Das englische Dessert Trifle

Geschichte, Tradition und Rezept für 5-Minuten-Trifle

Trifle mit Himbeeren - Shermin Arif
Trifle mit Himbeeren - Shermin Arif
Ein schnelles, gut aussehendes und leckeres Dessert mit einer langen britischen Tradition. Geeignet als Nachtisch für die ganze Familie, aber auch fürs elegante Dinner.

Er ist elegant, althergebracht und sieht aufwändig aus, der Trifle ist eine urbritische Spezialität, die vor allem im viktorianischen Zeitalter große Verbreitung fand. Dieses mehrfarbige Schichtdessert hat in Großbritannien eine lange Geschichte, sieht in einer gläsernen Schüssel auf der Tafel gut aus und besteht traditionell aus folgenden Bestandteilen:

1. Kuchen

In England wird “Sponge Cake” genutzt. Wiener Boden ist ein guter Ersatz, man kann sogar Löffelbiskuits nutzen. Die traditionelle schottische Variante ist etwas asketischer und wird mit trockenem Weißbrot/Toastbrot hergestellt, sie ist dementsprechend eher weniger süß. Der Kuchen wird in grobe Stücke geschnitten in die Schüssel gegeben und mit Sherry getränkt. Hier geht natürlich auch Portwein, Madeira oder zum Beispiel Baileys. Die Flüssigkeit ist wichtig, um den Kuchen zu befeuchten. Wenn Kinder mitessen, sollte man natürlich stattdessen zu Fruchtsaft greifen.

2. Früchte

Hergestellt wird der Trifle mit allen möglichen (und im Moment der Herstellung greifbaren) Obstsorten. Dieses Dessert kann sowohl mit frischen Früchten, sowie mit eingelegtem/tiefgefrorenem Obst hergestellt werden. Mit Himbeeren, Kirschen, Stachelbeeren, Erdbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren, Mandarinen, Pfirsichen oder Bananen erzielt man leicht kulinarische Erfolge - den Variationen sind im Grunde keine Grenzen gesetzt.

3. Gelee/Wackelpudding

In den Anfängen des Trifle wurde kein frisches Obst verwendet, sondern gelierte und kandierte Früchte. Auch heute noch findet Gelee, bzw. Wackelpudding Verwendung. Bei einigen Trifle-Rezepten wird der frisch hergestellte Wackelpudding, bzw. das Fruchtgelee auf die in der Schüssel befindlichen Früchte gegeben, so entsteht eine feste Fruchtschicht. (Man kann hier auch einfach roten Tortenguss, angerührt mit dem Saft der evtl. verwendeten Dosenfrüchte nutzen.) Dieser Schritt ist nicht zwingend notwendig, sieht bei Trifles in großen Glasschüsseln aber natürlich besonders hübsch aus.

4. Pudding (feste Eiercreme)

In früheren Jahrhunderten gab es natürlich keine Fertig-Puddings im praktischen Päckchen zu kaufen. Damals nutzte man als Zutat oft Rindertalg oder kochte aufwändige Eier- und Milchspeisen, die dann einen cremigen Pudding ergaben. Wenn man es richtig machen will, kann man einen richtigen “custard” kochen. Heute haben wir es leichter, geschmacklich ist man mit Vanillepudding wirklich sehr gut bedient. Man kann natürlich statt Pudding auch eine Mascarpone oder veredelte Quarkcreme nutzen. Rein theoretisch, kann natürlich auch Schokoladenpudding verwendet werden, auch wenn es traditionell ein eher heller, vanilliger Eierpudding war.

5. Sahne

Meist bildet Sahne das Topping auf diesem englischen Schichtdessert. Wer es nicht so fett mag, kann sie auch einfach weg lassen und direkt auf der obersten Puddingschicht gehobelte und geröstete Mandeln verstreuen. Vorsicht: Wer dennoch zur frischen Sahne greift, sollte Sahnesteif beimischen, damit der Stolz der Tafel nicht nach einigen Minuten wegläuft...

6. Topping

Traditionell werden noch gehobelte Mandeln auf den Trifle gestreut. Früher wurden auch kandierte/gelierte Früchte zur Dekoration genutzt. Bei der Vielfalt der heutigen Angebote (Karamell, Krokant, Zimtzucker, Schokoraspel, bunte Streusel, Kokosraspel, Mandelstifte usw.) kann man sich hier dekorativ an den Zutaten austoben.

Das fertige Trifle muss – ähnlich wie das italienische Tiramisu – einige Stunden ziehen. Am besten bereitet man es am Vortag zu. In einer großen Schüssel angerichtet hat man für große Feiern ein toll aussehendes Dessert. Als Mini-Trifle in Portionsgläser geschichtet und jedem Gast einzeln serviert, wirkt es natürlich schicker.

Wer sich zwar in einem aufwändigen Dessert sonnen will, aber nicht wirklich Zeit hat, kann auf das 5-Minuten-Trifle zurückgreifen. Es ist auch für Kochanfänger simpel zuzubereiten und man kann es zeitsparend (und stressfrei) schon am Vortag zubereiten.

Zutaten für 5-Minuten-Trifle:

1 Päckchen Vanillepudding

½ L Milch

3 EL Zucker

Löffelbiskuit

Früchte (Himbeeren, Banane, Dosen- oder einfach Tiefkühlfrüchte)

Etwas süßen Sherry, Portwein oder einfach nur Saft.

Frisch geschlagene Sahne/Sprühsahne

Zum Dekorieren: Minzblättchen, 4 Himbeeren, Schokoladenraspel, gehobelte Mandeln

4 Dessertschalen, oder zum Beispiel auch Rotwein- oder Martinigläser zum Befüllen.

Zubereitung des Trifle:

Einige Biskuits in grobe Stücke zerbrechen/zerschneiden und in die Gläser geben. Mit dem süßen Alkohol benetzen. Wenn Kinder mitessen natürlich nur Fruchtsaft verwenden. Darüber die gestückelten Früchte schichten. Den Pudding nach Anleitung mit der Milch und dem Zucker zubereiten und als dritte Schicht noch heiß über die Früchte geben. Das Ganze in den Kühlschrank stellen und mehrere Stunden ziehen lassen. Kurz vor dem Servieren die frisch geschlagene Sahne, bzw. die Sprühsahne als vierte Schicht auf die Gläser geben. Eventuell noch gehobelte Mandeln oder Schokoladenraspel darüber geben, mit einer Frucht und/oder etwas dekorativer Minze krönen. Rasch servieren und genießerisch durch alle Schichten hindurch löffeln...

Shermin Arif, Fotografin: T. Seifert

Shermin Arif - Shermin: eine deutsch-kurdische Mischung, in Leipzig geboren, aufgewachsen im tiefsten Ruhrgebiet und nach abgeschlossenem Studium ...

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