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Das Ehrenamt - Arbeiten statt Spenden

Ein Wegweiser, um dort helfen zu können, wo Hilfe gebraucht wird

Auch Tierheime brauchen ehrenamtliche Helfer - Tierheim Düsseldorf
Auch Tierheime brauchen ehrenamtliche Helfer - Tierheim Düsseldorf
Das Erdbeben in Haiti führt den Menschen auf krasse Weise vor Augen, wie schnell ein ganzes Volk auf Hilfe durch Fachleute anderer Nationen angewiesen sein kann.

Jeden Tag liefern die Fernsehanstalten die Bilder des Schreckens in die Wohnzimmer der Welt: Die Folgen des Erdbebens in Haiti erschüttern die Zuschauer. Chaotische Verhältnisse innerhalb der haitianischen Gesellschaft, die Gebäude der Städte zerstört und die Infrastruktur vernichtet. Die USA übernehmen zwar die Verantwortung und Organisation des Flughafens von Port au Prince, und Ärzte aus allen Herren Ländern führen Notoperationen ohne Strom durch, aber aufgebaut ist das Land damit noch lange nicht.

Das Ehrenamt als Chance, anderen und sich selbst zu helfen?

Die Website Jobmagazin.de bietet unter anderem auch Stellen für ehrenamtliche Helfer an, die sich in den Ländern Südamerikas engagieren wollen. Die Stellenanzeige Nr. 29807 vom 05. Oktober 2009 beispielsweise gewinnt durch das Erdbeben an erschreckender Aktualität: Der Verein "Unsere Kleinen Brüder und Schwestern e.V." aus Karlsruhe sucht über die Anzeige ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich in den Ländern Nicaragua, Guatemala, Honduras, Bolivien, Peru, Mexiko, Dominikanische Republik, El Salvador und Haiti dafür einsetzen, verwaisten und verlassenen Kindern ein Leben in Würde zu ermöglichen.

Dass der Bedarf an Hilfskräften durch das Erdbeben im Januar 2010 unerwartet drastisch gestiegen ist, muss nicht extra erwähnt werden. Sich hier ehrenamtlich zu engagieren, kann ein Ausweg aus einer vielleicht an Perspektiven armen eigenen Lebenssituation sein oder auch ein besonderer Pluspunkt der Vita bei der nächsten Bewerbung.

Gesucht werden Mitarbeiter ganz unterschiedlicher Qualifikation

Ohne gute Spanischkenntnisse geht es in Lateinamerika nicht. Ein intensiver Austausch mit den Kindern, Erwachsenen und Kollegen wäre sonst kaum möglich. Für einen Einsatz in Haiti jedoch genügen bereits Grundkenntnisse in Französisch. Die darauf basierende Landessprache Kreol muss während des Aufenthalts erlernt werden. Das Stellenangebot richtet sich an Menschen mit einer kaufmännischen, technischen oder einer Ausbildung im Medizin- oder Sozialbereich. Wer ein Studium der Architektur, dem Bauingenieurwesen, der Betriebswirtschaft, der Biologie, Medizin, Pharmazie, Informatik oder Jura mitbringt, ist besonders gerne gesehen.

Entgelte, Fristen und Eintrittsalter

Die Freiwilligen erhalten Unterkunft, Verpflegung und ein kleines monatliches Taschengeld. Für die Dauer des Einsatzes wird ein Versicherungspaket aus Auslandskranken-, Unfall-, Invaliditäts- und Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Auch die Kosten für die Vorbereitungsseminare in Deutschland werden übernommen. Die Kosten für den Hin- und Rückflug trägt die oder der Freiwillige jedoch selbst.

Die Mindestdauer des Freiwilligendienstes in Lateinamerika beträgt zwölf bis dreizehn Monate. Bei medizinischen Fachkräften sind auch Kurzzeiteinsätze möglich. Das Mindestalter ist 19 Jahre; für einen Einsatz in Mexiko, Honduras, der Dominikanischen Republik und Haiti gelten 21 Jahre als Mindestalter.

Katastrophen gibt es nicht nur im Ausland

Sei es die Klimaerwärmung oder andere Ursachen: Auch in Deutschland hat die Zahl an Katastrophen zugenommen. Unvergessen dazu ist das Oderhochwasser im Juli 1997, das Deutschland wie auch Polen und Tschechien gleichermaßen betroffen hat. Ohne einen erheblichen personellen Einsatz von Deutschem Roten Kreuz (DRK), dem Technischen Hilfswerk (THW), der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sowie den Feuerwehren und Freiwilligen Feuerwehren wären die Folgen für die Menschen noch dramatischer ausgefallen.

So sind die Geschäftsstellen der Organisationen auch Anlaufstellen für Nachfragen nach verfügbaren Plätzen für ehrenamtliche Helfer, die die Einsatzmannschaften in Notlagesituationen und unter professioneller Anleitung unterstützen. Wobei eine solche Notlage nicht so dramatisch sein muss, wie eine Hochwasserkatastrophe oder ein Erdbeben. Schon ein Stromausfall bei einem Turnier wie dem ARAG World Team Cup 2006 würde unliebsame Konsequenzen nach sich ziehen. Das THW Düsseldorf stand für den Notfall bereit.

Das Ehrenamt als Mittel zum Networking

Wie schon erwähnt, werden für bestimmte Notfalleinsätze Vertreter der unterschiedlichsten Berufsgruppen gesucht. Somit bietet das Zusammentreffen mit diesen ehrenamtlichen Helfern die Chance, nicht nur Mitstreiter für eine gemeinsame Sache zu finden, sondern auch Menschen kennenzulernen, die sich als Türöffner zu einer neuen Arbeitsstelle, als Helfer bei der Wohnungsvermittlung oder als wertvoller Beistand in einer eigenen, persönlich schwierigen Lage erweisen können.

In Zeiten, in denen das virtuelle Networken via Facebook, MySpace oder Xing fast wichtiger zu sein scheint, als der reale Umgang mit echten Menschen, ist das Ehrenamt eine perfekte Schnittstelle, den Lebensraum zu erweitern. Während der Freiwillige also einerseits wirklich dort hilft, wo seine Hilfe gebraucht wird, kann er rein für sich neue Freunde und sogar die Liebe seines Lebens finden.

Sicher ist es nicht jedermanns Sache, dazu gleich nach Haiti zu gehen und den Erdbebenopfern zu helfen. Aber wer es kann, der sollte es tun, damit die Menschen dort ähnlich gute Zukunftsaussichten haben, wie diejenigen, deren Heimat nach dem Tsunami 2004 wieder aufgebaut wurde. Und wer es nicht kann, dem stehen die Ehrenämter in den Sportvereinen, den Feuerwehren oder Hilfsorganisationen seiner direkten Umgebung offen. Einfach mal beim Deutschen Roten Kreuz nachfragen oder im Internet - beispielsweise über Ehrenamtportal.de - suchen. Doch auch bei Suite101.de gibt es weitere Informationen zu Ehrenämtern.

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