
- Zwischen Sonne und Erde - Der Mensch im Weltall - korneloni / pixelio.de
Das Wettrennen zum Mond und die Eroberung des Weltraums sind Vergangenheit. Am 12. April 1961 startete Juri Gagarin als erster Mensch ins All. Seine Worte aus der Raumkapsel Wostok gingen um die Welt: „Ich sehe die Erde. Sie ist schön.“ Als erster Kosmonaut schrieb er Geschichte. Genauso wie die Astronauten von Apollo-11 mit Neil Armstrong, der als erster Mensch am 20. Juli 1969 einen Schritt auf dem Mond machte. Einer der größten Menschheitswünsche, wie schon von Jules Verne 1865 formuliert, wurde Wirklichkeit. Die technische Entwicklung, die 1957 durch die sowjetische Raumfahrt mit der Sputnik erstmals ins Weltall vorstieß, entwickelte sich nach der Mondlandung über zahlreiche Raumfahrtprogramme und den Raumstationen zu einem fast schon alltäglichen Forschungsgebiet in vielen Ländern. Doch 50 Jahre nach dem ersten Weltraumflug eines Menschen wird von einer kriselnden Raumfahrt in den Medien gesprochen. Steht die bemannte Raumfahrt vor dem Aus?
Sojus-Unglück nach Spaceshuttle-Abschied
Durch den Absturz der russischen Sojus-Rakete am 24. August 2011 stürzte die Raumfahrt in eine Krise. Auch wenn es sich nur um ein Versorgungsschiff handelte, das unbemannt Güter zur Raumstation ISS transportieren sollte, so sind bemannte Raumfahrten auf dieselbe Technik gestützt, in der die neuen Bedenken ihren Ursprung haben. Nachdem die Ursache des abgestürzten Raumtransporters ausfindig gemacht wurde, sollen im September und Oktober wieder Sojus-Raumschiffe starten. Nachdem die USA im Juli 2011 ihr Shuttle-Programm eingestellt haben, sind die Alternativen, eine Umlaufbahn zu erreichen, auch rar geworden. Die Obama-Regierung hatte schon im Februar 2010 angekündigt, das Budget der NASA zu reduzieren und mehr auf privatwirtschaftliche Raumfahrttechnik zu setzen.
Abschied von der Raumfahrt undenkbar
Während NASA-Experten wie Scott Pace um das Erbe der nationalen Einrichtung und die Zukunft der US-Raumfahrt ohne staatliches Gesamtkonzept fürchten, sieht die Realität schon länger anders aus: Die private Raumfahrt, die sich in den 1980er Jahren entwickelt hatte, trägt bereits seit Jahren einen großen Teil zu staatlichen Missionen ins All bei. Schon 2006 wurden zuletzt zwei Unternehmen zur ökonomischeren Entwicklung der Raumfahrttechnologien ins Boot geholt. Das Modell der amerikanische Regierung, die privaten Raumfahrtunternehmen zu fördern, könnte sich durchsetzen. Doch ein kompletter Abschied von der Raumfahrt wäre undenkbar. Allein für die Satellitenindustrie ist die Raumfahrt unverzichtbar und auch bemannte Reisen ins Weltall seien kein Auslaufmodell, wie Evert Dudok, Deutschlandchef des Satellitengeschäfts Astrium, in einem Interview sagte. Ob eine Besiedlung von neuen Planeten und die Auswanderung ins Weltall möglich sein wird, hängt von der zukünftigen Entwicklung dieses Sektors ab.
Raumfahrtstrategie der Bundesregierung
Auch die deutsche Bundesregierung hat mit ihrer Anfang des Jahres 2011 vorgestellten Raumfahrtstrategie festgelegt, an der aufgebauten Infrastruktur zwischen Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen im Bereich der Raumfahrt festzuhalten. Wie die USA, so will auch Deutschland bis 2020 die Raumstation ISS mitnutzen und dafür Mittel zur Verfügung stellen.
Quellen:
- Experte fürchtet Ende der bemannten US-Raumfahrt
- Kein Abschied von der Königsdisziplin
- Absturz von ISS-Transporter
- Sojus-Raketen sollen bald wieder starten
- NASA invests in private sector space flight with SpaceX, Rocketplane-Kistler
