
- Guillermo del Toro und Chuck Hogan: Das Blut - Heyne
Die Idee, dass Vampirismus als Virus über das Blut übertragen wird, ist nicht neu. Guillermo del Toro und Chuck Hogan haben sie für ihre Vampir-Trilogie aufgewärmt und teilweise originell weiterentwickelt. Mit „Das Blut“ ist am 4. Oktober 2010 der zweite Teil erschienen.
„Das Blut“ – Seuchenexperte und Schädlingsbekämpfer gegen Vampire
New York scheint verloren: Ephraim Goodweather, Abraham Setrakian und dem Schädlingsbekämpfer Vasiliy ist es nicht geglückt, den Meister-Vampir zu vernichten und die Ausbreitung des Vampir-Virus’ zu verhindern. Doch die drei geben nicht auf. In einem geheimnisvollen Buch sollen der wahre Namen des Meisters und Hinweise darauf, wie er vernichtet werden kann, stehen. Außerdem kommen den Menschen plötzlich Verbündete zu Hilfe, mit denen sie nicht gerechnet haben. Die Alten, Meister-Vampire der Neuen Welt, möchten die Seuche ebenfalls eindämmen und haben ihre Jäger in die blutige Schlacht mit den zahlreichen neuen Vampiren in New York geschickt. Bei einem dieser Vampire handelt es sich um Kelly Goodweather, Ex-Frau von Ephraim und Mutter des gemeinsamen Sohnes Zack …
Guillermo del Toro und Chuck Hogan liefern Drehbuch für schlechten Actionfilm gleich mit
Del Toro und Hogan scheinen sich bei der Zusammensetzung ihres Blut-Buches am Aufbau schlechter Hollywood-Blockbuster orientiert zu haben. Dazu gehören der unvermeidliche Beschützer seiner Familie in Gestalt von Ephraim Goodweather, der zugleich als Wissenschaftler die Intelligenz repräsentiert. Abraham Setrakian steht für den Weisen, der sein Lebenswerk in einer letzten Schlacht verwirklichen möchte und über Geheimwissen verfügt, das zur Lösung führen würde, wenn er es denn mit seinen Mitstreitern teilen würde. Vasilily schließlich ist der einfach gestrickte „Macher“; er tötet Vampire wie Ungeziefer und denkt nicht groß über die Folgen seines Handelns nach. Warum ausgerechnet er dann einen Blog füllen soll, bleibt das Geheimnis der Autoren.
Schließlich die Bösewichte: Hier durfte Del Toro in „Das Blut“ seiner Vorliebe für weiße, geschlechtslose Monster mit Klauen frönt, wie man sie aus seinen Filmen „Pans Labyrinth" oder „Hellboy" kennt. Auch seine zweiten Lieblingsbösewichte kommen zum Zuge: gefühllose Nazis, am besten mit SS-Vergangenheit. Hinzu kommt ein Überbau, der die Geschichte als gesellschaftskritisch verkaufen soll: die Finanzkrise wird ebenso erwähnt wie die Unterdrückung der Massen durch wenige Reiche, die die Regierungen weltweit kontrollieren.
Am Ende von „Das Blut“ gewinnen die bösen Vampire
Bei all diesen Klischees und Oberflächlichkeiten geht die Story ziemlich unter und die Spannung flöten. Auch der Humor, der in „Die Saat“ noch zur Auflockerung beitrug, ist in „Das Blut“ verloren gegangen. Dass am Ende nicht alles gut wird, sondern das Böse triumphiert, versteht sich von selbst. Schließlich handelt es sich bei „Das Blut“ um das zweite Buch einer Vampir-Trilogie. 2011 erscheint mit „The Night Eternal“ der Abschlussband. Der deutsche Titel lautet „Die Nacht"; das Buch kommt im Januar 2012 heraus.
Guillermo del Toro und Chuck Hogan: Das Blut. Heyne 2010. Gebundene Ausgabe, 400 Seiten. Euro 19,99 (Österreich 20,60).
