoth aus Etha und Enkel von Cuthullin, der in Turas Bucht lebt. Nathos ist wie Darthula aus einem edlen Geschlecht und hat schönes, schwarzes Rabenhaar und helle Sternenaugen, die es Darthula angetan haben. Und er ist so mutig wie Darthula, die mit Pfeil und Bogen einen Hirsch erlegen kann. Und so singt auch der Sänger Ossian ein Heldenlied auf die schöne Prinzessin, die eine „Tochter des Himmels“ ist.

Die Schlacht um Selama beginnt

Das Gegenteil dazu ist der machthungrige König Caibar, der von Darthula zurückgewiesen, auf Rache sinnt. Ein bisschen zu eindeutig und sofort erkennbar übernimmt er den „bösen Part“ in dem Kurz-Fantasy-Roman und bleibt ihm bis zum bitteren Ende treu. Tod und Verderben bringt er über Selama und auch die befreundeten Königreiche und walzt mit seiner Übermacht an Kriegern ohne Skrupel alles nieder, was ihm in den Weg kommt. Nur Darthula macht es ihm nicht leicht, wählt lieber den Tod von Bruder, Vater und ihrem ganzen Volk, und letztendlich auch den eigenen Tod, als seine Frau zu werden.

Atmosphärisch erzählt und in sich dicht gewoben

Petra Hartmann gelingt es, den Fantasy-Kurzroman atmosphärisch dicht zu erzählen. Als Leser ist man mit dabei, mit allen Sinnen hineingezogen in dieses andere Land: „Es roch nach Salz und feuchter Luft, nach verwesenden Algen und totem Fisch, nach Freiheit und Tod.“ Und auch die wilde Fahrt über das Meer, als Darthula gemeinsam mit ihrem Geliebten Nathos und seinen Brüdern fliehen will, ist atmosphärisch dicht erzählt. Die knapp fünfzig Seiten des Kurzromans sind spannend geschrieben und schnell verschlungen. Man wird hineingezogen in dieses andere Land und die ganz eigene Atmosphäre des Romans. Da verzeiht man auch gerne die manchmal zu schwach skizzierten Charaktere der Figuren, die im Sinne des epochalen Stoffes zurücktreten. Dass die Geschichte kein wirklich gutes Ende nimmt und es vorwiegend um Schlachten, Tod und Verderben geht, ist in sich schlüssig und passt zu der ganzen Atmosphäre des Buches, in dem Darthula als schöne und edle Heldin herausleuchtet.

Das zweite Büchlein in der Reihe der „Weltenwanderer“

Entstanden ist „Darthula“ durch einen Kurzroman-Wettbewerb. Da so viele interessante Beiträge eintrafen, entschied der Arcanum Verlag, einige der Geschichten zusätzlich zu veröffentlichen und schuf die Heftromanreihe „Weltenwanderer“. Die Büchlein sind alle mit einem sehr schönen gemalten Cover versehen, auf dem ein Tor abgebildet ist. Das Tor ist stets das Gleiche, der Blick dahinter lässt ein wenig von dem Stoff des jeweiligen Romans erahnen. „Darthula“ ist der zweite Weltenwanderer-Band von bisher sieben Ausgaben.

Petra Hartmann: Darthula, Weltenwanderer II, Arcanum Fantasy Verlag, 2010, Heft, 52 Seiten. 4,95 EUR. ISBN 978-3-939139-32-4

Elvira Lauscher, Elvira Lauscher

Elvira Lauscher - Schreiben ist meine Leidenschaft, mein Beruf und meine Berufung. Ich war 28 Ausgaben für ein Ulmer Magazin Chefredakteurin und habe ...

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