Ein leckeres Fischsüppchen an Heiligabend und einen üppigen Salat an Weihnachten - von wegen! Weihnachtsgans, Würstchen mit Kartoffelsalat, Raclette und Fondue – das sind laut einer aktuellen Emnid-Repräsentativbefragung die Renner an Weihnachten. Im August 2010 wurden 1001 Personen nach ihren Essensgewohnheiten an Weihnachten befragt. Das Ergebnis: Die Deutschen lieben es an Weihnachtstagen deftig. So war es früher, so ist es heute. Trotz Fitness- und Bio-Trends hat die leichte Küche in den deutschen Esszimmern noch keinen Einzug gehalten - zumindest nicht an diesen Feiertagen.In Auftrag gegeben hatte die Studie übrigens eine Firma, der dieser Trend nur recht sein kann: nämlich Steigerwald, der Hersteller des pflanzlichen Magenmedikament Iberogast.

Der Klassiker an Heiligabend: Würstchen und Kartoffelsalat

Laut der Befragung sind Würstchen mit Kartoffelsalat das Heiligabendgericht Nummer eins. In fast jedem vierten Haushalt (23 Prozent) steht das deutsche Traditionsessen am 24. Dezember auf dem Tisch. Insbesondere im Osten des Landes ist dieses „Bauernessen“ beliebt. Bei einem Großteil der Befragten (34 Prozent) standen auch schon zu Kindertagen Würstchen mit Kartoffelsalat auf dem Tisch. Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland gab es auch schon damals. Während früher in fast jedem dritten westdeutschen Haushalt (29 Prozent) Würstchen mit Kartoffelsalat serviert wurden, sind es heute nur noch 17 Prozent. In Ostdeutschland hingegen hält man offensichtlich stärker an kulinarischen Traditionen fest: Die Anzahl der weihnachtlichen Würstchen-Kartoffelsalat-Esser ist nur leicht von 46 auf 39 Prozent gesunken.

Am ersten Weihnachtsfeiertag sind Deutsche „gans“ traditionell

Weihnachtsgans, Ente und Pute stehen weit oben auf der Liste der beliebtesten Gerichte am ersten Feiertag. Fast jeder Dritte (32 Prozent) hat sie auf dem Teller. Und das war auch schon früher so: Für 41 Prozent der Befragten war Gänsebraten das Traditionsessen ihrer Kindheit.

Allgemein zeigt sich, dass die Ostdeutschen und die Bayern stärker an den Traditionsgerichten festhalten. Während in 46 Prozent aller bayerischen und ostdeutschen Küchen am ersten Weihnachtsfeiertag Gänsebraten zubereitet wird, liegt der Durchschnitt im restlichen Deutschland bei 24 Prozent.

Raclette und Fondue - die weihnachtlichen Modegerichte

Gemeinsam den Spieß in heißen Käse tunken oder fleißiges Belegen der kleinen Pfännchen - im Vergleich zu früher wird der gemeinsame Brutzelspaß bei einer weihnachtlichen Fondue- oder Raclette-Runde immer beliebter. Während nur drei Prozent der Befragten in ihrer Kindheit an Heiligabend Raclette oder Fondue gegessen haben, steht das Käsevergnügen heutzutage bereits bei acht Prozent auf dem Tisch. Als klassisches Weihnachtsgericht ist Raclette und Fondue vor allem jungen Leuten bekannt - zehn Prozent der 14- bis 29-Jährigen geben es als weihnachtliches Traditionsessen an Heiligabend an.

Gesundheitsbewusstsein an Weihnachten?

Gemüse und Obst werden auch an Weihnachten gerne gegessen, aber offensichtlich nur in bestimmten Kombinationen: zum Beispiel Gans mit Rotkohl oder Bratapfel mit Zimt und Zucker. Sowohl früher als auch heute ist das Gesundheitsbewusstsein der Deutschen an Weihnachten äußerst schwach ausgeprägt. Nur zwei Prozent der Befragten achten an Weihnachten auf eine gesunde und leichte Ernährung. Schließlich geht doch nichts über ordentliches Weihnachtsschlemmen mit deftigen, fetthaltigen und süßen Speisen. Dass gerade gehaltvolle Weihnachtsgerichte so vielen Menschen am besten schmecken, liegt daran, dass Fett ein Aromaträger ist. Zusammen mit intensiven weihnachtlichen Gewürzen wie Zimt oder Nelken schmecken fetthaltige Speisen daher besonders gut.

Quelle:

Emnid-Repräsentativbefragung für Iberogast, August 2010 (Grundgesamtheit: 1001 Personen).