Wenn auch virales Marketing vom Prinzip her nicht unbedingt auf das Internet angewiesen ist, so funktioniert es damit, vor allem mit dem Web 2.0, sehr gut: Seit es die Möglichkeit für Jedermann gibt, seine Meinungen, Befindlichkeiten, Ein- und Ausfälle auf einfache Art und Weise der Weltöffentlichkeit im Netz kund zu tun, werden auf diesem Wege auch Andere auf Inhalte hingewiesen, die einem selbst besonders gut gefallen. Und das ist natürlich ein hervorragender Ansatzpunkt für virales Marketing.
Das Prinzip des viralen Marketings besteht darin, das jemand Andere auf etwas hinweist, das er selbst gefunden hat oder auf das er wiederum selbst hingewiesen wurde. Dieses Etwas ist dann in irgendeiner Weise mit einem Produkt, einem Unternehmen oder einer Marke verbunden. Das Paradebeispiel ist der witzige Videoclip auf YouTube, in dem ganz beiläufig ein Firmen- oder Produktname auftaucht.
Das Blog, ein dynamisches virales Marketing-Instrument
Der Videoclip ist zwar eine gute, jedoch nicht die einzige Möglichkeit, eine Werbebotschaft viral zu verbreiten. Eine weitere, ebenfalls dem Web 2.0 zuzuordnende, ist das Blog. Auch erfolgreiche Blogs verbreiten sich viral, indem nämlich Leser sie per eMail, Facebook oder Twitter weiterempfehlen, in ihre Social Bookmarks aufnehmen oder auch auf ihren eigenen Blogs verlinken. Wer über eine solche Empfehlung zu einem Blog kommt und es gut findet, wird es in einigen Fällen wiederum auch selbst empfehlen und so weiter. Dazu kommt – wie bei YouTube-Clips auch – die Auffindbarkeit über Suchmaschinen, die zusätzliche Besucher bringt, die dann ebenfalls zum Teil auch wieder andere auf das Blog hinweisen.
Das Blog hat jedoch einen großen Vorteil gegenüber statischen, immer gleich bleibenden Dingen wie Videoclips: Es ist dynamisch. Und zwar in dem Sinne, dass seine Werbebotschaft nicht ein für allemal festgelegt ist. Wer mit einem viralen Video Erfolg hat, verbreitet lediglich die daran angeheftete Werbebotschaft, die sich nachträglich nicht so ohne weiteres verändern lässt. Das Blog hingegen kann heute dieses, morgen jenes bewerben und bei entsprechender Vielfältigkeit der darauf veröffentlichten Artikel auch mehrere verschiedene Botschaften verbreiten.
Natürlich kann man jederzeit das eine tun und das andere nicht lassen: Es spricht ja nichts dagegen, das Blog selbst wiederum mit einem oder mehreren viralen Videos zu bewerben.
Mir viraler Werbung und einem Blog eine Fangemeinde aufbauen
Ein weiterer Vorteil des Blogs ist, dass es die Besucher wiederkommen lässt: Ein (virales) Video guckt man sich, auch wenn es wirklich gut ist, höchstens ein paar Mal an, dann vergisst man es. Auf ein gut gemachtes und oft aktualisiertes Blog hingegen kommt man immer wieder. Auf diese Art und Weise lässt sich eine Leserschaft, eine Fangemeinde heranziehen, die man außer mit Information und Unterhaltung, natürlich auch mit Werbebotschaften versorgt.
Besonders gut geht das mit Dingen, die typischerweise ihre Fans haben, wie etwa Motorradfahren, Modelleisenbahn, Angeln oder Gärtnern. Wer sich mit so etwas befasst, ist normalerweise immer an Informationen zum Thema interessiert. Wer einen Motorradladen hat und ein gutes Blog führt, auf dem er über Neuigkeiten zu Technik, Bekleidung, Verkehrsrecht, Zielen für Touren und so weiter informiert, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit treue Leser gewinnen. Die werden nicht nur ständig an Firmennamen und Unternehmen erinnert, sondern es wird mit der Zeit das jeweilige Geschäft für sie auch gewissermaßen zu einer ersten Adresse: Wenn man auf dem Blog eines Motorradladens in der Nähe ein neues Motorenöl entdeckt, das man probieren möchte, wird man dort zuerst danach fragen.
Bei der heutigen Dichte der Internetzugänge kann sich ein solches Marketing auch regional rechnen: Man darf getrost davon ausgehen, dass sich im Einzugsgebiet eines Fachgeschäftes genug potentielle Kunden mit Internetzugang befinden, damit sich der verhältnismäßig geringe Aufwand für ein Blog lohnt. Aber auch die Stammgäste von außerhalb der Region muss man nicht unbedingt als potentielle Kunden brach liegen lassen: Wenn man will, kann man sich ja ein zusätzliches Standbein schaffen, indem man sein Sortiment auch überregional in einem Internet-Shop anbietet. Ebenfalls geeignet ist diese Art der Werbung natürlich auch für Existenzgründer, die nach preisgünstigen Werbekanälen suchen.
