
- Bayerisches Kochbuch - Amazon.de
56 Auflagen dieses Kochbuchklassikers von Maria Hoffmann können nicht irren. Vom Deftigen zum Feinen, von Diätküche bis zur Warenkunde, alle Bereiche des Kochens werden in diesem Buch beschrieben. In Hauswirtschaftsschulen (in Bayern) findet es Verwendung und ist auch nach der Schule hilfreich für jeden Haushalt. Wer weiß heute noch, auf welcher Basis eine Fleischbrühe oder Sülze gekocht werden, welche Qualitätsmerkmale beim Einkauf von Gemüse zu beachten sind?
Ein Standardwerk der deutschen Küche
Zitat „Gesundheit und Wohlbefinden hängen in besonderer Weise von der Ernährung ab. ... Gesundheit bedeutet nicht nur Freisein von Krankheit und Schwäche, sondern vielmehr Wohlbefinden im weitesten Sinn. Auch hierzu leistet die “richtige Ernährung“ einen entscheidenden Beitrag.“ Mit diesen Worten beginnt das Vorwort und gibt einen Einblick, was dieses Kochbuch auch vermittelt, nämlich dass eine gesunde Ernährung dem Geist und Körper wohltut.
Die Inhaltsübersicht beginnt mit der Kochlehre und den jeweiligen Grundrezepten. Sucht man direkt ein Gericht, ist der Blick in das Register ratsamer, hier sind alle Speisen alphabetisch aufgelistet und die Seitenzahl steht dabei.
Immer wieder aktualisiert und ergänzt durch „moderne“ Kapitel wie „Die kleine Mikrowellenkunde“, „Die Kunst der rechten Würzens“ oder die Nährwerttabelle, kann man darin stöbern, auch wenn man gerade nicht nach einem Rezept sucht.
Obwohl es schon seit 60 Jahren geschrieben und benutzt wird, folgt es sogar dem Trend der „modernen, schnellen Küche“. Im Register werden die „Schnellgerichte“, die in einer halben Stunde zubereitet werden können, mit einem Stern (*) gekennzeichnet.
Wertvolle Tipps gibt es für Krankenkost, unter anderem für Diäten bei Übergewicht, bei Magen-Darmproblemen, Zuckerkrankheit inkl. Kohlenhydrat-Austauschtabelle, Verstopfung, Herz- und Lebererkrankungen, wobei natürlich die Beratung und Behandlung durch den Hausarzt damit nicht ersetzt werden kann.
Besonders beliebt sind die zahlreichen Backrezepte, von Albertkeks, Spritzgebäck (Weihnachtsplätzchen) bis zum Füllen und Verzieren von Torten, sogar die Herstellung von Speiseeis und Getränke (Milchmischgetränke oder Bowlen) werden nicht vergessen.
Es gibt nur wenige Abbildungen, aber die Kochlehre, die vielen beschreibenden Informationen auch zum Einkauf und zur Lagerung der Nahrungsmittel, dazu die verständlich verfaßte Rezeptbeschreibung, in einer Spalte die Zutaten und daneben die Zubereitung in einfachen Schritten, gleichen diesen Mangel wieder aus. Ein Kochbuch, das in keiner Küche fehlen sollte.
Bayerische Herzöge verfeinern die herzhafte Küche
Ursprünglich eher deftig, bäuerlich und für die schwer arbeitende Landbevölkerung, die viel Energie aufbringt wichtig, ist die bayerische Küche durch Braten, Fleischgerichte, Knödel und Mehlspeisen bekannt.
Schon im 19. Jahrhundert wurde die Bayerische Küche durch die Herzöge der Wittelsbacher weiterentwickelt, verfeinert und hielt Einzug in die bürgerlichen Haushalte der bayerischen Städte. Das Bayerische Kochbuch wurde mit französischen Rezepten ergänzt, erkennbar schon an den Namen: Béchamelsauce, Boef à la mode, Pot au feu, Omelette, Ragout etc.
Auch die Gerichte der Nachbarn Österreich, Böhmen oder der regionalen Nachbarn der Altbayern, wie Franken und Schwaben wurden in die Rezeptesammlung der Kochbücher aufgenommen. Beispiele sind Tiroler Geröstel, Kaiserschmarrn, Spätzle, böhmische Knödel.
Mehlspeisen, Nudeln und Knödel galten im Bayern des 19. Jahrhunderts eher als Fastenspeisen. Braten oder Fleischgerichte gab es nur am Sonntag oder an hohen Feiertagen.
In dem Bayerischen Kochbuch sind die Grundlagen des Kochens der deutschen Küche zusammengefaßt, ob Fisch oder Fleisch, Desserts und Kuchen, jeder wird hier „sein“ Rezept finden, nicht nur in Bayern. Guten Appetit !
Bayerisches Kochbuch, Autoren: Maria Hofmann, Dr. med Helmut Lydtin
943 Seiten mit knapp 1750 Rezepten
Birken-Verlag München, 56. Auflage, April 2007
