
- Der Teufelstisch - Christa Kaddar
Das Dahner Felsenland ist eine beeindruckende Landschaft im Süden des Naturparks Pfälzerwald und bietet – im wahrsten Sinne des Wortes – grenzenloses Wander- und Radfahrvergnügen, denn das Vergnügen lässt sich ausdehnen auf das angrenzende Elsass und die französischen Nordvogesen.
Familie M. aus Wiesbaden ist ein gutes Beispiel für die generationenübergreifenden Aktivitäten, die rund um Dahn möglich sind. Das Ehepaar ist mit den beiden Kindern, der zwölfjährigen Ellen und dem zehnjährigen Mark, und mit vier Fahrrädern angereist. Knapp 160 Kilometer sind sie über die A61 gefahren, um sich hier mit den Großeltern zu einem viertägigen Kurzurlaub zu treffen. Die Großeltern sind mit dem Zug aus Stuttgart gekommen. Zweieinhalb Stunden waren sie unterwegs, zunächst von Stuttgart nach Karlsruhe mit dem Intercity, dann ging es weiter mit dem Regionalexpress nach Landau und schließlich folgten noch 40 Minuten mit der Regionalbahn nach Hinterweidenthal bei Dahn. Dort hat die Familie den ersten Treffpunkt vereinbart, bevor sie am Nachmittag ein preiswertes Hotel in Dahn bezieht.
Sagenhaft: In Hinterweidenthal hat sich der Teufel den Tisch gedeckt
In Hinterweidenthal nehmen die sechs Kurzurlauber gleich ihr erstes Projekt in Angriff. Nach einer kleinen Stärkung im Landgasthof „Am Teufelstisch“ steigen sie den Waldpfad hoch zum gleichnamigen Felsen, um den die Kinder begeistert herumkraxeln und den die Erwachsenen ehrfürchtig bestaunen. Der Teufelstisch ist ein phantastisches Beispiel für die bizarren Felsengebilde in Dahn und Umgebung. Nach einem Bericht von August Becker aus dem Jahr 1857 wurde in der Bevölkerung die Sage weitergegeben, der Teufel habe sich aus Felsblöcken diesen Tisch gebaut, um seine Mahlzeiten darauf zu halten. Andere erklärten den Teufelstisch mit seiner 250 Tonnen schweren „Tischplatte“ zum keltischen Denkmal oder zu einer heidnischen Kultstätte. Festzustehen scheint heute, dass dieses Gebilde aus rotem Buntsandstein ein reines Werk der Natur ist.
Zu den weiteren wunderlichen Felsgebilden in Dahn und Umgebung zählen Braut und Bräutigam, der Schillerfels oder der Pfaffenfels. Der Dahner Felsenpfad, der an den Naturspektakeln entlang führt, wurde vom Deutschen Wanderinstitut als Premiumweg mit dem Deutschen Wandersiegel ausgezeichnet. Andere Wandertouren führen beispielsweise auf den Spuren pfälzischer Sagen zu den Felsen und Burgen der Region.
Die Burgen Altdahn, Grafendahn und Tanstein stehen auf fünf nebeneinander liegenden Sandsteinfelsen
Am zweiten Tag machen Eltern und Kinder zunächst eine Radtour, während die Großeltern die Wanderschuhe anziehen, um die Gegend zu Fuß zu erkunden. Die 15 Orte des Dahner Felsenlandes sind durch gut ausgebaute und markierte Wander- und Radwege miteinander verbunden. Sie führen vorbei an Felsen, Burgruinen, durch Wälder und Wiesen, an Seen und Weihern entlang. Am Ende der Tour treffen sich die Radfahrer mit den Großeltern auf der Burg Altdahn, die eine Freude für die großen und kleinen Entdecker und Kletterer ist.
An die Burg Altdahn aus dem 13. Jahrhundert schließen sich die Burgen Grafendahn und Tanstein an. Sie wurden von mehreren Generationen der Dahner Ritter auf fünf nebeneinander liegenden Sandsteinfelsen erbaut. Durch die Spuren der Verwitterung an Burgmauern und Sandsteinfelsen verbinden sich Natur und Architektur zu einer malerischen Einheit. Dank mehrerer Restaurationen im 19. und 20. Jahrhundert konnten die Ruinen der größten Burganlage in der Pfalz erhalten werden. Ein Burgmuseum informiert über die wechselvolle Geschichte.
Einen Besuch wert sind auch die Burgruinen Neudahn, Blumenstein bei Schönau, Drachenfels bei Busenberg und Kleinfrankreich bei Erlenbach. Bei Erlenbach liegt auch die einzige noch bewohnte Burg Berwartstein. Die am höchsten gelegene Burg (572 Meter) der Pfalz, die Wegelnburg liegt zwischen Schönau und Nothweiler. Sie stammt ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert und wurde im 17. Jahrhundert stark zerstört. Die Restaurierungsarbeiten in den 1980er Jahren haben möglicherweise das ursprüngliche Aussehen der Burg nicht angemessen berücksichtigt. Der mühsame Aufstieg lohnt sich dennoch, denn Besucher werden mit einer wunderbaren Aussicht über die Pfalz und die Vogesen belohnt.
Der Baumwipfelpfad in Fischbach führt zu den Vögeln in den Baumkronen
Am dritten Tag fährt Familie M. nach Fischbach. Es liegt 16 Kilometer südwestlich von Dahn, der „Hauptstadt“ des Felsenlandes, das insgesamt Teil des Biosphärenreservats Pfälzerwald/Nordvogesen im südwestlichen Rheinland-Pfalz ist. Diese Region besteht zu 75 Prozent aus Wald. Eine Möglichkeit, die vielfältigen Naturerscheinungen geballt zu erfahren, bietet das Biosphärenhaus in Fischbach. Eine Ausstellung, die alle Sinne anspricht, ein Biosphären-Erlebnisweg, ein Wasser-Erlebnisweg und ein Baumwipfelpfad sorgen in Fischbach für einen überaus spannenden Naturerlebnistag.
Der Baumwipfelpfad ermöglicht einen luftigen Spaziergang über einen hölzernen Pfad in Höhe der Baumkronen, wo die Vögel munter zwitschern. 19 Stahlstämme tragen den 200 Meter langen in bis zu 35 Meter Höhe hängenden Pfad, der sogar für Rollstuhlfahrer zugänglich ist. Kinder, Eltern und Großeltern haben hier ihren Spaß. Zehn Mitmach-Stationen vermitteln Wissen und schärfen die Sinne für das, was sich in den Wipfeln abspielt, sei es die Zuckerproduktion durch Photosynthese, sei es – in der Spechtstation – die Erklärung, warum der Specht ständig klopft. Das Ende des Parcours kann aus 24 Metern Höhe per Rutsche verlassen werden; die Großeltern bevorzugen allerdings den Rückweg über die Treppe.
Den vierten und letzten Tag lässt die ganze Familie in Dahn ausklingen. Im „Felsland Badeparadies“ finden wiederum alle, was sie suchen: Badespaß im Innen- und Außenbecken, eine 45 Meter lange Rutsche, Wellness und Sauna. Mit einem Spaziergang im Dahner Kurpark endet der Kurzurlaub. Bevor sich die Großeltern und die junge Familie trennen, beschließen sie, bei ihrem nächsten Besuch in der Region auch die französische Seite unter die Lupe zu nehmen.
