Das Glück des Älterseins: Charlotte Breyer schreibt darüber

Goldener Herbst - M. Conlan
Goldener Herbst - M. Conlan
In ihrem Buch "Zum Glück sind wir schon älter" führt Charlotte Breyer positive Seiten des Alters auf, angereichert mit Infos zu diesem Themenbereich.

Charlotte Breyer ist als Redakteurin bei der Tageszeitung MAIN-POST in Würzburg tätig und mit der Thematik als Journalistin vertraut. Das spürt der Leser bei der Lektüre. Die einzelnen Kapitel des Buches lesen sich wie kleine Zeitungsessays. Und Frau Breyer zählt vom Alter her selbst schon zum älteren Semester, sie weiß wovon sie schreibt.

Buch "Zum Glück sind wir schon älter"

Auch als jüngerer Mensch tut es gut, ein Buch übers Älterwerden zu lesen, das nicht nur voll Jammerei und Klagegesänge steckt. Charlotte Breyer schreibt über die Unterschiede des Empfindens, Fühlens und Urteilens der jüngeren und älteren Generation. Ein Buch zur Ermunterung und Hoffnung ist dabei entstanden und immer wieder füllt sie Wissenslücken zu Themen wie Rollator, Schlafbedürfnis oder Senioren gerechte Technik. Alles ist kurz und knapp gehalten und die insgesamt 100 Seiten lassen sich mal so nebenbei lesen.

Glück auch im Alter gegen alle Unkenrufe

Das Buch handelt von positiver Lebenseinstellung und Zufriedenheit, auch Dankbarkeit für vorhandene Möglichkeiten und über Erreichtes. Wenn Meinungsumfragen ein anderes Bild der Senioren widerspiegeln, so auch deshalb, weil hier oftmals die falschen Fragen gestellt werden, betont die Autorin. Die besten "Glückspillen", nicht nur, aber auch im Alter, sind: "Liebe, Freundschaft, Geselligkeit", allerdings ist die Qualität der Kontakte entscheidend, nicht die Quantität. Die Autorin verweist auf die wissenschaftliche Erkenntnis zur Glückskurve der Menschen: Den Höhepunkt erreicht sie mit 20 Jahren, um dann rapide hinab zu sinken und im Alter (70 Jahre) wieder hoch zu steigen.

Wichtig für ein glückliches Leben ist das Akzeptieren von eingeschränkten Möglichkeiten, hier ist das Schlagwort: Entschleunigung. Was auch zum Glück beitragen kann, sind liebgewordene Gewohnheiten, Rituale, die Halt geben. Ein Abschnitt widmet sich dem Buch als bedeutender Beitrag zum Glück des einzelnen. Breyer zitiert ein arabisches Sprichwort "Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt". Ein Kapitel über die Gesundheit appelliert für eine Neudefinition von Gesundheit als "körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden", wie es die Weltgesundheitsorganisation WHO schon 1948 ausdrückte.

Gesellschaftlicher Wandel

Themen wie schlechte Nachtruhe waren schon beim Ehepaar Bismarck ein Thema. Doch anderes ist starkem Wandel unterworfen, so die Rolle der Großeltern. Noch vor hundert Jahren waren Großeltern vor allem Respektpersonen, heute sind sie oftmals unentbehrlich, wenn es um Kinderbetreuung geht. Aber auch später, bei pubertierenden Enkelkindern, sind Großeltern manchmal die besseren Gesprächspartner, weil sie die nötigen Abstand haben und daher mit den Jugendlichen eine bessere Gesprächsbasis finden als Eltern.

Technische Entwicklungen werden meist für jüngere Menschen gedacht und konzipiert und somit zum Beispiel auch Bedienungsanleitungen für Elektrogeräte meist für Senioren unverständlich verfasst. Hier gibt es großen Nachholbedarf. Manchmal erkennt das auch die Wirtschaft, so bei der Erfindung des Rollators in den 80er Jahren. Betrug vor über 100 Jahren das Durchschnittsalter noch 45 Jahre, so nimmt die Zahl der Hundertjährigen kontinuierlich zu. Viele sind auch im Alter noch fit und oftmals altersmäßig schwer einzuschätzen. Breyer beschreibt das Alter "wie eine bunte Wiese". Ein Kapitel widmet Breyer dem Thema "Alzheimer". Hier ist ein Austausch betroffener Familienmitglieder und Wahrnehmung der Problematik in der Gesellschaft hilfreich. Die Journalistin führt auch hier ein Einzelbeispiel an, um das Thema zur Sprache zu bringen.

Kurze Kapitel als Denkanstöße

Sie behandelt alle Themen kurz, aber gibt Denkanstöße und kleine Hoffnungsfunken. Interessant sind die eingestreuten Fakten. Ein gutes Buch für Gesprächskreise oder eine Lektüre für "Zwischendurch".

Angaben zum Buch: "Zum Glück sind wir schon älter" von Charlotte Breyer, 3. Auflage 2010, ISBN-13: 978-3429030698

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