Das frühe Koblenz und seine berühmten Besucher

Koblenz - Deutsches Eck - Daniel Bleyenberg / PIXELIO
Koblenz - Deutsches Eck - Daniel Bleyenberg / PIXELIO
Entstehung und kurze Geschichte der Stadt Koblenz sowie Zitate und Aussagen berühmter Durchreisender. Sakrale Bauten und Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Im Jahre 9 vor Christus errichteten die Römer an der Mosel ein Kastell, aus dem sich ein Ort entwickelte, den die Römer Confluentes, übersetzt Zusammenfluss, nannten. Koblenz war bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts eine Moselstadt, was sich heute noch durch diverse Prachtbauten am Moselufer erkennen lässt. Erst durch den Bau des klassizistischen Schlosses, unter Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Trier, weitete sich die Ortschaft am Rhein aus. Ausgedehnte Uferpromenaden entstanden durch die Förderung Königin Augustas von Preußen. Noch heute ziert das Ehrendenkmal der Königin Augusta die Uferpromenade. Koblenz diente den Erzbischöfen von Trier beziehungsweise den preußischen Königen als Residenz und galt lange Zeit als größte Garnisonsstadt. Die lang anhaltenden französischen Einflüsse haben den Koblenzer geprägt. Nachbarn von Rhein und Mosel, im Hunsrück und im Westerwald sowie der Eifel nannten die Metropole am Mittelrhein lange Zeit "das kleine Paris". Koblenz hat sich im Laufe der letzten 2.000 Jahre von der damaligen Handelsstadt in einen Kulturmittelpunkt verwandelt.

Viele Berühmtheiten der Geschichte bereisten Koblenz

Der Satiriker Kurt Tucholsky bereiste Koblenz und beschrieb 1930 in seiner Reportage "Denkmal am deutschen Eck" das berühmte Kaiser-Wilhelm-Denkmal doch glatt als riesigen Faustschlag aus Stein mit gigantischem Tortenaufsatz. Doch nicht jeder Besucher brachte den Koblenzer in Verdruss. Kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe schrieb in seinem Reisebericht: "Rechts bildete die Stadt, an die Brücke sich anschließend, einen tüchtigen Vordergrund; dieses Bild gab einen herrlichen, aber nur augenblicklichen Genuß, denn wir landeten." Karl Friedrich von dem Knesebeck war begeistert von der schönen Lage Ehrenbreitsteins und beschrieb die Gegend als Paradies durch die Vereinigung der stillen Mosel und des ehrwürdigen Rheins. Ganz anders die Meinung von Joseph Gregor Lang. Er bezeichnete die Bewohner Koblenz' als gut gewachsene Menschen mit vielversprechenden, forschenden und durchdringenden Gesichtszügen und die Jugend als schlank, munter und gut gebildet. Johanna Schopenhauer schrieb am 25. September 1816 über Koblenz als bedeutende große Stadt und umschrieb den Anblick der Gegend als bezaubernd schön. Clemens Fürst von Metternich hielt die Umgebung für hervorragend verschönert. William Tombleson bezeichnete das Koblenzer Stadtbild als vornehmer als das der anderen Städte. Karl Baedeker machte Koblenz zum Mittelpunkt des malerischen Rheinlandes. Er schwärmte von der reizenden Lage und dem eigentümlichen Bild der Landschaften.

Einige Sehenswürdigkeiten der Stadt Koblenz

  • Deutsches Eck
  • Festung Ehrenbreitstein
  • Kurfürstliches Schloss
  • Feste Franz
  • Kastorbrunnen
  • Deutschherrenhaus
  • Dreikönigenhaus
  • Schängelbrunnen
  • Weindorf Koblenz
  • Rheinmuseum Koblenz

Sakrale Bauten in Koblenz

Das wohl älteste Kirchengebäude ist die Basilika St. Kastor in der Altstadt. Sie wurde zwischen 817 und 836 erbaut, und noch heute sind in den unteren Etagen Teile des ersten karolingischen Bauwerkes in den Westtürmen zu sehen. Erst 1894 erhielt die Kirche ihr heutiges Erscheinungsbild. Die aus dem 17. Jahrhundert stammende Jesuitenkirche befindet sich ebenfalls in der Koblenzer Altstadt. Obwohl die 1944 zerstörte Kirche als wiederaufbaufähig galt, entschied man sich zum Abriss und Neuaufbau, und nur die barocke Sakristei ist bis heute erhalten. Die Altstädter Liebfrauenkirche galt, neben St. Kastor, von Anfang an als Pfarrkirche von Koblenz. Sie ist eine von drei romanischen Kirchen, und ihre Anfänge reichen bis 5./6. Jahrhundert zurück. Die Koblenzer Altstadt wird auch von der evangelischen Florinskirche geprägt, die 938 bis 948 dem Heiligen Florin geweiht wurde. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden die St.-Josef-Kirche in der südlichen Vorstadt und die Herz-Jesu-Kirche am ehemaligen Löhrtor sowie die am Friedrich-Ebert-Ring gelegene Christuskirche, die als erster evangelischer Kirchenbau in Koblenz bekannt ist.

Quellenangabe: So lebten sie im alten Koblenz, 103 Seiten, J. P. Bachem Verlag in Köln

Bildquelle: © Daniel Bleyenberg / pixelio.de

Michaela Stier, Michaela Stier

Michaela Stier - Als begeisterte Leserin zeigte sich schon sehr früh meine Liebe zum geschriebenen Wort. Meine Ausbildung absolvierte ich im ...

rss