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Das Hotel Orient - Wiens ältestes Stundenhotel

Fußmatte vor dem Hotel Orient - Julia Stipsits
Fußmatte vor dem Hotel Orient - Julia Stipsits
Für unvergessliche Stunden zu zweit in liebevoll verruchter Atmosphäre steht Wiens bekanntestes Stundenhotel.

Das Hotel Orient, das ist jedem Wiener ein Begriff. Aber auch die meisten Touristen sind dank ihrer Reiseführer über das Orient genauso gut informiert wie über das Sacher. In beiden wird schließlich auf traditionelle Weise dem leiblichen Wohl gefrönt.

Ein Haus mit Geschichte

Heute liegt das Hotel Orient in der Innenstadt von Wien, das war jedoch nicht immer so. In seinen Anfängen zählte das Gebiet rund um den Bau noch lange nicht zur befestigten Stadt, sondern lag deutlich außerhalb der Stadtmauern Wiens. Vor der Türe des Hauses, unter der Salztorbrücke durch, floss der Ottakringerbach, der eine Verbindung zwischen der inneren Stadt und der Donau bildete. Kleine Beiboote der großen Frachtschiffe aus dem Orient schipperten diesen Bach entlang und waren letztendlich verantwortlich für die Namensgebung des Hotels. Bereits im 17. Jahrhundert wurde das Gebäude urkundlich erwähnt, allerdings noch nicht als das einschlägig bekannte Hotel, sondern als Schenke. Aus dieser wurde in Folge eine Herberge, die es offiziell 1896 zum Hotel Orient brachte.

Alles wie zu Kaisers Zeiten

Was das Orient so einzigartig macht, ist die Tatsache, dass man hier, für ein Stundenhotel eher ungewöhnlich, Tradition hoch hält - Diskretion ist selbstverständlich. Auch wenn das vielbesuchte Haus heute schon einige Renovierungen hinter sich hat, dem ursprünglichen Stil blieb man immer treu. Ende des 19. Jahrhunderts im üppigen Makart-Stil eingerichtet, strahlt jeder Raum bis heute den Fin-de-Siècle-Charme von Kaisers Zeiten aus. Die dominante Farbe ist Rot, schwere Teppiche, großzügig gerahmte Spiegel, schummerige Leuchten und mehr Muster als Tapete vervollkommnen eine Atmosphäre, in der verrucht sein darf, wer verrucht sein will.

Berühmte Gäste im Orient

Das Hotel Orient kann nach so vielen Jahren Laufzeit auf eine breite Palette an berühmten Gästen zurückblicken. Grundsätzlich gilt aber: was im Orient passiert, bleibt im Orient. Daher handelt es sich bei jeglichen Anekdoten rund um das Orient um nicht mehr als leise geflüsterte Vermutungen. Angeblich kam selbst der Kaiser des Öfteren hier vorbei, angeblich taten es ihm Attersee und Nitsch gleich, angeblich verbrachte Orson Welles, alias Harry Lime in Der Dritte Mann, nach Drehschluss hier so manche Stunde. Angeblich, aber warum auch nicht?

Ein Besuch im Orient

Das Hotel Orient ist nach wie vor 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag für seine Gäste offen. Ehemals das einzige Versteck für Kinder aus gutem Hause, ist es bis heute stets gut besucht. Besonders am Valentinstag, für den sich eine rechtzeitige Reservierung empfiehlt, da der Platz auf acht Suiten und vier kleinere Zimmer beschränkt ist. Ausgelassene Feiern, wie zum Beispiel Polterabende, sind nicht erwünscht. Die Gäste sollen schließlich ihre Ruhe haben. Einzig für künstlerische Veranstaltungen wie Lesungen, Theateraufführungen oder Filmdrehs wird manchmal eine Ausnahme gemacht. Die Zimmer kosten zwischen 57 und 95 Euro für drei Stunden, das Erotik-Weekend für zwei kommt auf 180 Euro und inkludiert ein Sektfrühstück.

Julia Stipsits, Foto: Marisa Vranjes

Julia Stipsits - Als Schauspielerin gehen meine Interessen vorwiegend in die künstlerische Richtung. Was nicht heißt, dass es nicht auch einmal ...

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