Denkmal für die Befreiungskriege in Berlin

Das Eiserne Kreuz gab dem Berliner Bezirk Kreuzberg den Namen

Kreuzbergdenkmal - Harald Rossa
Kreuzbergdenkmal - Harald Rossa
Die Befreiungskriege folgten der Demütigung Preußens, das nach den Siegen Napoleons am Abgrund stand. Das Kreuzbergdenkmal ehrt die „Helden" dieses Krieges.

Das Kreuzbergdenkmal in Berlin ist wahrscheinlich das erste Denkmal, das zur Erinnerung an die Befreiungskriege von 1813 errichtet wurde. Aus der Berliner Bürgerschaft heraus entstand der Wunsch nach einem solchen Denkmal. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. griff diesen Gedanken auf und beauftragte Karl Friedrich Schinkel mit der Entwicklung eines Entwurfs.

Die Geschichte des Nationaldenkmals der Befreiungskriege

Schinkel erwog zunächst den Bau einer gotischen Kirche vor dem Potsdamer Tor. Am Ende kam es dann zu dem wesentlich bescheideneren Denkmal auf dem Tempelhofer Berg. Diese erstmals 1290 urkundlich erwähnt Anhöhe am Südrand des Berliner Urstromtals trug auch die Namen Sandberg und Runder Weinberg. Seit dem 15. Jahrhundert wurde an seinen Hängen bis 1740 Wein angebaut. Das Denkmal führte später dazu, dass der Name Tempelhofer Berg durch Kreuzberg ersetzt wurde, der dann schließlich auf den gesamten Stadtbezirk übertragen wurde.

Den Grundstein zum Denkmal auf dem Gipfel des Tempelhofer Berges legten im September 1818 König Friedrich Wilhelm III. und der russische Zar Alexander I.. Es wurde am 30. März 1821, das war der Jahrestag der Erstürmung des Montmartre, als das „Deutsche Nationaldenkmal für die Siege in den Befreiungskriegen“ eingeweiht.

Zur Zeit seiner Aufstellung stand das Kreuzbergdenkmal frei auf dem Gipfel der Anhöhe und war weithin bis in die Mitte Berlins sichtbar. Inzwischen sind rund herum im Viktoriapark hohe Bäume herangewachsen und das Denkmal ist nur noch aus der Nähe erkennbar. Und das, obwohl das gesamte fast 200 Tonnen wiegende Denkmal unter Kaiser Wilhelm I. 1879 auf ein 8 Meter hohes Podest, das wie die Bastion einer Festung wirkt, gehoben wurde.Denn die Bebauung der Tempelhofer Vorstadt verstellte zunehmend den Blick auf das Denkmal. Dabei wurde auch die Achse des Denkmals so gedreht, dass es genau in einer Achse mit der Großbeerenstraße stand, die genau auf die Erhöhung zuführt.

Ab 1888 wurde das Gelände um das Denkmal herum zum Viktoriapark umgestaltet. Die Attraktion dieses Parks ist der 24 Meter in die Tiefe stürzende künstliche Wasserfall, zu dem der Hainfall im Riesengebirge das Vorbild lieferte. Heute ist der Viktoriapark eine vielbesuchte grüne Oase für die dicht bebauten Stadtviertel der Umgebung. Seit 1968 gibt es wieder einen kleinen Weingarten am Berg, der ansonsten einen hervorragenden Rundblick auf die Mitte Berlins bietet.

Das Kreuzbergdenkmal

Das 19 m hohe Monument auf dem Kreuzberg, das heute meist nur Kreuzbergdenkmal genannt wird, hat die Form eines gotischen Turmhelms. Es ist aus Gusseisen von der Königlich-Preußischen Eisengießerei (KPEG) in Berlin nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel geschaffen. In den 12 gotisch geformten Nischen stehen Genien der wichtigsten Schlachten der Befreiungskriege. Diese Figuren sind als Portraits von preußischen Heerführern und Mitgliedern des preußischen Königshauses gestaltet worden. So wird die besondere Rolle des Königreiches Preußen in den Befreiungskriegen heraus gestellt. Die vier Hauptfronten der Säule verweisen auf die Schlachten von Großgörschen, Leipzig (Völkerschlacht), Paris und Waterloo (Belle-Alliance). Die Turmspitze krönt ein Eisernen Kreuz. Diesen Orden hatte Friedrich Wilhelm III. zu Beginn der Befreiungskriege für diejenigen gestiftet, die sich im Freiheitskampf auszeichneten.