Das Bewerbungsanschreiben-Checkliste

So überprüfen Sie Ihre schriftliche Bewerbung

Verfassen eines Bewerbungsanschreibens-Checkliste - R by berwis
Verfassen eines Bewerbungsanschreibens-Checkliste - R by berwis
Hat der Bewerber sein Anschreiben vollendet, sollte er es in jedem Fall überprüfen und gegenlesen lassen.

Ein gutes Bewerbungsanschreiben kostet den Bewerber in der Regel einiges an Mühen und Geduld. Das Anschreiben ist die Visitenkarte Ihrer Bewerbung. Seine enorme Bedeutung wird nicht zuletzt aus der Gepflogenheit, es auf der Bewerbungsmappe zu platzieren, ersichtlich. Anfänger investieren in die Abfassung eines Bewerbungsanschreibens durchschnittlich etwa drei bis vier Stunden. Wichtig ist, dass Sie im Fall der Bewerbung auf eine Stellenanzeige jede Eigenschaft des Inserats angesprochen und auf Ihre Person übertragen haben. Sie sollten möglichst konkret und beispielhaft umschreiben können, warum gerade Sie die erste Wahl für die zu besetzende Stelle sind. Denn nur so haben Sie überhaupt eine reale Chance, bei der Besetzung der Stelle im Personalauswahlverfahren berücksichtigt zu werden.

Viele Formulierungen sind möglich

Anregungen, ein Bewerbungsanschreiben abzufassen, kann man sich natürlich von den Profi-Ratgebern und in Bewerbungshandbüchern holen. Vor der Übertragung von Musteranschreiben kann jedoch nur gewarnt werden, denn sehr selten passen diese auf das eigene individuelle Profil. Da es in der Tat keine Bewerbungswissenschaften gibt, sind in einem Anschreiben viele Formulierungen möglich. Der Kreativität sind jedoch insoweit Grenzen gesetzt, wo konservative Branchen wie etwa Banken und Versicherungen die Einhaltung von Standards wie DIN-Norm-Formvorschriften und die Regeln der Business-Etikette fordern. Hier sollten Sie sich schon im Vorfeld gründlich über das Unternehmen und den Tätigkeitsbereich informiert haben und die Aspekte, die das Unternehmen für Sie interessant gemacht haben, bereits im Anschreiben aufgreifen.

Anschreiben nach einem festen Schema aufbauen

Begriffe aus der Werbebranche, wie etwa die AIDA-Formel, mögen die Funktion eines Anschreibens zwar für den Bewerber erläutern können. Konkrete, praktische Umsetzungshilfen lassen sich jedoch nicht aus ihr entnehmen. Besser ist es, wenn Sie Ihr Anschreiben jeweils nach einem festen Schema aufbauen und anhand der in der Anzeige geforderten Eigenschaften Ihre individuellen Stärken für das Unternehmen in das rechte Licht zu rücken. Das beweist dem Personaler einerseits, dass Sie sorgfältig und strukturiert arbeiten können, andererseits, dass Sie dazu in der Lage sind, Ihre individuelle Note im Schriftverkehr hervorzuheben und aktives Selbstmarketing gerade auch für das Unternehmen zu betreiben.

Sollten Sie noch keine hinreichende Übung bei der Abfassung von Bewerbungsanschreiben haben, nehmen Sie ruhig die Hilfe eines Schreibprofis in Anspruch. Ihr Arbeitsvermittler oder Berufsberater kann Ihnen hierzu sicherlich wertvolle Anregungen und Adressen geben.

Folgende Checkliste hilft Ihnen bei der Überprüfung Ihres Anschreibens:

  • Ist das Layout Ihres Anschreibens stimmig?
  • Ist der Kopf des Anschreibens ansprechend gebildet worden? Haben Sie das Anschreiben mit Ihrem kompletten Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse versehen?
  • Haben Sie den Ansprechpartner (ohne "z.H.") namentlich vollständig erwähnt und die Empfängerfirma vollständig, auch in der korrekten Rechtsform, angegeben?
  • Befinden sich Datum und Ort an der richtigen Stelle?
  • Haben Sie eine attraktive, prägnante und kurze Betreffzeile (ohne "Betr./Betreff") entwickelt?
  • Haben Sie die Anrede mit „Sehr geehrte Frau .../ Sehr geehrter Herr ...“ begonnen?
  • Wichtig sind eine optimale Schriftgröße (11-13 Punkt) und ein konservativer Schrifttyp. Das Anschreiben sollte eine DIN-A4-Seite nicht überschreiten. Bilden Sie thematische Absätze, damit das Anschreiben nicht zu gedrungen und überladen wirkt.
  • Ihr Einstieg sollte nicht zu lang sein.
  • Machen Sie den Personaler gerade zu Beginn auf die hohe Motivation, die Ihrem Anschreiben zugrundeliegt, aufmerksam? Warum wollen Sie gerade diese Stelle? Hat es jüngere Entwicklungen im Unternehmen gegeben, die eine Faszination auf Sie ausüben und die Sie erwähnen können?
  • Verknüpfen Sie das Stellenprofil des Inserats mit Ihren Kernkompetenzen und Erfahrungen, so dass sich ein passendes Bild Ihrer Persönlichkeit ergibt? Erläutern Sie dem Unternehmen, warum gerade Sie der geeignete Kandidat für diese Stelle sind. Beschreiben Sie, was Sie von Ihren Mitbewerbern abhebt, ohne jedoch jemanden zu denunzieren. Erwähnen Sie im Anschreiben Ihre bisherigen Erfolge, Referenzen und Projekte, die Sie auch belegen können?
  • Sind Sie in Ihrem Anschreiben auf den in der Stellenanzeige erwähnten Gehaltswunsch, die zeitliche oder örtliche Verfügbarkeit und den Einstiegstermin eingegangen?
  • Haben Sie lange Schachtelsätze, Passivkonstruktionen und den Konjunktiv möglichst vermieden?
  • Haben Sie eine konservative Grußformel wie etwa „ Mit freundlichen Grüßen“ benutzt?
  • Ist das Anschreiben mit Vor- und Nachnamen von Ihnen per Hand unterschrieben worden?
Ann-Christin Weber, Ann-Christin Weber

Ann-Christin Weber - Ich bin Juristin und Journalistin. Für Suite101 schreibe ich vor allem in den Rubriken Bildung und Karriere, Lesen und Lauschen, ...

rss