Das Foto fängt den Leser

Beispiel für eine harmonische
Beispiel für eine harmonische "Kopflinie" - Günter Jagodzinska
Welche Anforderungen muss ein Foto für die lokale Presseberichterstattung erfüllen? Tipps und Anregungen zur Umsetzung.

Die Chance, dass ein Artikel in der Lokalpresse das Interesse des Lesers gewinnt, hängt zum Großteil vom dazu abgebildeten Foto ab. Eine normale Lesesituation: Am Frühstückstisch vor dem Aufbruch in den Alltagstrott wird die abonnierte Zeitung durchgeblättert. Der Lokalteil wird zwischen Kaffee und Marmeladenbrötchen überflogen, drei bis maximal vier Berichte werden gelesen oder angelesen. Welche es sind, hängt wesentlich von der Überschrift und dem Begleitfoto ab, falls es sich nicht um die Berichterstattung zu einer Veranstaltung handelt, an der man in irgendeiner Form selbst beteiligt war,

Drei Kriterien entscheiden

Technik, Gestaltung und Aussage und Informationsgehalt – das möglichst gute Zusammenspiel dieser Kriterien entscheidet darüber, ob ein Pressefoto gelungen ist und damit den Betrachter zur weiteren Lektüre des Artikels animiert. Bei der Gewichtung der Kriterien liegt der Schwerpunkt auf der Aussage. Ein lokales Pressefoto kann technisch einwandfrei sein, es kann hervorragend gestaltet sein, wenn die Information und die Aussage nicht passen, dann ist es wertlos und fehl am Platz. Prozentual ist die Einstufung mit leichten Abweichungen nach oben oder unten:

  • Aussage und Informationsgehalt = 60 Prozent
  • Technik = 20 Prozent
  • Gestaltung = 20 Prozent

Je nach Interesse und Intellekt ist entweder der Sport-, der Wirtschafts- oder der Politikteil der Block, der zur Arbeit, in die Schule oder zur Lektüre während der Bahn- oder Busfahrt mitgenommen wird. Später am Abend ist das Foto, das am frühen Morgen im Kopf hängen geblieben und damit ebenso mitgenommen wurde, der unbewusste Katalysator für den erneuten Griff nach dem Lokalteil.

Ausage und Wiedererkennungswert

Als Beispiel sei eine im Lauf eines Jahres für einen lokalen Pressemitarbeiter stetig wiederkehrende Veranstaltung beschrieben, die Jahreshauptversammlung. Ob Sportverein, Kirchenchor, politische Partei oder Interessengemeinschaft, der Ablauf ist stets der gleiche. Das den Bericht illustrierende Foto hat eine ganz bestimmte Anforderung unbedingt zu erfüllen: Die Personen, die auf dem Foto abgebildet sein müssen, sind im Normalfall Vorstandsmitglieder (alte und neu gewählte) und Geehrte. Sind hochrangige Gäste vor Ort, legt jeder Veranstalter Wert darauf, dass diese auf dem Foto zu erkennen und in der Bildunterschrift namentlich genannt werden. Der Besuch eines Landtagsabgeordneten, eines Sportfunktionärs oder eines Bischofs steigert die wahrgenommene Wichtigkeit der Versammlung beträchtlich.

Harmonischer Aufbau mit Spaßeffekt

Sobald feststeht, welche Personen auf dem Foto abgebildet werden sollen, ist es ohne Probleme machbar, aus der Aufstellung eine kleine Inszenierung werden zu lassen, an der alle Beteiligten Spaß haben. Zur Auflockerung reicht es manchmal aus, so zu tun, als ob man beim ersten Aufnahmeversuch vergessen hätte, den absichtlich auf dem Objektiv belassenen Deckel zu entfernen. Die Anordnung der Personen in ein harmonisch wirkendes Gesamtensemble bietet bei jeder Umsortierung spontane Möglichkeiten, auf den Betreffenden oder auf das im Verlauf der Versammlung Gesagte einzugehen.

Dass der Aufbau von der Anzahl der Personen abhängt, versteht sich von selbst. In einer Reihe mehr als sechs Personen aufzustellen, ist für das spätere Layout nicht glücklich, da es zu sehr in die Breite geht. Ab sieben Personen ist eine zweite Reihe erforderlich. Im Normalfall bietet sich die Aufteilung der nach hinten geringer werdenden Anzahl an. Dies heißt, dass bei sieben Personen vier in vorderer Reihe stehen, drei dahinter in der zweiten Reihe, und zwar so, dass deren Köpfe die Lücken zwischen den vorne Stehenden füllen.

Kopflinie und Seitenbegrenzung

Wenn die imaginäre Linie über den Köpfen stimmt, also wenn kein chaotisches Auf und Ab in der Aufstellung mehr vorhanden ist, ist viel gewonnen. Das Bild wirkt in sich geschlossen und vermittelt Zusammenhalt. Die Personen links und rechts an den Enden der Gruppe sollten körperlich nicht isoliert stehen, sondern in Kontakt mit dem jeweiligen Nachbarn nach innen sein. Während der Aufnahme im lockeren Gespräch mit den Modellen zu bleiben erhöht die Chancen auf ein zwanglos wirkendes Foto. Zusätzlich ist es empfehlenswert, die Serienbildfunktion der Kamera zu nutzen, die je nach Kameratyp bis zu sechs Aufnahmen pro Sekunde speichert.

Günter Jagodzinska, Günter Jagodzinska

Günter Jagodzinska - Günter Jagodzinska, das bin ich ... - Jahrgang 1951 - aufgewachsen in dörflicher Umgebung mit sieben Geschwistern - ...

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