Hamburg hat die Lesetage, ins Leben gerufen von Vattenfall. Hamburg hat auch ein Literaturhaus, ganz in der Nähe der Alster. Im November gibt es zum vierten Mal das Hamburger Krimifestival auf Kampnagel und seit letztem Jahr hat Hamburg das Literaturfestival Harbour Front, das nicht nur in der HafenCity stattfindet, sondern auch an anderen Orten der Stadt. Somit können alle Hamburgbesucher nicht nur die geladenen Schriftsteller erleben, sondern auch ein Stück Hamburg kennen lernen. Die literarischen Gäste sind zahlreich, hier eine kurze Übersicht über einige der Frauen, die lesen. Gespannt darf man natürlich auch auf die männlichen Gäste sein, die uns mit Leseproben aus ihren neusten Werken überraschen werden.
Wer kommt und liest zuerst in Hamburg?
Den literarischen Reigen eröffnen die Grandes Dames der Literatur. Am ersten Abend ist die in Hamburg lebende und mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnete Schriftstellerin Brigitte Kronauer zu hören. Sie liest aber nicht aus ihrem Buch mit Hamburgkolorit "Teufelsbrück", für das sie 2004 den Grimmelshausen-Preis erhielt, sondern aus ihrem neuen Werk "Favoriten – Aufsätze zur Literatur".
Wenn auch nicht am selben Ort, so doch am selben Tag begrüßt die Stadt Elke Heidenreich, ebenfalls mit zahlreichen Preisen für ihr Schaffen ausgezeichnet, unter anderem 2009 mit dem Markgräfler Gutedelpreis, „verliehen für öffentlich wirksamen, kreativen Eigensinn“. Mit dieser Ehrung befindet sie sich neben vielen anderen in Gesellschaft von Dieter Hildebrandt und Prof. Dr. Gesine Schwan. Elke Heidenreich wird aber an diesem Abend ohne Eigensinn, wenn auch ganz in ihrem Sinn berichten. Nur wird dieses Mal ihr Motto nicht lauten "lesen, lesen", sondern "lauschen, lauschen": Denn im Mittelpunkt steht hier ihre zweite Passion, wenn sie ihr Buch " Ein Traum von Musik" vorstellt.
Krimis und Thriller an der Harbour Front
Auch Liebhaber der spannenden Literatur kommen nicht zu kurz. Anne Holt, Rechtsanwältin und ehemalige norwegische Justizministerin, wird zwar nichts "Zur Wahrheit dahinter" verraten, aber über ihr neues Buch "Gotteszahl" berichten.
Karin Slaughter hat einen neuen Fall für ihren Special Agent Will Trent. Nach "Verstummt" kommt nur der Thrill mit "Entsetzen". Aus der deutschen Fassung liest die Schauspielerin Nina Petri. Wer diese Lesung verpasst, kann sie am 13. November 2010 auf dem Krimi-Festival Mord am Hellweg 5 hören.
Und manchmal gilt auch der Prophet im eigenen Lande was. So gibt es ein Wiedersehen mit der in Hamburg lebenden Krimiautorin Doris Gercke, natürlich zusammen mit ihrer Protagonistin Bella Block. Und wer könnte besser aus dem neuesten Werk "Tod in Marseille" vorlesen als Hannelore Hoger, zu sehen als Bella Block in den gleichnamigen Fernsehverfilmungen.
Familiengeschichten und Geschichten um die Familie
Die Schauspielerin und Musikerin Jasmin Tabatabai, bekannt unter anderem aus dem Fernsehkrimi Rosa-Roth und auch aus der Eichinger-Verfilmung Baader-Meinhof-Komplex, lässt uns teilhaben an ihrer deutsch-iranischen Familiengeschichte. Ihr Buch trägt den poetischen Namen "Rosenjahre".
Katharina Hacker, ausgezeichnet 2006 mit dem Deutschen Buchpreis für ihren Roman "Habenichtse", über den niemand sagt, er habe nichts. Nun stellt sie ihren neuen Roman "Die Erdbeeren von Antons Mutter" vor, einer der Erzählstränge handelt vom langsamen Verlust der Mutter durch Demenz.
Frauen, Männer und natürlich die Liebe – mit Humor und Witz präsentiert
Unterhaltsames und etwas zum Schmunzeln gibt es auch, wenn Ildikó von Kürthy auftritt. Sie ist Redakteurin und schreibt unter anderem für das Magazin Stern. 1999 gelang ihr ein unerwartet großer Erfolg mit "Mondscheintarif". In all ihren Büchern macht sie sich mit Humor und Witz Gedanken über die Probleme der Frauen zwischen 30 und 40. Ihr neues Buch "Endlich!" ist sicherlich nicht als endlich angekommen, oder endlich zufrieden zu interpretieren.
Auch Dora Heldt wird in Hamburg zu hören sein, denn schließlich lebt sie hier und ist zur Zeit nicht auf "Urlaub mit Papa". Auch wird sie nicht sagen "Ausgeliebt", jedenfalls nicht in bezug auf das Schreiben, denn sie stellt ihr neues Buch vor und steht Rede und Antwort zu ihren altbekannten Romanfiguren.
Klaus-Michael Kühne Preis für Debütanten
Für junge Schreibende findet der Debütantensalon statt, an dem an vier Abenden zwölf Teilnehmer ihre Werke vorstellen. Über die Vergabe des mit 5.000 Euro dotierten Preises entscheiden die Juroren von NDR Kultur, ZEIT Campus, Stern und Hamburger Abendblatt. Am 18. September wird bekannt gegeben, wer der oder die Glückliche ist.
Diese Auflistung berücksichtigt nicht alle teilnehmenden Schriftstellerinnen, ausführlichere Informationen sind hier zu finden.
