Wenn der Meister ruft, bleiben die illustren Gäste nicht aus. Gesanglich wurde Douglas von Eric Clapton, Marc Cohn, Alison Krauss And Union Station, Keb Mo, Mumford & Sons und Paul Simon unterstützt. Musikalisch standen ihm Dr. John, Bela Fleck, Del McCoury. Sam Bush, Omar Hakim und Victor Krauss zur Seite.

Namedropping mit Jerry Douglas

Jerry Douglas veröffentlicht seit 1979 als Solokünstler, er kommt vom Bluegrass, bindet jedoch Jazz, Blues, Folk und Country in sein Spiel ein. Er war mehrere Male „Musician Of The Year“, errang mehrerer Grammy Awards und viele andere Auszeichnungen. Außerdem ist Douglas neben seinen Soloaktivitäten Mitglied von Alison Krauss And Union Station, J.D. Crowe & The New South, Boone Creek, Strength In Numbers, Elvis Costellos Sugarcanes und anderen. Er hat auf über 2000 Platten mitgespielt, z.B. bei James Taylor, Paul Simon, Ray Charles, Lyle Lovett, Garth Brooks, Charlie Haden, Emmylou Harris, The Chieftains und vielen anderen. Auch auf dem Verkaufsschlager Soundtrack „O Brother, Where Art Thou?“ war er zu hören.

Coverversionen auf „Traveler“

Mit dem Leabelly Song „On A Monday“ startet Jerry Douglas sein aktuelles Album und versetzt ein erstes Mal die Dobrosaiten in Vibration. „Something You Got“ (von Chris Kenner) hat diesen herrlichen New Orleans Groove, Eric Clapton singt mit und spielt seine unverkennbare E-Gitarre. Auf „The Boxer“ von Paul Simon singt eben dieser mit, desgleichen Mumford & Sons. Die Coverversion von Huey P. Smiths „High Blood Pressure“ hat wieder unwiderstehliches New Orleans Flair, nicht zuletzt wegen Dr. Johns Piano. Mit „American Tune / Spain“ wird abermals ein Paul Simon Song interpretiert. Als letzte Coverversion wird „Frozen Fields“ von Jeff Black & Randall Stewart zum Besten gegeben.

Jerry Douglas Kompositionen

Die erste Eigenkomposition des Albums „So Here We Are“ zelebriert die von Jerry Douglas gespielte Lap Steel. Hinzu kommen federleichte dennoch erdige Rhythmen, die dem Instrumental ein Fundament geben. Das erinnert sehr an den Jam-Rock der Allman Brothers Band. Jerry Douglas‘ Slides auf „Duke And Cookie“ sind vom Allerfeinsten. Dass sein Saitenspiel technisch höchstes Niveau hat, ist unbestritten, es ist jedoch die Leidenschaft mit der er zu Werke geht und den Hörer in Verzückung versetzt. Auf „Gone To Fortingall“ werden die ruhigeren Töne serviert, Folk, Blues und Country zerschmelzen hier. Schließlich wird mit „King Silkie“ der finale Bluegrass Schlusspunkt gesetzt.

Jerry Douglas erweist sich – wie nicht anders zu erwarten war – als großer Meister an Dobro und Lap Steel. Mit „Traveler“ hat er ein rundes Album abgeliefert, bei dem sein Saitenspiel und wiederholt die Gaststimmen in den Mittelpunkt rücken.

Jerry Douglas - Traveler (Membran / Sony, 2012)