Nachdem bei einer Massenpanik am Samstag, den 24.07.2010m auf der Loveparade 2010 in Duisburg 19 Menschen ums Leben kamen und über 340 Verletzte zu beklagen sind (Stand: 25. Juli 2010) verkündete der Organisator der Loveparade, Rainer Schaller, auf einer Pressekonferenz am 25. Juli 2010 in Duisburg das endgültige Aus für die weltweit größte Technoparty.

Pressekonferenz in Duisburg: Aus Respekt vor den Todesopfern und ihren Angehörigen wird es keine weitere Loveparade geben

Rainer Schaller, Geschäftsführer der Loveparade AG und Besitzer der Fitnesskette McFit erklärte auf der Pressekonferenz am Sonntag in Duisburg: "Die Loveparade war immer eine friedliche Veranstaltung und fröhliche Party, die von den gestrigen Unglücksfällen für immer überschattet sein wird. Aus Respekt werden wir die Veranstaltung nicht mehr fortsetzen. Das ist auch das Ende der Loveparade."

Schaller zeigte sich tief betroffen und sprach den Hinterbliebenen sein tiefes Mitgefühl und Beileid aus. Die Loveparade AG werde alle erdenkliche Hilfe anbieten, um eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle und der Massenpanik vom 24. Juli 2010 zu gewährleisten.

Damit ist das Aus für das größte Technofestival der Welt, die Loveparade, besiegelt. Dieses stand 2010 ursprünglich unter dem Motto "The Art of Love" ("Die Kunst der Liebe"). 1,4 Millionen Menschen hatten auf der Loveparade 2010 in Duisburg bis 17:00 Uhr friedlich zusammen gefeiert und getanzt. Dann brach in einem Tunnel, der der einzige Zugang zu dem Gelände war, auf welchem die Abschlussveranstaltung stattfand, eine Massenpanik aus. 19 Menschen starben und über 340 wurden zum Teil schwer verletzt (Stand: 25. Juli 2010).

Die Loveparade – eine friedliche Demonstration einer ganzen Generation mit viel Techno und Rave

Nach diesem schrecklichen Unfall vom 24. Juli 2010 wird es keine weitere Auflage der Loveparade, welche erstmals am 01. Juli 1989 in Berlin stattfand, geben. Dr. Motte, Gründer und Erfinder der Loveparade, warf den Veranstaltern von 2010 in einer Erklärung vom 24. Juli 2010 Profitgier vor und gab allein dem Veranstalter die Schuld an diesem schweren Unglück. Er warf in einem Interview mit dem Onliportal der großen deutschen Tageszeitung "Die Welt" Rainer Schaller vor, dass dieser nicht wisse, wie man ein solches Großevent organisiert und sagte, dass es von vornherein ein Fehler war, die Loveparade 2010 in Duisburg zu veranstalten.

Dr. Motte selbst veranstalte die erste Loveparade aus einer spontanen Geburtstagslaune heraus in Berlin. Die erste Loveparade wurde unter dem Motto "Friede, Freude, Eierkuchen" als politische Demonstration angemeldet und es nahmen am 01. Juli 1989 circa 150 Leute daran teil.

Die Musikanlage, aus der lauten Bässe und Technobeats dröhnten, wurde auf einem alten VW-Bus installiert und der tanzende und feiernde Demonstrationszug zog über den gesamten Kurfürstendamm.

Somit war die Geburt der Loveparade besiegelt und das Technofestival entwickelte sich in den nächsten Jahren zur größten Technoveranstaltung weltweit. Die Paraden wurden live im Fernsehen übertragen und Millionen von Technofans feierten gemeinsam und friedlich auf den Straßen von Berlin.

Bis 2003 fand die Loveparade ununterbrochen in Berlin statt, zunächst auf dem Berliner Ku’damm und nach Anwohnerprotesten seit 1996 zwischen Ernst-Reuter-Platz und Tiergarten. In den Jahren 2004 und 2005 gab es keine Loveparade, 2006 dann das Comeback des Festivals in Berlin.

Im Jahr 2007 wurde die Loveparade dann von Berlin ins Ruhrgebiet verlegt und so feierten Millionen Raver erst in Essen und 2008 in Dortmund ihre Musik und sich selber. 2009 wurde die Loveparade, welche in Bochum stattfinden sollte, abgesagt. Grund waren das nicht überzeugende Sicherheitskonzept und große Bedenken, dass die Sicherheit der Feiernden gewährleistet werden könne.

2010 gab es dann das Comeback der Loveparade in Duisburg – seit dem 25. Juli 2010 steht fest, dass dies das letzte Comeback in der Geschichte der Loveparade war, nach diesem schrecklichen Unglück vom 24. Juli 2010.

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