Das Humboldt-Schlösschen in Berlin- Tegel

Tegeler See - Karl-Heinz Liebisch
Tegeler See - Karl-Heinz Liebisch
Eines der bedeutendsten Baudenkmäler des Bezirkes Tegel ist das ehemalige Jagdschloss der Familie Humboldt.

Nordöstlich des Tegeler Sees befindet sich ein kleiner Schlosspark mit einem Schloss im klassizistischem Stil - dem Humboldt-Schlösschen. Seinen Namen bekam es von den berühmten Brüdern Humboldt, die dort ihre Kindheit verbrachten und zu deren Gedenken heute viele Gebäude in Tegel benannt wurden. Im Schlossgarten kann man auch heute noch eine 400 Jahre alte Eiche bewundern, die nach Wilhelm von Humboldt benannt wurde.

Geschichte des Humboldt-Schlösschens

Das kleine Schloss wurde im Jahr 1558 als Herrenhaus im Renaissance-Stil erbaut. Einige Jahre später ließ es der Kurfürst Friedrich Wilhelm zu einem Jagdschloss umbauen. Die Familie Humboldt gelangte erst im Jahr 1766 durch eine Heirat in seinen Besitz. Aus der Familie Humboldt gingen zwei Söhne, Alexander und Wilhelm von Humboldt hervor, die im Schloss ihre Jungendzeit verbrachten. Nach dem Tod der Mutter übernahm 1797 Wilhelm von Humboldt das Anwesen. Er gestaltete mit Hilfe von Karl Friedrich Schinkel das Schloss außen und innen völlig neu. Im Jahr 1824 wurde das Herrenhaus zu einem viertürmigen, klassizistischen Kubus erweitert und mit großen Innenräumen für die umfangreiche Kunstsammlung ausgebaut. Die gesamte Innengestaltung wurde auf die Antikensammlung von Wilhelm von Humboldt abgestimmt. Das neu errichtete Gebäude beinhaltet den Antikensaal, das Blaue Turmkabinett sowie den Blauen Salon. Schon damals lag das Schloss sehr abgeschieden, der Weg ins nächste Dorf dauerte über drei Stunden Fahrzeit mit der Pferdekutsche. Heute leben hier die Nachfahren der Familie Humboldt, die an bestimmten Tagen in der Woche Führungen durch das Schloss und den Antikensaal anbieten.

Ein zauberhafter Schlosspark

Seit 1983 steht der zum Humboldt-Schlösschen gehörige Schlosspark unter Denkmalschutz. Ursprünglich von Gottlob Johann Christian Kluth angelegt, wurde er durch Peter Joseph Lenné komplett umgestaltet. Über die in Ost-West-Richtung verlaufende Lindenallee kommt man an der 400 Jahre alten Wilhelm-von-Humboldt-Eiche vorbei und läuft gerade zu der Familiengrabstätte der Humboldt-Familie. Bis zum Jahr 1945 befand sich auf der Grabstätte eine Statue der Spes, welche im Krieg beschlagnahmt wurde und schließlich seit 1990 wieder im Schloss verwahrt wird. Die Familiengrabstätte wurde ebenfalls von Karl Friedrich Schinkel gestaltet. Der idyllische Schlosspark ist für die Öffentlichkeit ganzjährig zugänglich.

Die Gebrüder Humboldt - bekannt in ganz Tegel

Wilhelm und Alexander von Humboldt verbrachten ihre Kinder- und Jugendzeit abgeschieden im Humboldt-Schlösschen. Sie wurden von Privatlehrern unterrichtet , die ihnen viel von der Schönheit der Welt erzählten. Das erweckte ihre Neugier und so unternahm Wilhelm von Humboldt als junger Mann unzählige Forschungsreisen durch Europa. Er lebte danach einige Jahre als preußischer Gesandter in Rom und wurde als Philosoph und Begründer der Humboldt-Universität bekannt. Der Naturforscher Alexander von Humboldt begab sich auf langjährige Reisen nach Südamerika und Asien. Er wollte die dort beheimatete Tier- und Pflanzenwelt erkunden. Zu Ehren der in Tegel geborenen Brüder Humboldt wurden eine Reihe von Gebäuden und Institutionen benannt:

  • Die Humboldt-Bibliothek am Tegeler Hafen
  • Das Vivantes Humboldt-Krankenhaus in Tegel
  • Das Humboldt-Gymnasium in Tegel
  • das Sorat Hotel Humboldt Mühle in Tegel
  • die Humboldt-Universität in Berlin-Mitte

Das Humboldt-Schlösschen befindet sich in der Adelheidallee 19-21 in 13507 Berlin

Bildnachweis: copyright Karl-Heinz Liebisch/ pixelio.de

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Gabriele Pagenhardt von Mainberg - Vor einigen Jahren war ich für ein Berliner Internet-Magazin im Bereich Veranstaltungs- und Ausflugstipps tätig und für ...

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