Konzert: Das Brüder-Duo gruber + gruber begeistert in Traunreut

 Thomas und Rainer Gruber im Chiemgau zu Gast  - Markus Müller
Thomas und Rainer Gruber im Chiemgau zu Gast - Markus Müller
Thomas und Rainer Gruber spielten sich mit einzigartigen Klängen und einem schier unerschöpflichen musikalischen Repertoire in die Herzen des Publikums.

Einen unterhaltsamen und in vielerlei Hinsicht außergewöhnlichen musikalischen Abend erlebten die Besucher unlängst im k1 in Traunreut. In der kleinstmöglichen kammermusikalischen Besetzung nahmen die Zwillingsbrüder Rainer und Thomas Gruber die Gäste mit auf eine kurzweilige Reise in die unterschiedlichsten Klang- und Bilderwelten.

Thomas und Rainer Gruber erzählen Bilder und malen Geschichten

Mit ihren größtenteils eigenen Kompositionen erzählten die Musiker instrumentell von stimmungsvollen Sonnenauf und -untergängen, sinnlichen Ausflügen in die heimische Natur sowie abenteuerlichen Reisen in südliche Länder und Kulturen. Scheinbare Gegensätze schienen sich plötzlich auf wundersame Weise zu vereinen oder gänzlich aufzulösen. So gingen Heimweh und Fernweh, überschwängliche Begeisterung und Melancholie genauso ineinander über wie spanischer Flamenco und niederbayerischer Volkstanz. Atemberaubend schnelle, energiegeladene und klanggewaltige Melodien wechselten sich ab mit langsamen, ruhigen und einfühlsamen Passagen.

2010 mit dem Bayerischen Kulturpreis ausgezeichnet

Die Harmonie zwischen den beiden kongenialen Brüdern und ihren perfekt aufeinander abgestimmten Instrumenten blieb aber auch in den turbulentesten Stücken erhalten. Während Thomas virtuos an seinem wundersamen Hackbrett und mit seiner diatonischen Knopfharmonika glänzte, zeigte Rainer an der Gitarre und am Akkordeon die ganze Bandbreite seines Könnens.

Für ihr facettenreiches Schaffen wurden gruber + gruber, die erst seit zwei Jahren als Duo auftreten, 2010 mit dem bayerischen Kulturpreis in der Kategorie Kunst ausgezeichnet. Zuvor hatten sich die studierten Musiker in den verschiedensten Ensembles einen Namen gemacht. "2012 werden wir sogar erstmals in der Schweiz auf der Bühne stehen", kündigten die Gruber-Brüder am Rande des Konzerts in Traunreut an.

Sie lassen es mit ihren Instrumenten regnen, blitzen und donnern

Nachdem gruber + gruber eingangs ein Stück des Soul- und Funk-Musikers James Brown intoniert hatten, durften die Zuschauer die idyllische Abendstimmung einer italienischen Kleinstadt inhalieren. Kurz darauf verließen die Brüder überraschend ihren Platz auf der Bühne, um sich in der Dämmerung unweit der Zuschauerränge als Pariser Straßenmusikanten zu probieren. Zurück an ihrem angestammten Platz spielten sie mit Hackbrett und Akkordeon ihr einprägsames „Regentropfen-Stück“. Dabei ließen sie es zunächst nieseln, dann leicht tröpfeln und plötzlich wolkenbruchartig regnen, ja sogar blitzen und donnern. Als sich der Sturm gelegt hatte, lösten sich die Wolken auf, die Sonne kam zum Vorschein und wer genau hinhörte, der konnte sogar den vorher versprochenen Schmetterling unbeschwert fliegen hören.

Eine musikalische Zeitreise und Ausflüge zum Chiemsee und nach Afrika

Während der folgenden beiden Darbietungen ließen die beiden sympathischen Ausnahmekönner die Zuhörer in die spanische Geschichte eintauchen. Ein 150 Jahre altes Orchesterwerk mussten die Grubers wohl oder übel zu zweit intonieren. „Die anderen haben uns leider im Stich gelassen“, fügten sie schmunzelnd an und ließen umgehend eine noch 300 Jahre ältere spanische Tanzweise und einen musikalischen Nachruf auf das Weihnachtsfest erklingen.

Mit einem kurzerhand in „Sonnenuntergang am Chiemsee“ umgetauften Stück ging es gewohnt variantenreich und ausdrucksstark in die Pause. Wiederum abseits der Bühne eröffnete das virtuose Brüderpaar den zweiten Teil des Konzerts. Einem klangvollen Ausflug in die afrikanische Savanne mit ihren wilden Tieren und speziellen Stimmungen folgte eine kaum weniger spannende Bergwanderung auf den heimischen Hochgern – inklusive Gipfelpanorama.

Zwiefacher trifft spanischen Flamenco

Auch wenn sie das Reisefieber, dem sie sogar ein eigenes Werk widmeten, immer wieder gen Süden nach Spanien, Italien und Südamerika trieb, verloren sie ihre musikalischen Wurzeln nie aus den Augen. Vielmehr zeigten sie einzigartige bayerisch-spanische Symbiosen, die ihrer grenzenlosen Lust am Entdecken, Ausprobieren und „sich inspirieren lassen“ zu verdanken sind. Bevor der bayerische Volkstanz Zwiefacher abschließend eine wundersame Liaison mit dem spanischen Flamenco einging, hatten die Grubers dem spanischen Ritter Don Quixote ihre Aufwartung gemacht. Mit langanhaltendem Applaus verabschiedete das gemischte Publikum die genialen Künstler, die sich ihrerseits mit zwei schnell improvisierten unverwechselbaren „Gruber-Zugaben“, darunter ein eindrücklicher Tango, bedankten.

Markus Müller , Markus Müller

Markus Müller - Schon als Jugendlicher entwickelte ich eine besondere Leidenschaft für das Schreiben und Recherchieren. Nach dem Abitur und meiner ...

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