Das Deutschlandstipendium – Unterstützung für Studenten

Deutschlandstipendium für die Elite? - (c) Marcel Klinger / pixelio.de
Deutschlandstipendium für die Elite? - (c) Marcel Klinger / pixelio.de
Das Deutschlandstipendium soll besonders talentierte Studenten fördern. Das Programm ist aber noch verbesserungswürdig.

Nachdem vor einigen Jahren die Studiengebühren eingeführt wurden, müssen die meisten Studenten finanziell viel mehr stemmen, um ein Studium erfolgreich absolvieren zu können. Nebenjobs und Arbeit in den Semesterferien gehören nun noch mehr zum Studentenalltag als zuvor. Deshalb ließ sich das Bundesministerium für Bildung und Forschung, kurz BMBF, etwas einfallen, um die Studenten nun mehr zu unterstützen. Das Deutschlandstipendium soll ab dem Sommersemester 2011 den Studierenden “den Rücken frei halten“, damit sie sich ganz auf das Studium konzentrieren können. Doch das System hat mehrere Haken.

Nicht jede Hochschule bietet das Stipendium an

Es besteht für die Hochschulen keine Pflicht zur Einführung des Deutschlandstipendiums. Es ist jeder Institution selbst überlassen, ob sie an dem Programm teilnehmen möchte oder nicht. Ein Argument dafür oder dagegen dürfte wahrscheinlich der Verwaltungsaufwand sein, denn die entsprechenden Hochschulen sollen in einem Auswahlverfahren selbst über die Vergabe der Stipendien entscheiden. Eine gesonderte Kommission muss gegründet werden, die jeden einzelnen Bewerber prüfen muss. Das bedeutet mehr Verwaltungsaufwand und es ist nicht klar, ob die Hochschulen dafür gesondert vergütet werden. Ob die Möglichkeit, mit diesem Stipendium besonders viele Hochbegabte an die eigene Hochschule zu locken, diesen Aufwand wieder ausgleicht, bleibt abzuwarten.

Das Stipendium ist nicht für jeden gedacht

Natürlich kann sich jeder Studierende gern dafür bewerben. Grundsätzlich ist auch jedes Studienfach förderungswürdig. Auch Zweitstudien können gefördert werden, wodurch auch die Weiterbildung in diesem Programm berücksichtigt wird. Allerdings bekommt nicht jeder Student dieses Stipendium bewilligt. Die Auswahlkommission entscheidet, ob die Leistungen gut genug sind, um gefördert zu werden. Studiert der Bewerber im ersten Semester, können auch die Schulnoten herangezogen werden. Zum Start des Programms sollen 1.000 Stipendien vergeben werden. Bei einer Studentenzahl von aktuell rund zwei Millionen bedeutet das, dass nur 0,05 Prozent ein solches Stipendium erhalten können. Auch durch die langfristig 160.000 geplanten Stipendien können nicht einmal zehn Prozent der Studierenden berücksichtigt werden. Das liegt auch in der Absicht des BMBF, denn es sollen mit dem Deutschlandstipendium primär neue Talente gefördert werden. Denn Deutschland brauche “leistungsfähigen Nachwuchs“.

Reicht der Förderbetrag zum Leben?

Das Stipendium soll den Stipendiaten “den Rücken freihalten“. Es wird einkommensunabhängig zusätzlich zum BAföG gewährt. Das ist auch wichtig, denn von den monatlich 300 Euro lässt sich nur schwerlich leben. Wer aber nun kein BAföG erhält, ist trotzdem auf einen Nebenjob angewiesen, um seine laufenden Kosten decken zu können. Das Stipendium, das je zur Hälfte von privaten Förderern und dem BMBF getragen wird, reicht dazu nicht. Also kann dieses Stipendium allein gar nicht sicher stellen, dass die Studenten sich rein auf das Studium konzentrieren können.

Auch besteht keine Zusage für das Stipendium während der gesamten Studienzeit. Das Deutschlandstipendium wird mindestens für zwei Semester und maximal für die Dauer der Regelstudienzeit gewährt. Allerdings wird jedes Jahr von der Auswahlkommission der jeweiligen Hochschule neu geprüft, ob noch die Voraussetzungen, sprich besonders gute Leistungen, vorliegen. Ist das nicht mehr der Fall, wird das Stipendium nicht mehr gewährt.

Anlehnung an die internationale Regelung

Eines scheint offensichtlich: Mit dieser Art Stipendium soll Deutschland im internationalen Bildungsvergleich wettbewerbsfähig gemacht werden – und das zu möglichst geringen Kosten. Länder wie die USA haben dies schon erfolgreich vorgemacht. Dort bezuschussen die Unternehmen und Privatiers die Hochschulen schon mit mehr als 50 Prozent. Es erscheint reizvoll, sich diesem System anzuschließen und damit gleichzeitig die talentiertesten Studenten zu fördern. Das BMBF spricht auf seiner Internetseite von einer Stipendienkultur, welches anderen Ländern schon zum Erfolg verholfen habe. Es bleibt abzuwarten, ob es sich auch in Deutschland wirklich durchsetzen wird.

Kommunikation, Stefanie Vogel

Stefanie Vogel - Geboren wurde ich Anfang der 1970ern im Bundesland Hessen und bin nun im Rheingau Zuhause. Nach dem Abitur und einer mäßig ...

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