
- Ein Blick auf den Schnoor - Roloplan/Pixelio
Neben dem Bremer Marktplatz mit seinem Rathaus und dem Roland und der Böttcherstraße zählt das Schnoorviertel zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Hansestadt. Hier gibt es die engsten Gassen und Sträßchen der Stadt. Es gibt Passagen, wo man sich teilweise sogar durchzwängen muss, um ans andere Ende zu gelangen. Selbst die Hauptgasse, die als Schnoor bezeichnet wird, ist gerade einmal so breit, dass ein Auto ganz knapp durchpasst. Den Namen verdankt das Viertel den mittelalterlichen Taue- und Seilemachern, die damals auch Schnüremacher genannt wurden (Schnur = Schnoor). Solche Schnüremacher gab es in diesem Viertel im Mittelalter vermehrt.
Der Schnoor – Geschichte
Erstmals erwähnt wurde der Schnoor im 13. Jahrhundert. Zu diesem Zeitpunkt gab es hier ein Franziskanerkloster, von dem es heute nur noch die Kirche gibt. Diese Kirche – die St.-Johannis-Kirche - wurde im 14. Jahrhundert im Stil der Backsteingotik als turmlose Hallenkirche erbaut. Die ältesten heute noch erhaltenen Häuser aus dem Schnoorviertel fanden ihren Ursprung im 17. und 18. Jahrhundert. Gerade sie sind es, die den besonderen Charme des Quartiers ausmachen und ein kleinen Eindruck davon geben, wie das Leben wohl im Mittelalter ausgesehen hat. Viele der heutigen Straßenbezeichnungen stehen noch im Zusammenhang mit früheren Nutzungen. So gibt es beispielsweise den Stavendamm, an dem es früher eine Badestube gab. Das Wort – Stave stand für Stube.
Ursprünglich lebten im Schnoor Flussfischer und Schiffer, die an dem ehemaligen Nebenfluss der Weser, der Balge, einen direkten Zugang zum Wasser hatten. Eine prominente Größe war im 19. Jahrhundert der Holzbeinträger „Heini Holtenbeen“, der durch seine humorvolle Art sehr beliebt bei seinen Nachbarn war. Ein Denkmal mit Spazierstock und Melone erinnert noch heute an ihn. Nach dem Versanden der Balge wechselte die Bevölkerung immer wieder heute leben im Schnoorviertel hauptsächlich wohlhabende Bremer.
Der Schnoor heute
Heute ist der Schnoor vor allem bei Touristen beliebt. Die kleinen Gassen und die gut erhaltenen alten Häuser bieten die perfekte Kulisse für viele Restaurants und kleine Lädchen. Im Schnoorviertel gibt es allerlei an Souvenirs und schönem Klimbim zu kaufen. Aber auch Spezialgeschäfte wie ein Papierbastelladen oder ein Süßwarengeschäft locken auch immer wieder interessierte Bremer in das Gängeviertel. Kultur bietet das Packhaustheater, in dem es Eigenproduktionen aber auch viele Gastspiele zu sehen gibt. Gastronomisch gibt es von deutscher über spanischer, italienischer und irischer Küche eine sehr umfangreiche Palette an lukullischen Genüssen.
Zu den Hauptattraktionen im Schnoor zählen das Amtsfischerhaus, das Bremer Geschichtenhaus sowie das Antikmuseum. Neben der Statue Heini Holtenbeens ist auch die Ottjen-Alldag-Plastik des plattdeutschen Bremer Dichters Georg Droste ein schönes Fotomotiv. Sie stammt von dem Künstler Claus Homfeld.
