Das CIA World Factbook – die Welt jährlich als Update

30 Kilometer Küstenlinie - Daniel Clemens
30 Kilometer Küstenlinie - Daniel Clemens
Das kostenlose World Factbook der CIA - die ganze Welt in Zahlen und Fakten.

Jederzeit die Welt auf einen Blick, mit dem C.I.A. World Factbook ist das möglich. Wo man früher ein veraltetes Länderlexikon wälzen musste, um dann festzustellen, dass in diesem noch die Tschechoslowakei aufgeführt wird, kann man heute Wissensspeicher wie Wikipedia nutzen. Dort findet man alles, was man braucht. Jedoch schneller und wesentlich detaillierter geht es mit dem Factbook. Wer wissen will, wie viel Strom ein Durchschnittsalgerier verbraucht oder wie viel Küstenlinie einem Australier zur Verfügung steht, um sich ein einsames Plätzchen am Strand zu suchen, hat es selbst bei Wikipedia schwer. Das Factbook gibt dagegen einheitlich strukturiert eine erstaunliche Masse von Fakten preis.

Die Wurzeln des World Factbook

Das Factbook ist, wie der volle Name schon sagt, ein Produkt der Central Intellegence Agency (C.I.A), also dem bekanntesten Geheimdienst der USA. Im Zweiten Weltkrieg, noch vor der Gründung der CIA, verzeichnete man ein nachteiliges Defizit an grundlegenden Informationen über die Gebiete, in welchen militärische Operationen stattfinden sollten. Um diese Lücke zu schließen, wurde eine militärische, gattungübergreifende Abteilung mit dem Namen Joint Army Navy Intellegence Survey, kurz JANIS, gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg und mit der Konstituierung der CIA wurde dieses Programm unter dem neuen Namen National Intelligence Survey (NIS) integriert. Dieser sollte die Aufgabe des JANIS zu Friedenszeiten weiterführen und immer aktuelle Daten über die Länder dieser Erde sammeln. Ab 1962 erschienen diese Erkenntnisse dann jährlich in einem nur Regierungsbehörden zugänglichen Buch, welches aber ab 1971 auch der Öffentlichkeit präsentiert wurde. 1981 erhielt es dann seinen heutigen Namen „The World Factbook“. Seit 1994 ist es frühzeitig im Internet angekommen.

Was kann das Factbook

Das kostenlose und ohne nötige Registrierung zugängliche Factbook hat eine unglaubliche Menge an Informationen preiszugeben, u.a. über Länder, deren Existenz man sich gar nicht bewusst war. Für jemanden, der großes Interesse an den Regionen unserer Erde hat und auch Statistiken lesen und interpretieren kann, ist diese Internetseite eine bodenlose Fundgrube, aus der man sich bei der Erstbetrachtung nur schwer lösen kann. Das Beste daran ist aber das jährlich durchgeführte Update aller Fakten.

Der Aufbau des World Factbooks

Hat man sich aus der Liste ein Land ausgesucht, so findet sich dazu ein Menü mit neun Punkten.

  1. Der Hintergrund – ist ein ziemlich knapper, aber dafür nicht uninformativer historischer Abriss mit politischen Tendenzen.
  2. Die Geographie – enthält alles, was man sich an topografischen und klimatologischen Daten wünscht, von der höchsten Erhebung bis zur tiefsten Senke, man erfährt sogar, welche Umweltschutzabkommen unterschrieben wurden.
  3. Die Bevölkerung – wird statistisch detailliert dargestellt. Wer schon immer mal wissen wollte, wie lange man in Honduras in die Schule geht, findet es im Factbook heraus.
  4. Die Regierungsform – und die Regierung stellen einen weiteren Punkt. Dort wird vom Staatsgebilde über die Einsetzungsmechanismen politischer Führer bis hin zu der institutionellen Struktur vorhandener Gewaltenteilung alles dargestellt.
  5. Die Wirtschaft – mit ihren Importen und Exporten, ihrer sektoralen Gliederung, der Ausprägung des Finanzsektors, bis hin zu den wichtigsten internationalen Handelspartnern.
  6. Die Kommunikation – verrät mehr über die gesamte Infrastruktur der Informationsverbreitung, bis hin zur Anzahl der ständigen Fernsehsender.
  7. Die Transportinfrastruktur – klärt über alles auf, was mit Auto, Bahn, Schiff oder Flugzeug an Tarnsportwegen vorhanden ist.
  8. Das Militär – wird über die Truppenstärke hinaus auf seine Zusammensetzung beleuchtet.
  9. Die internationalen Probleme – werden benannt, was im Falle Deustchlands bedeutet, eigentlich keine zu haben, bis auf den Drogenimport aus verschiedenen Ländern.

Die Welt in Anhängen

Dem nicht genug hat man die Möglichkeit, in den Anhängen gezielt zu suchen oder nach Belieben zu stöbern. Dort findet man zum Beispiel alle Nationalflaggen dieser Welt, ein sehr ausführliches Glossar zu allen Sachbegriffen, welche irgendwo im Factbook verwendet werden. Des Weiteren findet man dort eine ausführliche Anleitung zum Umgang mit den Länderprofilen, welche es aber aufgrund der Übersichtlichkeit dieser eigentlich nicht geben bräuchte. Außerdem eine Liste mit Abkürzungen, eine Liste mit allen nennenswerten internationalen Organisationen und Gruppen, eine Liste mit Länderkürzeln für Auto, Internet et cetera, eine sehr ausführliche Liste mit geografischen Namen samt deren Verortung und last but not least eine Liste aller internationalen Maßeinheiten.

Das World Factbook als App

Es hört sich viel an und es ist auch viel. Das World Factbook könnte einen mit Informationen erschlagen, wäre es nicht so gut strukturiert. Es ist ja auch kein Wunder, kommt es doch aus einer Behörde, welche seit Jahrzehnten damit beschäftigt ist, Informationen zu sammeln. Nur das Kartenmaterial, was zur Verfügung gestellt wird, ist nicht einmal auf Schulatlasniveau, was dann doch sehr wundert, bei einer Einrichtung mit den wahrscheinlich meisten Satelliten für eine Behörde weltweit. Will man die Welt wirklich immer und überall dabei haben, kann man das World Factbook 2010 auch als App buchen, sicher auch ohne, dass die CIA gleich überall mit dabei ist.