Heimatkriegmuseum im ehemaligen Fort Turanj bei Karlovac

Eine Bombe in Turanj - Harald Rossa
Eine Bombe in Turanj - Harald Rossa
Bei Turanj südlich von Karlovac stoppten kroatische Truppen serbische Verbände. In dem ehemaligen Kasernengelände ist nun ein Museum eingerichtet.

Im Süden der Stadt Karlovac in Kroatien befand sich an der Straße nach Plitvice ein Festungsbau. Der war eine erste vorgeschobene Verteidigungslinie der Festung Karlovac. Heute stehen hier Ruinen und Waffen. Diese Sammlung soll die Erinnerung an den Heimatkrieg wach halten und zeigen, mit welchen Waffen die kroatischen Truppen in diesem Heimatkrieg ausgerüstet waren.

Die Festung Karlovac

Karlovac ist eine der jüngsten Städte in Kroatien. Sie wurde 1579 durch den steirischen Erzherzog Karl II. gegründet. Der war Befehlshaber der kroatisch-slawonischen Mark und ließ auf dem sumpfigen Gelände am Zusammenfluss der vier Flüsse Kupa, Korana, Dobra und Mrežnica eine große Festung errichten. Der Bau begann 1579 unter der Leitung des Baumeisters Matija Gambon.

In der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die Militärfestung durch Martin Stier modernisiert. Der machte die Festung zu einem hervorragenden Beispiel für die Festungsbaukunst der Renaissance. Karlovac ist eine der wenigen erhaltenen so genannten Idealen Städte. Nach den Kriegen von 1683 bis 1689 und dem Rückzug der Osmanen verlor die Festung Karlovac ihre strategische Bedeutung. Die Stadt wurde aus dem Regime der Militärgrenze entlassen. Nun erwies sich die Lage an einem Knotenpunkt von Verkehrswegen als nützlich. Karlovac entwickelte sich im Verlauf des 18. Jahrhundert zu einer Handelsstadt.

Bei Turanj im Süden der Festung Karlovac, wo die Flüsse Korana und Mrežnica sich vereinen, wurde ein vorgeschobenes Fort der Festung Karlovac als Teil der Militärgrenze errichtet. Die hier stationierte Wachtruppe wurde 1699 nach Slunj verlegt. Später wurde das Gelände wieder als Kaserne genutzt.

Der Kroatienkrieg oder Heimatkrieg

In Deutschland werden die kriegerischen Auseinandersetzungen von März 1991 bis in den Herbst 1995 um die territoriale Integrität Kroatiens mit Serbien in der Regel als Kroatienkrieg bezeichnet. Kroaten sprechen vom Heimatkrieg und drücken damit aus, dass es um die Widerherstellung des aus seiner Sicht von außen angegriffenen Landes ging.

Truppenverbände der Republik Serbische Krajina rückten, von der Jugoslawischen Volksarmee und einer Serbischen Freiwilligengarde, auf Karlovac vor. Hier bei Turanj, von dem alten Fort aus, stoppten kroatische Truppen den Vormarsch der Angreifer. Sie konnten aber nicht verhindern, dass diese mit Artillerie Karlovac beschossen und in der Stadt wie in der kleinen Kaserne Turanj schwere Schäden anrichteten.

Turanj nach dem Heimatkrieg

Hier bei Turanj war ein wichtiger Ort, wo die Offensive der serbischen Verbände gestoppt wurde. Und so war nach der Auffassung der Verantwortlichen hier ein passender Ort, um mit einem Museum an den Heimatkrieg zu erinnern.

So stehen die im Heimatkrieg zu Ruinen zusammengeschossenen Bauten der ehemaligen österreichischen Kaserne Turanj. Zwischen den Ruinen wird unter freiem Himmel die Aufrüstung der kroatischen Verbände im Heimatkrieg präsentiert. Das soll ein Andenken an die Menschen sein, die ihre Leben in der Heimatverteidigung opferten.