Das ewige Licht ist ein immerwährendes und nie verlöschendes Licht. Es soll symbolisch an die Gegenwart Gottes erinnern. Die ewigen Lichter in vielen Kirchen sind gleichzeitig auch Erkennungszeichen dafür, dass es sich um eine katholische Kirche handelt. Das ewige Licht unterstreicht nicht nur die Kirche als Ort des Mysteriums, sondern ist das Symbol dafür, dass Gottes Licht ewig auf Erden brennt. Die Hauptfunktion des ewigen Lichtes ist es, als Zeichen der Verehrung vor dem im Tabernakel aufbewahrten Allerheiligsten zu brennen. Bereits in vorchristlicher Zeit ließ man an heiligen Stätten ein Licht brennen, als Zeichen der Verehrung und des Segens, der von diesem Ort ausgeht.

Das ewige Licht in der katholischen Kirche

Das ewige Licht gibt es nur in katholischen Kirchen. Im 13. Jahrhundert kam es durch die orthodoxe Kirche, wo es vor der Ikonostase aufgestellt wird, vom Nahen Osten nach Europa. In der orthodoxen Kirche war der Brauch des ewigen Lichts bereits um das Jahr 400 üblich. Man ließ Lichter an den Gräbern der Märtyrer und vor Altären brennen. Mit der zunehmenden Verehrung des Altarsakramentes in der lateinischen Kirche gibt es die Vorschrift, dass das ewige Licht vor der Aufbewahrungsstätte der Eucharistie zu brennen habe. Mit dem 16. Jahrhundert wird der Brauch für die ganze römische Kirche bindend. Diese Vorschrift besteht bis heute.

Das ewige Licht weist hin auf das geweihte Brot, die Hostien. Diese befinden sich im Tabernakel, ein künstlerisch gestaltetes Schränkchen mit einer meist reich verzierten Tür. Der Tabernakel steht auf einer Stele neben dem Altar oder direkt darauf. In der Grundordnung des Römischen Messbuchs heißt es: "Nach überliefertem Brauch hat beim Tabernakel ständig ein mit Öl oder Wachs genährtes besonderes Licht zu brennen, wodurch die Gegenwart Christi angezeigt und geehrt wird.“

Die irdische Form des ewigen Lichtes

Das ewige Licht soll mit Olivenöl oder Bienenwachs gespeist werden, notfalls auch mit anderen Ölen. Gewöhnlich steht oder hängt das Licht - jeweils gut sichtbar - in der Nähe des Tabernakels. Manchmal als Ampel an drei Ketten, oder es steht auf einem Wandarm an der Kirchenmauer. Das ewige Licht hat fast immer einen roten Schirm, obwohl diese Farbe nirgends vorgeschrieben wird. Vermutlich hat es diese Farbe, um von anderen Votivlichtern unterschieden werden zu können. In den meisten Kirchen ist das ewige Licht ein Öllicht. Da es ein lebendiges Licht ist, verzehrt es sich. Im Schnitt brennt es eine Woche, dann muss es ausgetauscht werden. Aus diesem Grund, und weil eine Flamme immer auch eine mögliche Gefahr darstellt, ist das ewige Licht in manchen Kirchen ein elektrisches. Das heißt, statt des Öllichts wird eine elektrisch betriebene Kerze installiert.

Einmal im Jahr erlischt das ewige Licht für einen Tag

An einen Tag im Jahr brennt das ewige Licht nicht: am Karfreitag. Dann sind auch keine geweihten Hostien im Tabernakel. Im Triduum Sacrum (heilige drei Tage von Gründonnerstag bis zur Osternacht) wird am Gründonnerstag nach der Verbringung des Ziboriums (Aufbewahrungsgefäß für Hostien) an seinen provisorischen Aufbewahrungsort nach der Feier des Letzten Abendmahls das ewige Licht am Tabernakel gelöscht und erst in der Osternacht wieder entzündet.

Das ewige Licht als Symbol der Gegenwart Gottes begleitet den Gläubigen zeitlebens: Angefangen bei der Geburt mit der Taufkerze, der Kerze zur Erstkommunion und zur Hochzeit. Schließlich am Endes des Lebens, als ewiges Licht auf dem Grab. Verbunden mit der Bitte: "Herr, gib dem Verstorbenen die ewige Ruhe und ewigen Frieden.

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