Das Gesetz der Orks von Michael Peinkofer

Rezension des dritten Ork-Romans vom deutschen Fantasy-Autor

Peinkofer: Das Gesetz der Orks - Piper-Verlag
Peinkofer: Das Gesetz der Orks - Piper-Verlag
Die Ork-Brüder Rammar und Balbok werden in „Das Gesetz der Orks" zum dritten Mal unfreiwillig die Helden. Dabei wollen die als böse geltenden Orks nur das Beste für sich.

Rammars und Balboks Welt steht Kopf. Eben noch befanden sich die beiden Orks in einer hell erleuchteten Schatzkammer, plötzlich stehen sie in einer dunklen Höhle. Und diese Höhle befindet sich an einem Ort, an dem das Gesetz der Orks keine Gültigkeit mehr zu haben scheint. Ohne ihr Lieblingsgetränk Blutbier müssen sich die beiden Brüder aufmachen und gegen ihren Willen die Welt retten, denn diese Arbeit können Orks ja nicht Menschen und Elfen überlassen.

Orks, Elfen und Piraten

Michael Peinkofer (geboren 1969) hat der Versuchung und den Wünschen der Fans nicht widerstehen können, ein weiteres Ork-Buch zu schreiben. Nach „Die Rückkehr der Orks“ und „Der Schwur der Orks“ schickt er in „Das Gesetz der Orks“ den hageren Balbok und den dicken Rammar ein weiteres Mal in die Schlacht. Doch gibt es nicht nur ein Wiedersehen mit den orkischen Helden. Auch die Elfin Alannah und ihr Mann, der ehemalige Kopfgeldjäger Corwyn, nun König der Menschen, spielen eine zentrale Rolle. Außerdem bringt Peinkofer noch Zauberer ins Spiel und Piraten, die jedoch anders als bei Christoph Hardebuschs „Sturmwelten“ nur Nebenfiguren bleiben.

Die Helden des Fantasy-Romans sind zwei Orks

Von Charakteren mag man gar nicht sprechen, so holzschnittartig sind die Figuren im Roman geraten. Viele von ihnen braucht der Autor nur, um die arg simpel gestrickte Handlung voranzutreiben. Diese würde vielleicht für 400 Seiten so gerade reichen, wird jedoch durch Wiederholungen noch einmal um knapp 150 Seiten künstlich verlängert. Nein, was Peinkofer da zusammengeschustert hat, weckt keine große Begeisterung. Das ist Fantasy von der Stange, keine Sonderklasse. Lediglich einzelne Passagen des Romans machen Spaß, etwa die Flucht der beiden Orks durchs Labyrinth unter den Minen der Kristallfestung. Da funktioniert die Mischung aus Rammars egozentrischem, tyrannischem Verhalten und Balboks beschränkter Art, die am Ende ungleich besser Ergebnisse für die Orks bringt, als das vermeintlich raffinierte Vorgehen seines dicken Bruders.

Neues Buch von Peinkofer Die Zauberer"

Vielleicht hat der Autor auch mehr dem Drängen der Fans auf eine Fortsetzung nachgegeben, um sich Zeit für ein neues Projekt zu erkaufen. Ähnlich wie sein Kollege Markus Heitz, der sich den Albae zuwendet, konzentriert sich Peinkofer künftig auf eine andere Gruppe, die in der von ihm erdachten Erdwelt eine große Rolle spielt. Ende April 2009 wird der Roman „Die Zauberer“ erscheinen, bei dem die Handlung 1000 Jahre vor der Ork-Trilogie angesiedelt ist. Die Leser dürfen sich dabei auf ein Wiedersehen mit Alannah freuen – sicher werden allerdings auch Orks wieder eine Rolle spielen.

Michael Peinkofer: Das Gesetz der Orks. Band 3. Piper-Verlag 2008. Taschenbuch, 608 Seiten. Euro 14,90 (Österreich 15,40).

Jörn Käsebier - Bei Suite101.de betreute Jörn Käsebier zweieinhalb Jahre die Ressorts Wirtschaft & Geld sowie Sport als Redakteur, solange es ...

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