Das Gewitter - ein interessantes Naturschauspiel

Gewitterwolken - © Grey59  / Pixelio.de
Gewitterwolken - © Grey59 / Pixelio.de
Es ist notwendig, einige Anzeichen eines heranziehendes Gewitter zu verstehen und die wichtigsten Verhaltensregel zu kennen.

Jeder hat schon einmal ein Gewitter erlebt. So lange man es geschützt im Haus vom Fenster aus betrachten kann, ist es ein tolles Naturschauspiel. Weniger angenehm ist es, wenn man im Freien und ungeschützt von einem Gewitter überrascht wird. Die Bildung von Gewittern vollzieht sich auf der Zeitskala von wenigen Minuten bis hin zu wenigen Stunden.

Kann man Gewitter vorhersagen?

Es gibt schon einige Merkmale, die man vorher beobachten kann. Vor einem Gewitter schwirren besonders viele Fliegen und Mücken in der Luft. Manche Säugetiere und Vögel verhalten sich unruhig und suchen Schutz. Sie reagieren empfindlich auf das Wetter und können den typischen Wetterumschwung wahrnehmen. Besonders Katzen reagieren meist ängstlich. Wenn das Gewitter beginnt, verhalten sich Vögel völlig still. Ein Gewitter entsteht, wenn die warme, feuchte Luft sehr schnell in die hohen kalten Schichten der Lufthülle dringt. Dadurch türmen sich riesige Wolkengebirge auf. Es wird dunkel. Blätter wirbeln auf. Typische Gewitterwolken werden Kumulus- oder Haufenwolken genannt.

Die zwei Gewitter-Arten

Vom Grundsatz her werden zwei Arten von Gewittern unterschieden. Es gibt das Kaltfrontgewitter. Dieses wird ausgelöst durch das Zusammentreffen feuchter Warmluft mit einer Kaltluftfront. Das Wärmegewitter wird ausgelöst durch intensive Sonnen-Einstrahlung, labile Luftmassen und das daraus resultierende schnelle Aufsteigen feuchter Warmluft in große Höhen. Die Entstehung beider Gewitterarten wird von den Geländegegebenheiten beeinflusst. Es kann zu starken Luftströmungen und Luftverwirbelungen von Luftmassen kommen. Kräftige Aufwinde erreichen Höhen bis zu 12.000 Metern. In solchen Höhen ist die Temperatur niedrig und es kommt zu starker Kondensation. Der in den Aufwinden enthaltene Wasserdampf wird verflüssigt und es entstehen Wolken.

Die Häufigkeit von Gewittern ist regional sehr unterschiedlich. Auch die Klimaveränderung wird sich auf das Wetter auswirken. Bei Gewittern werden verschiedene Arten unterschieden. Ein normales Wärmegewitter im Sommer hat eine typische Lebenszeit von etwa einer Stunde. Es dauert nur rund eine Stunde, bis sich aus einer großen Blumenkohlwolke, Cumulus congestus, eine Gewitterwolke, Cumulonimbus, mit Blitz, Donner und Regen oder sogar Hagel entwickelt hat. Bei bestimmten dynamischen Voraussetzungen haben einzelne Gewitterherde einen Selbstverstärkungsprozess. Dadurch können sich langlebige Gewitterzellkomplexe ausbilden, die dann sogar zu einem Unwetter aus wachsen können. Schwergewitter erfordern sehr kräftige, vertikale Umlagerungen. Die Wolkenobergrenzen liegen hier in Mitteleuropa in etwa zwölf Kilometer Höhe.

Wie weit ist ein Gewitter entfernt?

Blitz und Donner erfolgen zur selben Zeit. Man sieht den Blitz nur eher, weil sich das Licht schneller bewegt. Die Schallgeschwindigkeit beträgt 333 Meter pro Sekunde. Ein Blitz erreicht eine Temperatur von 30.000 Grad Celsius. Die solchermaßen erhitzte Luft dehnt sich schlagartig aus und verursacht den Donnerschlag. Um festzustellen, wie weit das Gewitter entfernt ist, zählt man die die Sekunden zwischen Blitz und Donner. Diese Zahl wird durch drei dividiert. Hört man den Donner nach zwölf Sekunden, so ist das Gewitter etwa vier Kilometer entfernt. Natürlich kann man die gezählten Sekunden mit 333 multiplizieren. So erhält man den Abstand des Gewitters in Metern. Ab etwa zwei Kilometer Entfernung sollte man Schutz suchen.

Wie sollte man sich bei Gewitter verhalten?

Der Blitz ist eine Funken-Entladung zwischen Wolken und Erde. Wer sich im Freien aufhält, sollte schnellsten Schutz in einem Gebäude suchen. Ist dies nicht möglich, geht man in die Hocke, die Füße dicht nebeneinander und umfasst die Knie mit beiden Armen. Es sollten möglichst wenig Körperteile den Boden berühren. Gefährlich ist nicht nur der direkte Blitzeinschlag, sondern auch der Blitzstrom, der sich bis zu 200 Metern um den Einschlagpunkt im Boden ausbreitet. Mehrere Personen sollten einen Abstand von vier Metern halten. Niemals Schutz unter Bäumen suchen. Auf gar keinem Fall unter Strommasten oder im Wasser aufhalten. Wasser und Metall sind sehr gute Stromleiter.

Der Kugel-Blitz

Es gibt viele Geschichten über die Art dieses Blitzes. Oft wurde seine Existenz sogar bezweifelt. Inzwischen ist es japanischen Wissenschaftlern gelungen, kugelbitzartige Plasma-Bälle künstlich im Labor zu erzeugen. Dadurch haben die Berichte von Augenzeugen an Glaubwürdigkeit gewonnen. Leider gibt es kaum Fotos von Kugelblitzen. Zudem sind sie sehr selten. Kugelblitze sind etwa 20 Zentimeter groß und können in den unterschiedlichsten Farben leuchten. Auch die Leuchtdauer ist sehr unterschiedlich. In der Regel dauert eine solche Erscheinung zwei bis acht Sekunden, kann aber auch über 30 Sekunden bestehen bleiben. Diese Kugel löst sich meist mit einem lauten Knall auf. Kugelblitze sollen Wände und Fenster unbeschadet durchdringen. Diese Kugel kann in der Luft schweben oder auf dem Boden rollen. Sie bewegt sich relativ langsam, so um die zwei bis drei Meter pro Sekunde. Solche Kugelblitze treten nur im Zusammenhang mit Gewittern auf. Eine große Gefahr scheint von ihnen nicht auszugehen. Allerdings sollen sie die Elektronik außer Kraft setzen.

Mythische Geschichten über das Gewitter

Seit Urzeiten galten Blitz und Donner als Zeichen göttlichen Zorns. Die Griechen fürchteten die Blitze des Gottes Zeus. Die Römer erfuhren die Strafe Jupiters durch Blitzschläge. Unter den alten Germanen herrschte der Donnergott Thor vor. Wahrscheinlich führte die Angst der Menschen vor dem nicht erklärbaren Gewitter, zu solchen Geschichten. Aristoteles vermutete in den Wolken feuchte Erdausscheidungen, die sich in Verbindung mit Wärme zu einem Blitzschlag entzünden. Die philosophische Schule der Stoiker nahm wiederum an, dass Blitze durch Reibung der Wolken untereinander entstehen.

Heute erforscht die Wissenschaft Blitz und Donner bis in das kleinste Detail und kann dieses Naturschauspiel im Wesentlichen genau erklären.

Nachweis der Bilder: Bild 1 © Grey59 ./ Pixelio.de * Bild 2 © Frank Güllmeister / Pixelio.de * Bild 3 © Jens Proft / Pixelio.de * Bild 4 © A.Dreher / Pixelio.de * Bild 5 © Matthias Blozek / Pixelio.de

Quellen :

  • „Ich sag dir alles“– Wissen Media Verlag GmbH
  • Atlas Faltblatt
Alfred Graf, Alfred Graf

Alfred Graf - Nach dem Abitur studierte ich an der Uni in Greifswald. Von dort wechselte ich an eine Militärhochschule. Viele Jahre wohnte ich ...

rss