Geld wächst endlich auf den Bäumen - Zukunftsinvestition Wald?

Sichere Geldanlagen sind rar - Die neue Hoffnung für viele: Der Wald. Doch wie steht´s mit der Nachhaltigkeit?

In Deutschland stehen etwa 85 Bäume pro Einwohner. 120 Millionen Kubikmeter wachsen jährlich nach. Der Wald gewinnt langsam aber sicher an Attraktivität nicht mehr nur für Umweltschützer - auch Investoren sind zunehmend interessiert am Kapital Wald.

Vor allem der Zuwachs an Biomasseanlagen dürfte verantwortlich für die steigende Nachfrage sein. Immerhin 40% des deutschen Holzes werden derzeit schon für die Herstellung von Brennstoffpellets genutzt. Die Baumwirtschaft freut sich. Die Nachfrage steigt und steigt, das Angebot wird knapper. Diese Entwicklung geht auch an interessierten Investoren nicht vorbei. Aber nicht alle Interessenten können mit der Ware Wald versorgt werden. Zum Baum-Boom trägt auch die "Waldstrategie 2020" der Bundesagrarministerin Aigner bei: Jährlich sollen bis zu 100 Millionen Kubikmeter Wald abgeholzt werden dürfen um die Wirtschaft zu bedienen. Neben den Holzpellets werden natürlich auch weiterhin Möbel, Papier und Bauholz gebraucht. Auch hier steigt die Nachfrage ständig an. Es ginge bei der Waldstrategie vor allem um den verantwortungsvollen, nachhaltigen Gebrauch des Waldes - so steht es im offiziellen Papier des Ministeriums. Ziel sei es, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Waldes mit der nachhaltigen Nutzung zu verbinden. Das wirtschaftliche Potenzial des Waldes ist riesig. Waldfonds und Depots werben mit 10%-13% Zinsen, sogar erfolgreicher und wertvoller als Gold soll der Baum in wenigen Jahren sein. Diese Prognosen lassen sich nicht überprüfen und auch der Zinssatz, der jedem Anleger Freudentränen in die Augen treibt, ist - wenn überhaupt - nur mit Inkaufnahme großer Risiken zu erreichen.

Eine andere Sicht auf die Waldstrategie und den wachsenden "Wald-Markt" haben Umweltschützer: Zwar ist die Tatsache, dass Holz klimaneutral angebaut werden kann, unbestritten. Dadurch, dass der Baum während seines Wachstums CO2 speichert, fällt die CO2-Statistik des Baumes neutral aus. Doch die in der Waldstrategie 2020 angestrebten 100 Millionen Kubikmeter Holz, die aus dem Wald geholt werden sollen, seien definitiv zu viel. Von Nachhaltigkeit könne keine Spurt mehr sein. Obgleich jährlich 120 Millionen Kubikmeter Holz nachwüchsen, seien die Gefahren für Mensch und Tier zu hoch, würden wirklich die 100 Millionen Kubikmeter abgeholzt. Die Holzindustrie und Investoren seien die einzigen, die wirklich profitieren. Immer wieder wird damit geworben, dass das Waldinvestment eben eine Umweltschutzmaßnahme sei. Vielmehr ist es aber so, dass gerade die Förderung von Waldinvestments einen Zuwachs des Holzverbrauches bringt. Nabu und BUND setzen sich seit Jahren dafür ein, dass Wald zwar nachhaltig gebraucht wird, aber der Holzverbrauch insgesamt eben abnimmt. Doch bei einer Abschöpfung von etwa 90% des bestehenden Waldes mit steigender Tendenz sehe es schlecht für die Zukunft des Waldes aus. Auch das Problem bzw. die Hoffnung der Waldschützer, "Urwälder von Morgen" zu schaffen, rückt in den Hintergrund wenn es nur noch darum geht, den Wald als Wirtschaftsfaktor zu sehen.

Ulrike Wallenschus - Auf Suite101 schreibe ich, weil ich mich hier - abseits der Auftragsarbeiten - mit den Themen beschäftigen kann, die mir am besten ...

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