Ähnlich der Geburtsplanung bei einer natürlichen Entbindung, besteht auch vor einem geplanten Kaiserschnitt die Möglichkeit ein Geburtsplanungsgespräch wahrzunehmen. Zudem gilt es als bewertes Mittel um die ersuchte Klinik auf Herz und Nieren zu prüfen und wie in jeder Beziehung auch, zu bewerten ob und inwieweit man zueinander passt. Vertrauen in die Ärzte und das medizinische Personal sind eine sichere Basis für jede Geburt. Bereits vor einem Termin zu einem Vorgespräch empfiehlt es sich, an einem Informationsabend die Kreißsäle und das Personal der Entbindungsstation kennen zu lernen um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen.

Per Überweisung zum Vorgespräch

Für das sogenannte Geburtsplanungsgespräch wird eine Überweisung des behandelnden Gynäkologen benötigt. In den meisten Fällen ist dieser Termin zwischen der 32. und 38. Schwangerschaftswoche vorgesehen, der genaue Zeitraum ist abhängig vom individuellen Schwangerschaftsverlauf und den internen Regelungen der einzelnen Geburtskliniken. Mit der Überweisung, auf welcher nicht zwingend angegeben sein muss, welcher Geburtsmodus geplant wird, kann man sich in der Klinik anmelden und einen Termin vereinbaren. Theoretisch wäre es möglich diesen Termin auch ohne Überweisung wahrzunehmen, dies bedeutet aber für die Kliniken einen erhöhten bürokratischen Aufwand und wird daher nicht so gern gesehen.

Das Gespräch - schlicht und doch ganz individuell

Von Arzt zu Arzt sehr unterschiedlich gestaltet, verläuft ein Gespräch dieser Art im Groben doch recht ähnlich. Je nach bisherigem Verlauf werden zu diesem Termin ein Ultraschall vorgenommen, bei dem auch Größe und Gewicht des Kindes nochmals geschätzt werden, der Muttermund untersucht, seltener wird ein CTG geschrieben. Besteht bereits eine Indikation für einen Kaiserschnitt oder wünscht die Patientin diesen als Geburtsform, wird der Arzt über Risiken, Abläufe und eventuelle Alternativen aufklären. Im Anschluss an das Gespräch wird der Termin für den geplanten Kaiserschnitt angesetzt.

Der Termin wird festgelegt - Vertrauen in das eigene Bauchgefühl

Ein Kind, welches freudestrahlend vor einem Tisch liebevoll verpackter Geschenke steht, wird wohl kaum einen Unterschied darin sehen, ob es diese nun lieber heute oder morgen ausgepackt hätte, aber für die werdenden Eltern ist dieses Datum einer ihrer größten Tages ihres ganzen Lebens und bekommt eine ungeheure Bedeutung zugewiesen. Wenn der Termin zum Vorgespräch vereinbart ist, sollte man daher den Kalender zur Hand nehmen und sich die Tage anschauen, die man eventuell gerne mit der Geburt des Kindes in Verbindung bringen möchte. In den meisten Kliniken werden Kaiserschnitte etwa 1-14 Tage vor dem eigentlichen Entbindungstermin angesetzt, daran kann man sich orientieren, die Wochenenden sollte man allerdings aussparen, da an diesen nur ungeplante, beziehungsweise akute Eingriffe vorgenommen werden.

Das Gespräch nutzen - Themen ansprechen, die auf der Seele brennen

Sind die wichtigsten Punkte geklärt, besteht nun die Möglichkeit auch frei heraus Fragen zu stellen, die den werdenden Eltern in Verbindung mit der Geburt noch auf der Seele brennen. Folgende Aspekte werden dabei häufig in diese Überlegungen miteinbezogen:

  • Bonding
  • Dauer des stationären Aufenthaltes im Anschluss an den Kaiserschnitt
  • Narkoseformen
  • Äußere Wendung bei
  • Anwesenheit einer Begleitperson im OP
  • Einlauf vor dem Kaiserschnitt
  • Legen des Blasenkatheters vor oder nach dem Wirken der Betäubung
  • Stillen und primäres Abstillen nach einem Kaiserschnitt
  • Nabelschnurblut / Stammzellen einlagern
  • Vorgehensweise bei vorzeitigen Wehen
  • Natürliche Alternativen
  • Erneutes Vernähen bereits vorhandener Narben durch einen vorherigen Kaiserschnitt
Für viele Mütter ist es besonders wichtig zu erfahren, wann sie nach dem Eingriff ihr Kind das erste Mal sehen und anlegen können. Da dies von Klinik zu Klinik oft sehr unterschiedlich gehandhabt wird, ist es wichtig dies vorab zu klären. Aus Scham oder Angst werden Fragen zu Einläufen oder dem Blasenkatheter nur ungern gestellt, doch gerade dann sollten sie angesprochen werden. Viele Ärzte kommen den werdenden Müttern dabei sehr entgegen und respektieren individuelle Wünsche, soweit es der Operationsablauf zulässt. Bei sehr starken Ängsten vor einer natürlichen Geburt ist es ratsam nach Alternativen zu fragen, die der Patientin unter Umständen doch eine schöne Geburt ermöglichen und nicht den Kaiserschnitt wählen lassen. Dafür muss aber eine sehr gute Vertrauensbasis gelegt werden, um der Frau ein sicheres und angenehmes Gefühl für die bevorstehende Geburt zu geben.

Der Termin steht - Entspannung und Vorfreude an den letzten Tagen

Nach dem Gespräch gehen die werdenden Eltern oft mit vielen Antworten und einem Datum nach Hause, von dem man sich in diesem Moment noch nicht vorstellen kann, dass es der Geburtstag des Nachwuchses werden soll. Doch die Vorfreude auf das neue Familienmitglied und die Aufregung vor dem großen Tag nehmen bald diesen Platz ein und begleiten die Eltern bis zu dem Moment, in dem ihr Baby das Licht der Welt erblickt. Ein Dinner zu zweit, noch einmal entspannt durch die Stadt bummeln oder die letzten Handgriffe im Kinderzimmer, die letzten Tage vor dem Kaiserschnitt lassen sich frei gestalten und genießen, bis zum zuckersüßen Kinderlärm sind es von nun nur noch wenige Tage und Stunden.

Siehe auch

Ganzheitliche Narbenpflege nach einem Kaiserschnitt