Das Buch "Die Wüstenblume" – jetzt auch als Film

Der Besteller von Waris Dirie über die Genitalbeschneidung an Frauen

"Die Wüstenblume" ist eines der aufregendsten, aber auch schockierendsten Bücher, das sich mit dem menschenunwürdigen Ritual der Beschneidung von Frauen auseinandersetzt.

Waris Dirie wurde ungefähr 1965, das genaue Geburtsdatum ist ihr nicht bekannt, in Somalia als Tochter einer muslimischen Nomadenfamilie geboren. 1998 erschien ihr Bestseller Die Wüstenblume. Ihr Vorname, der übersetzt Wüstenblume bedeutet, gab ihrer Autobiographie den Titel.

Schonungslos erzählt die Nomadin Waris Dirie ihre Geschichte. Das immer noch stark tabuisierte Thema der Genitalbeschneidung an Frauen wurde dank dieses mutigen Romans zum Gespräch. Und obwohl sich schon einiges bewegt hat, werden immer noch rund zwei Millionen von kleinen Mädchen jedes Jahr auf eine grauenvolle Art und Weise verstümmelt.

Der Inhalt des Buches Die Wüstenblume

Die Autobiographie von Waris Dirie beschreibt den außergewöhnlichen Lebensweg der Autorin. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte Waris in Somalia. Im Buch beschreibt sie das karge Leben in der Wüste, Bräuche und der Traditionen ihres Stammes. Mit 13 Jahren flüchtet sie nach Mogadischu, wo sie bei einigen Verwandten Unterschlupf findet, bis sie mit ihrem Onkel Mohammed nach London geht. Dort arbeitet sie als Hausmädchen und Putzfrau bis sie von einem Talent-Scout als Model entdeckt wird. Sie erobert die Laufstege der Welt und wird berühmt. Freundschaften und Liebesbeziehungen werden ebenso feinfühlig und humoristisch beschrieben. Zentrales Thema des Buches ist die Genitalbeschneidung von Mädchen, die Waris Dirie als fünfjähriges Kind erleiden musste. Sie wird Sonderbotschafterin der UNO und setzt sich aktiv für Aufklärung und Abschaffung des grausamen Rituals ein.

Der Film Die Wüstenblume

Es dauerte einige Jahre, bis es zur Verfilmung des Bestsellers kam. Ab 24. September 2009 läuft der Film "Die Wüstenblume" unter der Regie von Sherry Horman in den deutschen Kinos. In der Hauptrolle ist Schauspielerin und Model Liya Kebede zu sehen. In einem Interview beschrieb Waris Dirie die Zusammenarbeit mit Sherry Horman, die auch das Drehbuch verfasste, als innig und empathisch. Zwei Dinge waren Dirie besonders wichtig: Im Film sollte die Verstümmelung der Genitalien, die die Hauptfigur als Kind erleiden musste, schonungslos gezeigt werden. Aber auch humoristische Anteile sollten auf keinen Fall fehlen. Denn diese Seiten prägten ihr Leben.

Genitalbeschneidung von Frauen

Die Genitalbeschneidung von Frauen ist eine traditionelle Verstümmelungs-Praktik, die besonders in Afrika weit verbreitet ist. Nach Schätzungen der WHO sind weltweit 100 bis 140 Millionen Frauen und Mädchen betroffen. Bei diesem grausamen Ritual werden die weiblichen Geschlechtsteile ganz oder teilweise entfernt. Dies soll dem Zweck dienen, dass die Mädchen, wenn sie in die Pubertät kommen, rein und sauber bleiben. Nicht beschnittene Mädchen riskieren in ihrem Kulturkreis daher auch, sozial ausgegrenzt zu werden und keinen Ehemann zu finden. Die Beschneidungen finden meist unter widrigsten Umständen, ohne Hygienemaßnahmen und im vollen Bewusstsein der Opfer, statt. Was in Europa unter dem Begriff der Folter fällt, wird als religiöser Ritus gesehen. Dass, viele der beschnittenen Mädchen für immer verstümmelt sind, lebenslange Schmerzen erdulden müssen oder wie es auch häufig vorkommt, an den Folgen der Beschneidung sterben, wird ohne Diskussion in Kauf genommen.

Was kann man gegen Genitalbeschneidung tun?

Sich zu informieren und über die furchtbaren Umstände der Genitalbeschneidung zu diskutieren, ist ein sinnvoller erster Schritt. Viele Organisationen wie amnesty international, Weißes Friedenband, UNICEF und andere weisen immer wieder auf diese Foltermethoden hin.

Seit 2003 machen Frauenrechtsorganisationen auch jedes Jahr am 6. Februar auf die Folgen weiblicher Genitalbeschneidung aufmerksam.

Tanja Guserl, Tanja Guserl

Tanja Guserl - Nach meinem Psychologiestudium an der Hauptuniversität Wien, absolvierte ich Zusatzausbildungen zur Klinischen Psychologin und ...

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