Das Baby ist da: Pflege, Kleidung und Ernährung

Umgang mit einem Neugeborenen - die ersten sechs Lebensmonate

Babys richtig pflegen - Karin Martin
Babys richtig pflegen - Karin Martin
Worauf Sie in den ersten Lebensmonaten des Säuglings beim Stillen, bei der Umstellung von Muttermilch auf Fertignahrung, beim Ankleiden und bei der Pflege achten sollten.

Ein Neugeborenes ist das schönste und wertvollste Geschenk auf Erden – hört man oft. Wer selbst derartig reich beschenkt wurde, kann nur hinzufügen: Ein Baby zählt für seine Eltern tatsächlich zu den größten Wundern der Erde. Trotzdem erleben wohl alle Mamis und Daddys neben den Höhen nach der Geburt immer wieder auch Tiefen. Das Baby will nicht trinken, nicht schlafen. Es braucht einen neuen Strampler, aber es ist kein mehr im Schrank, dafür quillt die Schmutzwäsche aus dem Korb … Verzweiflung pur!

Stillen des Babys

In der Werbung sehen wir Mütter, die mit entrücktem Gesichtsausdruck ihr am Busen trinkendes Baby im Arm halten… Es stimmt: Stillen ist eine der innigsten Erfahrungen, die eine Mutter mit ihrem Baby haben kann. Stillen ist auch enorm praktisch. Sie haben die Milch immer frisch, in der richtigen Temperatur dabei, sie kostet keinen Cent. Sie brauchen bloß Ihr T-Shirt hochzuziehen. Was jedoch oft vergessen wird: „Erfolgreiches Stillen hat auch sehr viel mit Beharrlichkeit, Geduld und Übung zu tun“, hebt Jenifer Calvi, Autorin des Eltern-Ratgebers „Das Baby ist da!“ (BLV-Verlag), hervor. Jede Mutter, die das Stillen noch nicht kennt und Probleme hat, sollte sich daher nicht scheuen, Rat bei einer Hebamme oder Stillberaterin zu suchen. Ideal wäre, wenn Sie Ihr Baby die ersten sechs Monate voll stillen könnten. Muttermilch enthält Abwehrstoffe gegen Allergien und Infekte - und lässt ihr Baby gut gedeihen!

Umstellung von Muttermilch auf Fertigmilch

Wenn eine Mutter aus irgendwelchen Gründen nicht stillen will oder kann, muss sie auf (teure) Fertigmilch zurückgreifen. Säuglingsanfangsnahrungen werden auf Kuhmilch-Basis hergestellt. In „Pre“-Nahrungen ist – genau wie in Muttermilch – nur Milchzucker (Laktose) enthalten. Fertigmilch mit der Ziffer „1“ enthält zusätzlich Stärke. Für allergiegefährdete Säuglinge wird auch sogenannte „HA“-Nahrung (hypoallergen) angeboten. Wichtig ist, dass Sie bei der Umstellung von Mutter- auf Fertigmilch möglichst behutsam vorgehen: Expertin Calvi: „Sie können z.B. über zwei oder drei Wochen hinweg immer öfter eine Brustmahlzeit auslassen und Ihrem Baby dafür die Flasche anbieten. Sollte Ihr Kind verweigern, lassen Sie doch einmal den Papa das Fläschchen geben. Oft akzeptieren Babys diese Art der Fütterungs-Aufteilung leichter.“

Ist das Baby warm genug gekleidet?

Merkwürdigerweise bekommen sich Eltern besonders häufig darüber in die Haare, ob ihr Kind warm genug angezogen ist - hat Jenifer Calvi herausgefunden. Etwa wenn einer der beiden das Baby in fünf Schichten eingepackt hat und sich dann über seinen roten Kopf wundert und darüber, dass es so unruhig ist. Als Faustregel gilt: Normalerweise reicht ein Kleidungsstück mehr als man selbst anhat. Ein Baby, dem wohlig warm ist, hat einen angenehm warmen, trockenen Nacken, warme Füße und Hände, einen warmen Bauch und Rücken … und macht einen entspannten Eindruck.

Bei Spaziergängen an kalten Tagen sollten Sie bedenken, dass Ihr Baby im Kinderwagen mehr oder weniger bewegungslos liegt. Es ist nicht in der Lage, eigene Körperwärme zu bilden. Viele Mütter legen ein Schaffell in den Wagen, das Wärme gut speichert und decken ihr Kleines mit einer Decke zu. Etwas anderes ist es, wenn Sie mit Tragetuch unterwegs sind. Hier kann Ihr Baby unter Ihrer Jacke Ihre Körperwärme spüren, es kühlt nicht ganz so schnell aus. An warmen Frühlings- und Sommertagen braucht Ihr Baby lockere Baumwollkleidung

Wie viel Babypflege ist notwendig?

Für die Pflege eines Babys gilt: Weniger ist mehr. Der Grund? Die Haut Ihres Lieblings ist noch sehr dünn und empfindlich. Duftstoffe oder ätherische Öle in Pflegeprodukten irritieren sie. Hebammen empfehlen deshalb in den ersten Lebenswochen nur klares Wasser beim Waschen und Baden zu verwenden. „Wenn die Haut Ihres Babys trocken ist, können natürliche Zusätze, die es in jedem Haushalt gibt, gesunde Pflege spenden: z.B. ein paar Tropfen Olivenöl, Schlagobers oder (Mutter-)Milch im Badewasser“, weiß Jenifer Calvi, selbst Mutter eines dreijährigen Sohnes einen Tipp.

Das erste Bad - Babybadekübel

Babys erstes Bad ist für alle Eltern aufregend. Ob Babybadewanne, Babybadekübel, das Waschbecken oder die normale Badewanne ist im Grunde Geschmackssache. Der Vorteil der Babybadekübel ist, dass die Kleinen sich von Anfang an darin sehr geborgen fühlen, als wären sie noch im Bauch. Man hält das Baby nur im „Zangengriff“ unterm Kinn (Zeigefinger und Mittelfinder werden auseinandergespreizt und unter das Kinn des Babys gelegt), was am Anfang gewöhnungsbedürftig ist. Es kann einem aber nie wegrutschen und man hat noch eine Hand frei, um es zu waschen oder mit ihm zu spielen.

Haare waschen und Babymassage

Die meisten Babys sind gerne im Wasser, das zwischen 35 und 37 Grad haben sollte. Haare waschen finden sie hingegen oft gewöhnungsbedürftig. Fangen Sie daher möglichst behutsam damit an. Erst wenn der Haarschopf Ihres Kleinen schon ordentlich gewachsen ist, empfiehlt sich ein Babyshampoo. Testen Sie, ob es wirklich nicht in den Augen brennt!

Die meisten Babys wissen nach dem Baden eine sanfte Massage zu genießen (auf warme Hände achten!). Eincremen ist in der Regel nicht notwendig. Nur wenn Ihr Kleines an trockener Haut leidet, macht vor allem für Gesicht und Hände eine fetthaltige Creme Sinn. Ein wunder Po kann mit Heil- oder Wundcreme behandelt werden.

Karin Martin, Karin Martin

Karin Martin - ... geboren und aufgewachsen in Wien absovierte ich eben dort mein Romanistik- und Publizistik-Studium. Später zog ich mit meiner ...

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