Das Buch ohne Namen

Ein Buch erobert die Welt übers Internet

Das Buch ohne Namen - Zeilenreich
Das Buch ohne Namen - Zeilenreich
Das Böse herrscht in Santa Montega. Und zwei Mönche brechen auf, nach dem Stein zu suchen, der die Stadt in ewige Dunkelheit tauchen könnte

Santa Montega ist wirklich der letzte Ort an dem man sein möchte. Hier tummeln sich wahrhaft böse Gestalten, die man schon von den großen wie Quentin Tarantino kennt. Außerdem ist Santa Montega wahrscheinlich die einzige Stadt der Welt, in deren Bars man nicht rauchen darf, sondern muss.

Gruselig, fantastisch und sehr bizarr

Der Bourbon Kid ist ein dunkler Mann mit Kapuze. Vor fünf Jahren hat er nach dem Genuss eines Bourbons die Kundschaft der Tapioca Bar in Santa Montega getötet. Scheinbar einfach so. Nur den Barkeeper Sanchez hatte er verschont. Jetzt ist Bourbon Kid wieder da und verbreitet Angst und Schrecken in Santa Montega.

Die Mondfinsternis steht an in Santa Montega und das bedeutet in dieser Stadt die totale Dunkelheit. Jetzt betreten zwei Mönche aus ihrer behüteten Welt vor der Küste die Stadt des Verbrechens. Sie sind auf der Suche nach einem sagenumwobenen Mondstein. Dieser ist in der Lage, Santa Montega in ewige Dunkelheit zu tauchen und damit zu einer idealen Brutstätte von Vampiren werden zu lassen. Auf der Suche nach dem Stein sind viele und sie hinterlassen eine Spur des Grauens und des Todes. Die Detectives Somers und Jensen machen sich daran all die Morde aufzuklären. Und dann gibt es da noch dieses Buch, durch das jeder stirbt, der es liest.

Das Buch aus dem Internet

Das Buch ohne Namen beansprucht für sich, aus dem Internet entstanden zu sein. In gedruckter Form erscheint das Buch im Lübbe Verlag. Daher sind auf der Rückseite auch Reszensionen von Lesern aus dem Internet zu finden. Hauptsächlich über amazon schaffte es der Autor, der sich selbst Anonymus nennt, Leser zu finden.

Die Bedeutung des Buches

Das Buch einzuordnen scheint schwierig. Es schwebt zwischen Horror, Wester, Thriller und ein wenig Fantasy. Leider ist das Buch stilistisch gesehen nicht sehr hochwertig. Die Sätze sind kurz und das Vokabular meist wenig einfallsreich. Die Personen werden nur sehr flach beschrieben. Keine von ihnen besitzt Tiefgang und alle leben sie eigentlich nur von Klischees. Und auf diesen Klischees wird fleißig herumgekaut. So wirkt das Buch blutleer und ohne Aussage.

Jede eingeführte Figur, die etwas Sympathie im Leser erlangen konnte, stirbt einige Kapitel später. Das ermüdet sehr schnell und man fängt an, sich eine längere Lebensdauer der Personen zu wünschen. Auch die Art der Beschreibung der blutigst zugerichteten Leichen wäre in weniger Ausführlichkeit manchmal ein geeigneteres Stilmittel.

Großen Spaß hat der Leser des "das Buch ohne Namen" eigentlich nie. Faszinierend ist das Buch in gewissem Sinne trotzdem. Am Ende nimmt die Geschichte eine nette Wendung. Dies ist auch der eigentliche Grund, aus dem man bereit ist, das Buch bis zum Ende zu lesen - man möchte wissen, wie es endet. Dennoch verspricht es mitnichten, was der Klappentext verspricht. Schade.

Erika Maier, Erika Maier

Erika Maier - Nach dem Abitur habe ich einige Jahre deutsche Literaturwissenschaften, englische und amerikanische Literaturwissenschaften sowie Kunst- ...

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