
- Riesenrad Prater - surom92 / pixelio.de
Wien - mit dieser Stadt verbindet man Mehlspeisen, Heurigen und nicht zuletzt den alles überdauernden Kaiserflair. Wem ist Kaiserin Sisi, ihr Franz Josef oder Schloss Schönbrunn kein Begriff? Doch natürlich gibt es auch in der österreichischen Weltstadt Geheimnisse, versteckte Orte und Lokale. Kaum ein Reiseführer berichtet darüber, nur wenige Dokumentationen erwähnen sie.
Der Esterhazykeller
Der Esterhazykeller, der letzte originale Heurigenkeller in der Wiener Innenstadt - hier schlägt noch das Herz des längst vergangenen Wiens. Die Gewölbe stammen aus dem 17. Jahrhundert und sind durch keinerlei baulichen Maßnahmen verändert worden. Die steile Stiege, die in das weit unter der Erde liegende Lokal führt ist ein sehens- und erlebenswertes Kuriosum, das heute wohl keine Baugenehmigung mehr bekommen würde. Zur Zeit des Türkenkrieges 1683 wurde vom Fürsten Esterházy in diesen Gewölben kostenloser Wein ausgeschenkt, um die Soldaten zu ermutigen und zum Sieg gegen die türkische Übermacht vor den Stadttoren zu bewegen - was ihnen schließlich im letzten Moment auch gelang. Heute lässt es sich in den düsteren Ziegelgewölben gut und gemütlich speisen und trinken, oft in Gesellschaft von zahlreichen einheimischen Stammgästen. Denn der Esterhazykeller ist einer der letzten echten kulinarischen Geheimtipps, den kaum ein Tourist nur mit einem Stadtplan erobert. Der Eingang zum Lokal befindet sich im Haarhof, wenige Schritte von der U-Bahn-Station "Herrengasse" entfernt.
Der Friedhof der Namenlosen
Der Friedhof der Namenlosen befindet sich beim Alberner Hafen in der Nähe des Handelskais. Auf diesem Friedhof sind Menschen begraben, die im Zeitraum von 1845 bis 1940 im Hafenbereich von der Donau angeschwemmt worden sind. Von vielen weiß man weder den Namen, noch wie sie gestorben sind. Bei anderen wurde die Identität nachträglich geklärt. Durch einen Wasserstrudel der Donau wurden hier mit anderem Treibgut immer wieder auch Wasserleichen angeschwemmt. Schließlich wurden diese an dem Ort begraben, an dem sie aus dem Wasser geborgen wurden. Die mystische und bisweilen schaurige Atmosphäre lockt beständig Schaulustige an, oftmals - oder gerade - des Nachts.
"Die Blutgräfin von Wien" oder "wie Bram Stoker auf Dracula kam"
Elisabeth Báthory war eine ungarische Gräfin und lebte Ende des 16. Jahrhunderts mitunter in Wien. Sie besaß das sogenannte "ungarische Haus" in der Augustinerstraße 12. Heute ein schmucklose graues Stadthaus, birgt es eine umso schaurigere Geschichte. Báthory ging als eine der grausamsten Serienmörderinnen in die Geschichte ein, wurde ihr doch vorgeworfen, hunderte junger Mädchen zu Tode gefoltert zu haben. Ja mehr noch, sie fürchtete das Älterwerden und badete deshalb im Blut der jungen Frauen, trank es sogar, im festen Glauben, dadurch ihre Jugend zurückgewinnen zu können.
Der irische Schriftsteller Bram Stoker ließ sich offenbar durch die Person und Biographie der Elisabeth Báthory zu seinem Jahrhundert-Roman "Dracula" inspirieren. Als adelige Bluttrinkerin, Sadistin und Serienmörderin lieferte sie das perfekte Vorbild für die heute bekannte Figur des Grafen Dracula. Báthory ging nach ihrer Verurteilung als "Blutgräfin" in die Geschichte ein und diente oftmals als Vorlage für Horrorfilme oder -geschichten.
Die Michaelergruft
Diese Gruft liegt unter der Michaelerkirche in der Habsburgergasse 12, direkt am Michaelerplatz mit seinen historischen Ausgrabungen. Die Gruft diente bis 1783 als Ruhestätte der meist gehobenen Bürgerschicht und des Hofadels. Durch die gleichbleibende Temperatur und einen steten feinen Luftzug wurden zahlreiche Leichen mumifiziert. Sie liegen heute in offenen Holzsärgen und lassen sich bei einer Führung durch diese Katakomben bestaunen.
Quellen: "Spuk in Wien" - Bierberger,Gruber, Hasmann - Überreuter Verlag, offizielle Website Wien
