Ostara, im keltischen Jahreskreis das "vierte große Fest" genannt, bei den Germanen "Värblot", was soviel bedeutet wie Frühlingsopferfest, ist der eigentliche Ursprung unseres heutigen Osterfestes.

Der Name Ostara entstammt aus der keltischen Sprache. Das deutsche Ostern wiederum leitet sich von der Göttin Ostara (Freyja) ab. Die Feier fand zur Frühlingsgleiche (ca. 20.03.) statt, denn von nun an sollten die Tage wieder länger als die Nächte werden - im nordischen Mythos der endgültige Sieg der Sonnengötter über die Winterriesen (Vgl. Edda: Thursen).

Zu Ehren der Frühlingsgöttin begrüßte man auf diese Weise die auflebende Vegetation, opferte der fruchtbaren Göttin. Auch wenn das Fest von der Kirche zum kirchlichen Osterfest gewandelt worden ist, sind auch heute noch zahlreiche heidnische Bräuche integriert.

Die keltische Tradition

In der keltischen Tradition ist dieses Fest das Fest der Morganat. Zeit der Elfen, Feen, Zwerge und der Verehrung ihrer Plätze. Die Dolmen, Menhire oder Findlinge, welche als die Wohnstätten des kleinen Volkes angesehen wurden, symbolisieren die Verbindung zur Unterwelt, aus welcher nun die Kraft der Erneuerung wieder aus der Erde steigt und sich mit der Stärke der Sonne verbindet.

Besondere Beachtung wurde auch dem Wasser als Sinnbild für das neue Leben zuteil: In Schottland werden noch heute die Quellen und Brunnen festlich geschmückt und rituell einer Weihe unterzogen.

Zu Ostara begegnet der junge Sonnengott (an Jul als schwacher Lichtbringer geboren) erstmals der großen Göttin, die sich während der dunklen Zeit zur Jungfrau regeneriert hat.

Ostara

Die Zeit der Gleichheit, der Fülle, der beginnenden Möglichkeiten: Das Licht und das Dunkel sind gleichermaßen stark. Mit jedem weiteren Tag nimmt die Kraft des Sonnengottes zu, bis er sich zu Beltane mit der Göttin vereint, um neues Leben zu schaffen. Es ist die Zeit des Flirts, des Liebäugelns, Neues wächst zusammen.

Es ist die Zeit der ersten Aussaat, der Keim ist gepflanzt und beginnt zu wachsen. Das Neue schafft sich seinen Raum. Nach der langen Zeit der Innenorientierung beginnt nun wieder die Zeit der vermehrten Außenkontakte. Der Tod ist überwunden und die Zeit der Fülle wird vorbereitet.

Die auch heute noch gebräuchlichen Symbole

Die alte Symbolik ist uns von Ostern bekannt: Der Hase als allgemein bekanntes Symbol für Fruchtbarkeit und grenzenlose Vermehrung, das Ei, als Urzelle allen Lebens.

Zu früheren Zeiten wurden die Eier rot angemalt, der Farbe des frischen Blutes der Göttin. In der "Weiterentwicklung" wurden sie in den Farben der Natur bemalt, wobei jede benutzte Farbe eine rituelle Bedeutung hatte.

Die Legende vom Weltenei

Es gibt die Legende, dass zu Beginn aller Zeiten die Große Göttin das Weltenei gebar. Sie wärmte es zwischen ihren Brüsten, ließ es Jahrtausende reifen. Als sich die ersten Sprünge in der Schale zeigten, nahm es die Göttin behutsam und legte es ins große Dunkel.

Dort sprang die Schale auf und heraus fiel die ganze Welt, Erde und Wasser, Tiere und Pflanzen. Aus dem Dotter entstand die Sonne. Und damit die Menschen sich an das große Werk erinnern, werden die ältesten Tierarten der Welt auch heute noch aus Eiern geboren.

Fest der Furchtbarkeit

Das frische, hellrote Blut galt ebenfalls als Zeichen besonderer Fruchtbarkeit. Junge Mädchen, die zu Ostara ihre erste Monatsblutung bekamen, wurden besonders verehrt. Ihr Blut galt als heilig. Es wurde aufgefangen und zum Segen der Ernte in einem Ritual der Erde übergeben, um die Fruchtbarkeit der Felder magisch zu verstärken.

Neuanfang

Ostara galt als gute Zeit, sich an Personen oder Versprechen zu binden, aber ebenso, sich vom Alten endgültig zu lösen und Neues zu beginnen. Gedanken, Träume und Wünsche in dieser Zeit sollten besondere Beachtung finden und in Erfüllung gehen.

Zu Ostara wurden die Felder vorbereitet. Dies geschah in einem Segnungsritual, der Feldweihe. Diese wird auch heute noch vielerorts durchgeführt. Dazu werden die Felder vom Bauern abgeschritten und an jeder Ecke des Feldes heilige Kräuter gesteckt, meist Pfefferminze, Schlüsselblume und Weidenstecklinge. Während des Rituals bittet man um eine reichhaltige Ernte und um Schutz für die Felder.

Das Oster- oder Ostarafeuer

Neben dem Hasen als Symbol der Fruchtbarkeit, der als Tier der Göttin Ostara (auch Eostre) verehrt wurde, ist das Feuer ein weiteres wichtiges Zeichen: Das "Ostarafeuer" als Abbild der Sonne.

Auf den Hügeln wurden diese Feuer entzündet. Man glaubte, dass die Kraft der Sonne und der Segen der Götter dadurch auf die Felder übertragen würden, die im Schein der Feuer lagen.

Quelle: Dr. Wolf-Dieter Storl, Pflanzen der Kelten, AT-Verlag