
- Schneeweißchen - Kerstin Fink
Wer findet sie nicht faszinierend: Katzen in der Farbe weiß. Nur ca. 6% der Katzen, über alle Rassen gesehen, haben diese Farbe. Und was selten ist, ist begehrt und unseriöse Vermehrer schießen wie Pilze aus dem Boden. Aber die Zucht der schönen Weißen ist auch sehr risikoreich und gehört ausschließlich in die Hände erfahrener Züchter, die eng mit dem Veterinäramt zusammenarbeiten.
Welche Risiken beinhaltet die Weißzucht?
Zu den Risiken gehören Schwerhörigkeit bis hin zur kompletten Taubheit, Innenohrprobleme, Augenerkrankungen bis hin zur Blindheit.
Weißzucht fällt genau genommen unter den §11b des Tierschutzgesetzes, dem so genannten Qualzuchtparagraphen. Allerdings ist die Regelung in den Bundesländern unterschiedlich und mit bestimmten Auflagen ist die Zucht dennoch möglich. Generell verboten ist eine Verpaarung von zwei reinweißen Katzen, da der Nachwuchs selten lebensfähig ist, zumindest aber schwerste genetische Defekte aufweisen kann. Ebenso sollten keine weißen Katzen mit Katzen verpaart werden, die einen hohen Weißanteil als Scheckung haben.
Weiße Rassekatzen haben ihren Preis, warum ist das so?
Seriöse Züchter lassen ihre Nachzuchten audiometrisch und ophthalmologisch testen. Der Audiometrietest gibt Auskunft über die Hörfähigkeit, der ophthalmologische Test überprüft die Sehfähigkeit. Diese Test haben ihren Preis, den die Züchter natürlich an den Käufer weitergeben. Daher liegen die Preise für weiße Rassekätzchen oft über dem der Farbigen.
Wie erkenne ich einen seriösen Züchter?
Ein seriöser Züchter wird Ihnen zu jedem Kätzchen, und auch zu den Eltern, die entsprechenden Tests vorlegen. Bei vielen Rassen gibt es auch noch wichtige zusätzliche Tests der Elterntiere. Zum Beispiel auf HD (Hüftgelenksdysplasie) oder HCM (eine Herzerkrankung). Informieren Sie sich also vor dem Kauf einer Rassekatze über eventuelle rassetypische Erkrankungen. Ein seriöser Züchter wird sich mit Ihnen hinsetzen und Ihnen im Stammbaum der Eltern zeigen, dass reinweiße Katzen nur in einer Linie vorkommen. Entweder in der Linie der Mutter ODER des Vaters.
Und natürlich die generellen Tipps: Lassen Sie sich nicht nur von den süßen, spielenden Kätzchen ablenken. Haben die Tiere Familienanschluss? Haben sie Zugang zu dem größten Teil der Zuchtstätte? Sind Augen und Nasen sauber? Sind Alttiere und Kätzchen gemeinsam zugänglich?
Und sollten Sie jemals auf einen "Züchter" treffen, der Ihnen anbietet, ein weißes Kätzchen mit einem Klatschtest auf Hörfähigkeit zu testen, machen sie einen weiten Bogen um ihn! Ein Klatschtest bedeutet nichts anderes, als dass hinter dem Kätzchen in die Hände geklatscht wird. Reagiert es, kann es hören. Dieser Test sagt gar nichts aus. Katzen "hören" Schallwellen auch mit dem Fell - und ob eine einseitige Taubheit vorliegt kann damit ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.
